Cephalotaxus

Kopfeibe, Kopfeibengewächs, Cephalotaxaceae

Gattung:

Cephalotaxus umfasst etwa 8 asiatische Arten (Kew 2022) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südost-China.
 

Cephalotaxus harringtonia

Japanische Kopfeibe,
Cephalotaxus harringtonia  
Kopfeibengewächs, Cephalotaxaceae

 

Steckbrief:

Bis 6 m hoher, immergrüner, zweihäusiger Baum oder Strauch mit grauer, sich in Längsstreifen schälender Borke und eibenartigen, bis 3 cm langen und 2−3 mm breiten Nadeln. Die Blüten sind unscheinbar, männliche Blüten in kugeligen Köpfchen mit wenigen Staubblättern achselständig, weibliche Blüten an der Basis der letztjährigen Sprosse. Früchte länglich-eiförmig, 2−3 cm lang, anfänglich grün, später purpurbraun, reifen im Jahr nach der Blüte. Blütezeit März bis April.
Verwechslungsmöglichkeit: Deutliche Unterscheidungsmerkmale zur Eibe, Taxus, sind bei den Nadeln die auf der Unterseite auffälligen blau- bis grauweißen Spaltöffnungsbänder. Die Früchte der Kopfeibe erinnern in Größe und Form entfernt an Oliven. Sie werden 2−3 cm lang und bis zu 1,5 cm breit und reifen im Oktober. Mit zunehmender Reife geht die grüne Färbung in ein Purpurbraun über. Die Eibe bringt dagegen nur bis zu 1 cm im Durchmesser große, leuchtend rote Früchte hervor. Die Kopfeibe ist nicht giftig, während die Eibe in fast allen Teilen sehr giftig ist.
 

Name:

Benannt nach Charles Stanhope, 4. Earl of Harrington (1780−1851), der die Pflanze als einer der Ersten in Europa kultivierte.
 

Heimat:

Japan, Ostchina und Korea.
 

Nutzung:

Als Zierpflanze in mehreren Sorten wie `Fastigiata´ (1861) mit breit säulenförmigem Wuchs und spiralig angeordneten Nadeln oder `Prostrata´ (vor 1920) mit flach ausgebreitetem Wuchs.
 

Ausbreitung:

Cephalotaxus harringtonia war die erste Art der Gattung, die von westlichen Pflanzensammlern beschrieben wurde. Sie wurde 1829 vom deutschen Naturforscher Philipp Franz von Siebold (1796−1866) nach Belgien gebracht und ist die am häufigsten kultivierte Kopfeiben-Art.
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
2010 an der Amundsenstraße im 17. Wiener Gemeindebezirk in einer Jungpflanze gefunden (Vitek & al. 2021).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Italien (Galasso & al. 2024) und seit 1862 in Australien (Seebens & al. 2017).

 

Quellen

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297-340.
 



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Vitek E., W. Adler & A. Mrkvicka (2021): Neues von der Flora Wiens – Neilreichia 12: 219-290.