Clarkia

Atlasblume, Nachtkerzengewächs, Oenotheraceae

Gattung:

Clarkia umfasst etwa 42 Arten (Kew 2022), die alle im westlichen Nordamerika beheimatet sind. Nur eine Art, C. tenella, ist im südlichen Südamerika heimisch.
 

Clarkia amoena

Atlasblume,
Clarkia amoena
(Syn.: Godetia amoena, inkl. C. whitneyi
Nachtkerzengewächs, Oenotheraceae

 

Steckbrief:

10–80 cm hohe Einjährige mit lanzettlichen, zugespitzten, ganzrandigen bis entfernt gezähnten, 2–7 cm langen und 0,3−1 cm breiten Blättern. Kronblätter 4, nicht oder kaum genagelt, 1,5–4,5 cm lang, purpurrot, rosa, lila, weiß oder zweifarbig. Kapselfrucht gefächert, schotenförmig. Blütezeit Juni bis September.
 

Name:

Die Gattung ist zu Ehren des US-amerikanischen Offiziers und Entdeckungsreisenden William Clark (1770–1838) benannt, der unter anderem an der Lewis-Expedition teilnahm und im Zuge derer den Kiefernhäher, Nucifraga columbiana, englisch Clark´s Nutcracker, entdeckte. Die pflanzliche Ausbeute dieser Expedition wurde später von Bernhard McMahon kultiviert. Clark war Inspektor für indianische Angelegenheiten im Louisiana-Territorium und ab 1813 Gouverneur des Missouri-Territoriums (Burkhardt 2018).
 

Nutzung:

Zierpflanze, in zahlreichen Sorten, so `Azaleenschau´, `Leuchtfink´ und `Salmon Princess´.
 

Ausbreitung:

1830 durch den englischen Pflanzensammler David Douglas aus seiner nordamerikanischen Heimat nach Europa gebracht und bereits 1836 durch den Zürcher Gärtner Theodor Fröbel vertrieben (Krausch 2003). Nach anderen Angaben (Jäger & al. 2008) bereits 1818 in Europa in Kultur. Oft als „Sommerazalee“, „Godetie“ oder „Mandelröschen“ in Sommerblumen-Samenmischungen enthalten und vereinzelt daraus verwildernd.
DEUTSCHLAND:  
Vereinzelt, u.a. 1910 bei Mannheim und 1909 auf Schutt bei Ilvesheim in Baden-Württemberg (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), 1999 in einem Steinbruch bei Sommerhausen, 2003 bei Holzhausen und 1998 bei Hallstadt in Bayern (Meierott & al. 2024), 1934 in einem Getreideacker bei Dillenburg und 1992 Frankfurt-Harheim in Hessen (Gregor & al. 2012, Kramer 1992), 2007 in Weickersdorf in Sachsen (Wesenberg & al. 2017) und 1927 in Gera-Zwötzen in Thüringen (Zündorf & al. 2006).
ÖSTERREICH:
U.a. am Friedhof Oberkohlstätten, Neckenmarkt und Neudorf bei Landsee im Burgenland (Traxler 1967, Traxler 1969, Gilli & al. 2022), in Niederösterreich (Glaser & al. 2025), 2024 in Salzburg (Herbarium Peter Pilsl) und in Aich bei Assach in der Steiermark (Essl & Rabitsch 2002). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1956 (Janchen 1956-1960, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
1910 und 1919 in Solothurn mit Grassamen eingeschleppt (Hegi 1975).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und Norwegen (Gederaas & al. 2012).

 
Weitere Arten:

Clarkia pulchella

Die Großblütige Godetie, Clarkia pulchella (Syn.: C. elegans), stammt aus dem westlichen Nordamerika und wird u.a. als Bestandteil von Blumenwiesenmischungen ausgesät. Sie wurde von Meriwether Lewis 1806 im Zuge der Lewis & Clark-Expedition in der Nähe von Kamiah in Idaho für die westliche Welt entdeckt und kam 1826 nach Europa. Sie wird hier in einigen Sorten wie `Double Mixed´ als Zierblume kultiviert und findet sich selten subspontan, so angegeben 1906 für den Hafen Mannheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1910, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), ehedem in München-Nymphenburg und ehemals am Ludwigskanal bei der Schwarzachbrücke bei Nürnberg in Bayern (Hegi 1975, Lippert & Meierott 2014), in Berlin-Templin (Seitz & al. 2012), Lychen und Potsdam in Brandenburg (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), 1912 im Hafen Homberg in Hessen (Bonte 1914), ehemals Schulstraße Paderborn in Nordrhein-Westfalen (Baruch 1914), 1910 für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1914, Hand & Thieme 2023), 1960 bei der Wollkämmerei Leipzig und in der Tiergartenstraße in Dresden in Sachsen (Gutte 2006, Hardtke & al. 2013), 1991 in Kärnten (Essl & Rabitsch 2002, Glaser & al. 2025), 1907 bei Mohren in Luzern (Hegi 1975), ehemals Orbe in der Waadt (Hegi 1975) und 1915 in einer Kiesgrube bei Zürich (Thellung 1915). Die in Walter & al. (2002) für Kärnten angegebene Quelle war „BIODAT 2002“. Da in dieser Datenbank kein Eintrag vorhanden ist, wurde das Taxon wahrscheinlich irrtümlicherweise angegeben (Glaser & al. 2025). Subspontan u.a. auch 1894 in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), 1891 in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Clarkia unguiculata

Aus Kalifornien stammt das Mandelröschen, Clarkia unguiculata, welches 1832 nach Europa kam und bald als einjährige Zierpflanze Verwendung fand. 
Daraus gelegentlich verwildert, so 1988 beim Bahnhof Martinszell, 2014 am Straßenrand in Bürgstadt, 2017 bei Gennach und 2018 in Megmannsdorf in Bayern (Dörr & Lippert 2004, Breitfeld & al. 2021, Meierott & al. 2024), Charlottenhof Potsdam in Brandenburg (Ascherson 1861, Hand & Thieme 2023), 1924 in Hamburg-Othmarschen (Christiansen 1928, Hand & Thieme 2023), 1906 angegeben für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1910, Hand & Thieme 2023), 1986 in Naundorf und 1960 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Wesenberg & al. 2017, Gutte 2006), Straßhof in Niederösterreich (Glaser & al. 2025), Igelsberg bei Lengau in Oberösterreich (Hohla 2006) und Kumpitz bei Fohnsdorf und St. Michael ob Leoben in der Steiermark (Melzer 1980, Glaser & al. 2025). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1970 (Glaser & al. 2025). Subspontan u.a. auch 1927 in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017), 1902 in Belgien (Seebens & al. 2017), 1946 im europäischen Russland (Seebens & al. 2017), 1912 in Großbritannien (Seebens & al. 2017) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Quellen

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