Chelone

Schlangenkopf, Wegerichgewächs, Plantaginaceae

Gattung:

Chelone umfasst etwa 4 nordamerikanische Arten (Kew 2022).
 

Chelone obliqua 

Echter Schlangenkopf, Schiefe Schildblume,
Chelone obliqua  
Wegerichgewächs, Plantaginaceae

 

Steckbrief:

Bis 90 cm hohe, langlebige, durch kurze Wurzelausläufer horstige, sommergrüne Staude mit schmal-eiförmigen, zugespitzten Blättern. Blüten an einen Schlangenkopf erinnernd, 22−32 mm lang, purpurrosa mit gelber Schlundbehaarung, in Ähren angeordnet. Blütezeit Juli bis September.
 

Name:

Chelone ist, der griechischen Mythologie zufolge eine Jungfrau, die von Hermes in eine Schildkröte verwandelt wurde, weil sie nicht rechtzeitig zur Hochzeit von Zeus und Hera erschien.
 

Heimat:

Südöstliche und zentrale USA.
 

Nutzung:

Zierstaude, in wenigen Sorten, so `Alba´, `Arturtle´ und `Senior´.
 

Ausbreitung:

Die Art ist in Europa seit spätestens 1752 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008) und tritt daraus sehr selten verwildert oder verschleppt auf.
DEUTSCHLAND:
2002 im Schlossgarten Hohenheim in Baden-Württemberg (Böcker & Böhling 2003) und 1998 in Hattert in Rheinland-Pfalz (Fischer 1999). Die Art findet in der Florenliste von Deutschland (Hand & Thieme 2023) keinen Eingang.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Art:

Chelone lyonii

Sehr ähnlich dem Echten Schlangenkopf ist der Berg-Schlangenkopf, Chelone lyonii. Er ist in den südöstlichen USA beheimatet, wird als Zierstaude, meist in der Sorte `Hot Lips´, seltener in anderen Sorten wie `Pink Temptation´ oder `Tiny Tortuga´ kultiviert und wird für Thurau in Niedersachsen subspontan angegeben (Kelm 2006). Die Art findet in der Florenliste von Deutschland (Hand & Thieme 2023) keinen Eingang. Benannt ist sie nach dem schottisch-USamerikanischen Botaniker John Lyon (ca. 1765−1814/18), der ab 1796 in Philadelphia am privaten Botanischen Garten von William Hamilton tätig war. Er sammelte besonders in den Südstaaten der USA und brachte die Pflanzen nach England zu Auktionen. Lyon starb bei einer Epidemie.
 

Quellen

Böcker R. & Böhling N. (2003): Florula Hohenheimensis 1. Vorläufige Liste der wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen von Hohenheim. – Ber. Inst. Landschafts- u. Pflanzenökologie Univ. Hohenheim 11/12: 135 – 178.

Fischer E. (1999): Zum Vorkommen der nordamerikanischen Chelone obliqua L. (Scrophulariaceae) im Westerwald – Faune und Flora in Rheinland-Pfalz, Beiheft 25: 227-230.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kelm H. (2006): Ausgewählte Funde im Jahr 2005 – Rundbrief 2006 für den Botanischen Arbeitskreis Lüchow-Dannenberg: 13-14.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science