Cercidiphyllum

Kuchenbaum, Kuchenbaumgewächs, Cercidiphyllaceae

Gattung:

Cercidiphyllum umfasst 2 ostasiatische Arten (Kew 2022). Die Gattung gilt wie Ginkgo und Metasequoia als ein „lebendes Fossil“, also eine sehr alte Gattung. Die zweite Art, C. magnificum, ist auf Japan beschränkt.
 

Cercidiphyllum japonicum  

Kuchenbaum,
Cercidiphyllum japonicum  
Kuchenbaumgewächs, Cercidiphyllaceae

 

Steckbrief:

Bis 12 m hoher, sommergrüner Baum mit an den Langtrieben gegenständigen Blättern. Spreite eiförmig bis rundlich, Basis herzförmig, Blattrand kerbig gesägt, Herbstfärbung gelb bis purpurn. Männliche Blüten in den Blattachseln, mit mehreren langen Staubblättern, weibliche Blüten mit leuchtend roten Narben. Balgfrucht hellgrün, krallenartig gekrümmt. Blütezeit März bis April.
 

Name:

Seinen Namen hat der Kuchenbaum vom Geruch der herbstlichen Blätter vor und nach dem Laubfall bei nasser Witterung. Die Blätter riechen dann nach Lebkuchen, beim Trocknen verlieren sie den Duft.
 

Heimat:

Ostasiatische Art Chinas und Japans.
 

Nutzung:

Als Zierbaum, in mehreren Sorten, alphabetisch von `Amazing Grace´ bis `Westonbirt´. Gängige Sorten sind `Heronswood Globe´ (vor 1993) mit einer kugeligen Krone und prächtiger Laub-Herbstfärbung, `Rotfuchs´ (vor 1992) mit purpurnem Laubaustrieb und `Pendulum´ mit abwärts wachsenden Zweigen. In Japan ist letztere Spielform seit über 300 Jahren bekannt (Bärtels & Schmidt 2014). Die Art ist spätfrostempfindlich und reagiert in Hitzeperioden mit gleichzeitiger Lufttrockenheit auf trockenen Standorten gelegentlich mit Blattabwurf. Die Herbstfärbung des Laubes ist auf sauren Böden wesentlich intensiver (Bruns 2009). Die Früchte sind eine willkommene Winternahrung für Dompfaffen, Erlenzeisige, Buchfinken und Meisen (Bärtels & Schmidt 2014).
 
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1864 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Im Gebiet gelegentlich generativ in der Nähe der Mutterbäume naturverjüngt.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), 2010 am Burgberg Nürnberg in Bayern (Breitfeld & al. 2021), im Botanischen Garten Berlin-Dahlem (Sukopp 2006), Heilmannshofpark Krefeld und mehrfach in Bochum in Nordrhein-Westfalen (BBV 2011, BBV 2016, Jagel 2021, BBV 2024), 2019 in Mauerritzen in Ludwigsburg-Gartenstadt in Rheinland-Pfalz (Mazomeit 2020) und 1909 in Ilvesheim und 1916 bis 1921 in Weimar-Marienhöhe in Thüringen (Zimmermann 1913, Hergt & Diedicke 1921). Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben.
ÖSTERREICH:
2019 in Asphaltfugen in der Nesselthalergasse in der Stadt Salzburg (Eichberger & al. 2021), im Botanischen Garten Graz in der Steiermark (Griebl 2019) und am Rennweg in Wien (Hohla & al. 2019). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2019 (Glaser & al. 2025). Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023).
SCHWEIZ:
In den Kantonen Genf, Luzern, Tessin, Waadt, Wallis und Zürich (Infoflora 2024), wahrscheinlich aber kultivierte Pflanzen, denn unter Status: „Kultivierte Pflanze ohne Tendenz zur Verwilderung“.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012), Belgien (Verloove 2021) und den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2010): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen in Bochum (Nordrhein-Westfalen) und Umgebung im Jahr 2010 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver.2: 144–182.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2011): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen in Bochum (Nordrhein-Westfalen) und Umgebung im Jahr 2011- Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 3: 174–202.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2016): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2016. – Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 8: 174–237.

BBV–Bochumer Botanischer Verein (2024): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2023 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 15: 185-232.


Breitfeld M., Hertel E. & A. Baumann (2021): Flora Adventiva, eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden. 677 S.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Eichberger C., Pflugbeil G. & Wolkersdorfer C. (2021): Floristische und vegetationskundliche Beiträge aus Salzburg, XXII. – Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 160/161: 441–485.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
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Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


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Hergt B.J.E. & H. Diedicke (1917): Bericht über die Herbsthauptversammlung in Weimar am 6. Oktober 1918 – Mitteilungen des Thüringer Botanischen Vereins 35: 2-12.

Hohla M., Kellerer S. & Király G. (2019): Carex morrowii, Heuchera micrantha, Oxalis tetraphylla, Persicaria weyrichii und Phlomis russeliana neu für Österreich sowie weitere Beiträge zur Adventivflora – Stapfia 111: 97-110.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

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Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

MAZOMEIT J. (2020): Ein ungewöhnlicher Wuchsort für einen Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum). – POLLICHIA-Kurier 37(3): 9–10.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol, Band 16.

Pilsl P. (2019): Cercidiphyllum japonicum - wohl neu für Österreichs Adventivflora http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=1442

Sukopp H. (2006): Botanische Gärten und die Berliner Flora – Willdenowia 36: 115-125.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.