Collinisa

Collinsie, Wegerichgewächs, Plantaginaceae

Gattung:

Collinsia umfasst etwa 21 nordamerikanische Arten (Kew 2022) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Kalifornien.
 

Collinsia heterophylla

Zweifarbige Collinsie,
Collinsia heterophylla
(Syn.: C. bicolor)  
Wegerichgewächs, Plantaginaceae

 

Steckbrief:

20–40 cm hohe Einjährige mit gegenständigen, sitzenden, breit-lanzettlichen, gesägten Blättern und Blüten in dichten, etagenartigen Quirlen. Oberlippe weiß oder hellviolett, Unterlippe violett, rosafarben oder weiß. Kelchblätter eilanzettlich, im unteren Teil verwachsen. Blütezeit Juni bis August.
 

Name:

Die Gattung ist zu Ehren des US-amerikanischen Kaufmanns und Botanikers Zaccheus Collins (1764−1831) aus Philadelphia benannt. Collins zählt zu den Botanikern, die großes Ansehen genossen, obwohl sie in ihrem Leben nie etwas veröffentlichten.
 

Heimat:

Westliches Mexiko und Kalifornien.
 

Nutzung:

Als einjährige Zierpflanze. Auch in Wildblumenmischungen enthalten.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1833 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Angegeben 1909 beim Friedhof Ilvesheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2023), 1974 verschleppt in einer Kiesgrube zwischen Benningen und Hawangen in Bayern (Dörr & Lippert 2004), 2002 in Leipzig-Reudnitz in Sachsen (Gutte 2006) und ehemals Neuhaldensleben in Sachsen-Anhalt (Ascherson 1864, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
Vage Angaben für das Burgenland, Niederösterreich und Wien, aber ohne konkrete Funddaten (Janchen 1956-1960, Walter & al. 2002). Laut aktueller Neophytenliste für Österreich (Glaser & al. 2025) wurde das Taxon wahrscheinlich fälschlicherweise für Österreich erfasst. Laut Janchen (1956–1960, 1977) gelegentlich als Zierpflanze verwendet, es fehlen jedoch Hinweise auf entflohene Vorkommen (Glaser & al. 2025).


SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch 2000 und 2012 in Belgien (Verloove 2021) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
 
Weitere Art:

Collinsia bartsiifolia

In Kalifornien endemisch ist die Kalifornische Collinsie, Collinsia bartsiifolia. Sie spielt in der heimischen Gartengestaltung keine Rolle, wird aber 1910 adventiv für den Hafen von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913, Hand & Thieme 2023).
 

Quellen

Ascherson P. (1864): Flora der Provinz Brandenburg, der Altmark und des Herzogthums Magdeburg – Spezialflora von Berlin. 2 Bände. Gesamt 1477 Seiten.

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung Band 2 – IHW-Verlag Eching, 752 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gilli C., L. Schratt-Ehrendorfer, U. Raabe, T. Barta, S. Weiss, G. Király, J. Weinzettl, K. Tkalcisics, R. Albert, S. Dunkl, P. Englmaier, K. Grafl, M. Hofbauer, G. Karrer, G. Kniely, H. Niklfeld, H. Schau u. E. Wukovatz (2022): Checkliste und Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen des Burgenlandes – Land Burgenland 21: 1−80.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Janchen E. (1956–1960): Catalogus Florae Austriae, mit 3 Ergänzungsheften, Springer, Wien.

Janchen E. (1977): Flora von Wien, Niederösterreich und Nordburgenland — Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien, 758 pp.


Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.