Ausbreitung:
1725 kam die in Ostasien beheimatete Echte Tagblume nach England und zehn Jahre später wuchs sie im Waltherschen Garten in Leipzig. Im 19. Jahrhundert war sie in den Gärten des Gebiets weit verbreitet, um dann im 20. Jahrhundert an Bedeutung zu verlieren (Krausch 2003). Vereinzelt ist sie auch mit Ölfrüchten (Fiedler 1938) und Vogelfutter eingeschleppt worden (Bernhardt & al. 2016). Pflanzen gelangen über Kompost und Erdtransporte an neue Standorte und treten verwildert oder verschleppt an Ruderalstellen, Straßenrändern, in Parkanlagen und Maisäckern auf. In milden Gebieten gelangt der Wärmekeimer zur Samenreife. Die Samen sind widerstandsfähig und relativ langlebig (Häflinger & al. 1982). Versuche einer biologischen Bekämpfung mit der Pflanzenwespe Xenapetes braunsi wurden durchgeführt (Proplanta 2021).
Im Gebiet vielerorts subspontan auftretend, lokal auch eingebürgert wie im südlichen Tessin oder mit Tendenz zur Einbürgerung, wie etwa in Südtirol (Wilhalm & al. 2002).
DEUTSCHLAND:
Vielfach, so in Mannheim, 1995 Karlsruhe, 1999 bei Eichenberg, 1972 bei Obermooweiler und Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Sebald & al. 1998, Müller 1948, Dörr & Lippert 2001, Hand & Thieme 2023), 1993 Bamberg, 2014 Bayreuth-Grunau, 1998 Forchheim, 2007 bis 2011 München Viehhof, Bad Neustadt, Rannungen, Hambach, Haßfurt, Schwebheim, Markertsgrün, Ebelsbach, im Regnitzgebiet, in Blaichach, Altstädten und 1969 Mindelheim in Bayern (Meierott 2008, Gatterer & Nezadal 2003, Dörr & Lippert 2001, Meierott & al. 2024), vielfach in Berlin (Seitz & al. 2012), Groß-Werzin, Bork, Roddan, Stolpe, Kyritz und Nitzow in Brandenburg (Fischer 2017), Hamburg (Hand & Thieme 2023), Hessen (Schnedler 1999, Hand & Thieme 2023), Ludwigslust und Peenemünde in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2006), Braunschweig in Niedersachsen (Brandes 2003), Krefeld in Nordrhein-Westfalen (BBV 2014), Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2023), Saarland (Hand & Thieme 2023), Laubegast, Altlockwitz, Stauchitz, Dohma, Leipzig und Obercarsdorf in Sachsen (Gutte 2006, Hardtke & al. 2013), Sachsen-Anhalt (Müller & al. 2021), auf Helgoland und 2022 auf einem Baustoff-Lagerplatz in Heide in Schleswig-Holstein (Theisinger & Hebbel 2022, Hebbel 2023) und in Thüringen (Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
Vereinzelt, so in Poppendorf, Eisenstadt und Csaterberg bei Kohfidisch im Burgenland (Traxler 1984, Traxler 1969, Gilli & al. 2022), St. Georgen im Lavanttal und mehrfach im Klagenfurter Becken in Kärnten (Melzer 1997, Hartl & al. 1992, Glaser & al. 2025), bei Stockerau, Dürrenstein, Krems, Lengenfeld, Süßenbrunn, Traiskirchen und Pfaffstätten in Niederösterreich (Lefnaer 2018, Essl & Stöhr 2006, Janchen 1977, Sauberer 2019), bei Braunau, 2005 Linz-Urfahr, Friedhof von Kopfing, bei Münichholz, Naarn, Sierning, am Bleicherbach und bei der Kirche Lorch bei Enns, 2003 bei St. Nikolai im Strudengau, 2004 Wels-Neustadt und 2009 bei Feldkirchen a.d. Donau in Oberösterreich (Hohla 2001, Grims 2008, Essl & Hauser 2005, Essl 2006, Stöhr & al. 2012), 2005 bei Bergheim im Flachgau und 2009 in Golling im Tennengau in Salzburg (Schröck & al. 2004, Stöhr & al. 2012), Riegersburg, bei Ehrenhausen, Arnfels und Pinggau in der Steiermark (Essl & Stöhr 2006, Essl 2008), bei Mils und Zirl in Nordtirol (Pagitz 2008), Nußdorf und Matrei in Osttirol (Stöhr 2011, Brandes 2011), Stallehr in Vorarlberg (Maier & al. 2001) und mehrfach in Wien, so Stadtpark, Schlossgasse, Hartmanngasse, Nikolsdorfergasse, Laaerberg, Küniglberg, Stammersdorf, Rodaun, Althanstraße, Pezzlgasse und Martinstraße (Adler & Mrkvicka 2003, Essl & Stöhr 2006). In Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und Salzburg lokal mit Tendenz zur Einbürgerung (Essl & Hauser 2005, Essl 2006). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1956 (Glaser & al. 2025). Auch in Südtirol lokal mit Tendenz zur Einbürgerung (Wilhalm & al. 2002).
SCHWEIZ:
Im südlichen Tessin eingebürgert, sonst vereinzelt, so in den Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Genf, Glarus, Solothurn, Thurgau, Uri, Waadt, Wallis und Zürich (Infoflora 2024, Welten & Sutter 1982).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1940 in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1965 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012). In den USA lokal invasiv (Hassler & Muer 2022).