Chaenostoma

Schneeflöckchen, Braunwurzgewächs, Scrophulariaceae

Gattung:

Chaenostoma umfasst etwa 46 Arten (Kew 2024), die alle im südlichen Afrika beheimatet sind. Früher wurden die Gattungen Chaenostoma mit etwa 46 Arten, Jamesbrittenia mit etwa 84 Arten und Sutera mit etwa 4 Arten innerhalb Sutera geführt. Nachdem die Gattung so nicht monophyletisch war, wurde sie durch Kornhall & Bremer (2004) auf die drei oben genannten Gattungen aufgespalten.
 

Chaenostoma cordatum

Herzblättriges Schneeflöckchen,
Chaenostoma cordatum
(Syn.: Sutera cordata)
Braunwurzgewächs, Scrophulariaceae

 

Steckbrief:

5–15 cm hohe, dichte Rasen bildende Mehrjährige, die im Gebiet meist einjährig kultiviert wird. Stängel behaart. Blätter gegenständig, eiförmig, gesägt, beidseitig behaart, am Grund oft herzförmig. Blütenkrone weiß oder hell lavendelfarben, fünfzählig, stieltellerförmig, mit schmaler Kronröhre, am Grund gelb. Kelchzähne schmal linealisch. Blütezeit Mai bis Oktober.
 

Name:

Das Synonym ist benannt zu Ehren des Schweizer Botanikers, Arztes und Dichters Johann Rudolf Suter (1766−1827). Suter praktizierte zunächst als Arzt in Zofingen und Bern und war ab 1820 Professor für Griechisch an der Akademie in Bern. Er betätigte sich auch politisch und gehörte einige Jahre dem Helvetischen Großen Rat an, 1802 erschien seine 'Flora Helvetica' (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Südafrika.
 

Nutzung:

Als dauerblühende Ampel- und Blumenkastenpflanze in verschiedenen Sorten wie `Snowflake´ mit weißen Blüten, `Big Ice Blue´ mit hellblauen Blüten oder `Pink Domino´ mit rosa Blüten kultiviert.
 

Ausbreitung:

In Europa erst seit etwa 1985 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Findet sich im heimischen Gartenbau irrigerweise auch als „Bacopa“. Vereinzelt unbeständig verwildert.
DEUTSCHLAND:
2006 in Pflasterfugen in Offenburg in Baden-Württemberg (Amarell 2010), 2002 auf einer Erddeponie bei Schwebheim, 2006 in sandigen Wegen auf einem Friedhof in Bamberg, 2013 am Friedhof Odelzhausen, 2014 in München-Au und 2016 am Hauptbahnhof Aschaffenburg in Bayern (Meierott 2008, Meierott & al. 2024), 2014 in Berlin-Schönefeld (Lauterbach 2015), 2006 in Lohfelden in Hessen (Buttler 2009), in Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2024 sub Sutera), Braunschweig in Niedersachsen (Brandes 2003 sub Sutera), Aachen, Bottrop-Grafenwald, Dortmund, St. Jakob, am Friedhof Lauernsberg-Hand, Köln-Lindenthal und Krefeld-Linn in Nordrhein-Westfalen (Sumser & al. 2015, BBV 2014, BBV 2016, BBV 2020), Leipzig-Leutzsch in Sachsen und auf Helgoland in Schleswig-Holstein (Theisinger & Hebbel 2022 sub Sutera cordata). Der Erstnachweis für Bayern erfolgte 2002 (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
2022 in der Zeltgasse, wenige Meter vor Beginn der Pfeilgasse in Wien im Straßenpflaster (Timaeus 2022).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021) und in Belgien (Verloove 2021).

 

Quellen

Amarell U. (2010): Bemerkenswerte Neophytenfunde aus Baden-Württemberg und Nachbargebieten (2004–2008) - Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland 6: 3–21.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2014): Exkursion: Köln-Lindenthal - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 6: 83–86.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2016): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2016 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 8: 174–189.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2020): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2019 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 11: 222-264.

Brandes D. (2003): Die aktuelle Situation der Neophyten in Braunschweig. — Braunschw. Naturk. Schr. 6: 705–760.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Buttler H.P. (2009): Vermischte Notizen zur Benennung hessischer Pflanzen, Achter Nachtrag zum Namensverzeichnis zur Flora der Farn- und Samenpflanzen Hessens – Botanik und Naturschutz in Hessen 22: 143–163.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

 



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2024): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kornhall P. & B. Bremer (2004): New circumscription of the tribe Limoselleae (Scrophulariaceae) that includes the taxa of the tribe Manuleeae. Botanical Journal of the Linnean Society 146: 453–467.

Lauterbach D. (2015): Bericht über den Floristischen Abend am 10.12.2014 - Verh. Bot. Ver. Berlin Brandenburg 148: 189-191.

Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Sumser H., Falk G., Wieland J., Jagel A. & Bomble W. (2015): Atlas einer zweijährigen Erhebung zur Flora von Köln (2013-2015) - Bund für Umwelt und Naturschutz Köln, 206 S.

Theisinger D. & J. Hebbel (2022): Flora von Helgoland - Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg - NHG_Flora_Helgoland_2022.pdf (nhg-nuernberg.de)

Timaeus L. (2022): Bordstein-Botanik in der Pfeilgasse - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=3667

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be