Chaerophyllum

Kälberkropf, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Chaerophyllum, inklusive Oreomyrrhis, umfasst etwa 69 Arten (Kew 2024) in Eurasien, Amerika, Australien und Nordwest-Afrika. Mannigfaltigkeitszentren sind der Mittelmeerraum und der Kaukasus (Spalik & Downie 2001).
 

Chaerophyllum byzantinum 

Byzantiner Kälberkropf,
Chaerophyllum byzantinum  
Doldenblütler, Apiaceae

 

Steckbrief:

45−100 cm hohe, verzweigte, weichhaarige Staude mit rundlichen, oft purpurn gefleckten Stängeln. Untere Blätter breit-eiförmig bis dreieckig, 13−40 cm lang, 10−40 cm breit, gefiedert. Blättchen breit-elliptisch, stumpf, ungleichmäßig abgeschnitten oder herzförmig an der Basis, Ränder gekerbt oder scharf gezähnt. Strahlen 10−30, Blüten weiß. Hochblätter 3−7, kahl oder gewimpert, 5−7 mm lang. Frucht linear-länglich, 12−15 mm lang, 1,5−2 mm breit. Blütezeit Juni bis August.
Verwechslungsmöglichkeit: Sehr ähnlich dem heimischen Duft-Kälberkropf, Chaerophyllum aromaticum. Bei diesem sind aber die Blattlappen an der Basis schräg keilförmig und die Lappen der oberen Blätter zugespitzt.
 

Heimat:

Bulgarien, europäische Türkei und Nordanatolien.
 

Nutzung/Ausbreitung:

In ihrer Heimat als Wildgewürz bzw. Wildgemüse genutzt, besonders als Suppengewürz. Wahrscheinlich von türkischen/bulgarischen Auswanderern aus der Heimat mit nach Deutschland genommen und hier aus den Gärten verwildert (vgl. Ludwig 1987).
DEUTSCHLAND:
1980 und 1984 in Werdorf im unteren Dilltal in Hessen (Ludwig 1987, Hemm 2008, Hand & Thieme 2023) und sich etablierend auf Brachland am Rosenweg in Schwerte, in Oberhausen-Styrum und 2022 in der Steinbrinkstraße in Duisburg-Wanheim in Nordrhein-Westfalen (BBV 2017, BBV 2020, BBV 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
U.a. 1989 und 2016 subspontan in Belgien (Verloove 2021).
 

 
Weitere Art:

Chaerophyllum nodosum

Der Knotige Kälberkropf, Chaerophyllum nodosum, auch Blasenstängel genannt, ist im Mittelmeerraum und im weiten Kaukasusgebiet beheimatet. Die nächstgelegenen als autochthon geltenden Vorkommen liegen im ungarischen Mittelgebirgszug (Bartha & al. 2015). Im Gebiet subspontan 1928 auf Schutt in München und unbelegt 1991 in Kelheim in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024) und in Hessen (Hand & Thieme 2023). In Österreich 2024 in den Leitha-Auen bei Bruck an der Leitha im Burgenland (Haberler & Nadler in: Pachschwöll & al. 2025) und 2021 und 2024 nahe des Kahlenberger Friedhofs in Wien (Haberler & Nadler in: Pachschwöll & al. 2025). Subspontan (seit) 1997 auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1982 in der Nähe der Driny-Höhle bei Smolenice in den Kleinen Karpaten der Slowakei (Habeler & Nadler in: Pachschwöll & al. 2025). Subspontan (seit) 1997 auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Quellen

BBV–Bochumer Botanischer Verein (2017): Exkursion: Mittelwestfalen, Apiaceae an verschiedenen Standorten, Teil 2 - https://www.zobodat.at/pdf/Jahrb-Bochumer-Bot-Ver_8_0158-0159.pdf

BBV–Bochumer Botanischer Verein (2020): Byzantiner Kälberkropf - Chaerophyllum byzantinum (Apiaceae) - https://www.botanik-bochum.de/pflanzenbilder/Chaerophyllum_byzantinum.htm

BBV–Bochumer Botanischer Verein (2023): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2022 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 14: 167-231.

Habeler T. & K. Nadler (2025) in: Pachschwöll C., Gilli C. & H. Niklfeld (2025): Floristische Neufunde (509–620) – Neilreichia 15: 127–248.


Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hemm K. (2008): Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Hessens – Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz. 186 S.

Kew (2024): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Ludwig W. (1987) Chaerophyllum byzantinum Boiss. als türkische Nutzpflanze in Werdorf (MTB 5416/21). Hess. Flor. Briefe 36(2): 18.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Spalik K. & Downie S.R. (2001): The utility of morphological characters for inferring phylogeny in Scandiceae subtribe Scandicinae (Apiaceae). Annalen des Missouri Botanical Garden 88: 270-301.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be