Catalpa

Trompetenbaum, Trompetenrankengewächs, Bignoniaceae

Gattung:

Catalpa umfasst, inklusive Macrocatalpa, etwa 8 Arten (Kew 2022), die in Ostasien, Nordamerika und den Westindischen Inseln beheimatet sind. Fünf Arten und eine Hybride werden in Europa als Zierbäume kultiviert (Roloff & Bärtels 2006)
 

Catalpa bignonioides  

Echter Trompetenbaum,
Catalpa bignonioides  
Trompetenrankengewächs, Bignoniaceae

 

Steckbrief:

Bis 15 m hoher und 10 m breiter Baum mit längsrissiger, hell graubrauner Rinde. Blätter groß, gerieben unangenehm riechend, mit 15–30 cm langer, herzförmiger, frischgrüner Spreite. Blüten in aufrechten, vielblütigen Rispen. Einzelblüten glockenförmig, weiß, 3–4 cm lang, innen mit 2 gelben Streifen und purpurnen Flecken. Früchte bis zu 35 cm lange, schmale Kapseln, im Ø 0,5−1 cm breit. Blütezeit Juni bis Anfang Juli.
Verwechslungsmöglichkeit: Der Kleinblütige Trompetenbaum, Catalpa ovata, unterscheidet sich u.a. durch nur 1,5–2 cm lange Blüten, 3–5-lappige Blätter und Früchte, die nur ca. 0,5 cm im Ø haben. Der Prächtige Trompetenbaum, Catalpa speciosa, hat lang zugespitzte Blattspreiten, die beim Zerreiben nicht unangenehm riechen und eine Blütezeit 2−3 Wochen vor C. bignonioides
 

Nutzung:

Ziergehölz, Bienenweide. In wenigen Sorten wie `Aurea´ (vor 1877) mit gelbem Laubaustrieb, `Nana´ (um 1850) mit kugelförmiger Krone und meist hochstämmig veredelt und `Variegata´ mit weiß oder cremegelb gefleckten Blättern (Bärtels & Schmidt 2014). Die Art ist industriehart, stadtklimafest und verträgt kurzzeitige Überflutungen (Bruns 2009).
 

Ausbreitung:

1726 durch den englischen Naturforscher Mark Catesby (1683−1749) aus seiner nordamerikanischen Heimat nach Europa gebracht (Hillier 1981). Gegenwärtig häufig als Zierbaum genutzt, vor allem als Straßenbaum im städtischen Bereich und vielfach verwildert.
 
DEUTSCHLAND:
Aus den meisten Bundesländern subspontan bekannt, lokal auch in Einbürgerung begriffen, wie etwa auf Bahngelände in Schweinfurt in Bayern (FloraWeb 2013, Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH:
U.a. in Klagenfurt in der Grinzkeygasse und am Viktringer Ring in Kärnten, am Ufer der Schwechat in Schwechat und 2019 am Ufer der Schwechat bei Tribuswinkel in Niederösterreich (Stöhr & al. 2007, Sauberer & al. 2020), am Ostufer des Traunsees bei Gmunden, Ort im Innkreis und Hafen Linz in Oberösterreich (Hohla 2015), in der Stadt Salzburg am Mirabellplatz, in der Augustinergasse, Schallmooser Hauptstraße und in der Maxglaner Hauptstraße (Pilsl & al. 2008, Pilsl & Pflugbeil 2012), mehrfach im Grazer Stadtgebiet, so in Eggenberg, St. Leonhard und Andritz, im Murtal bei Frohnleiten und Loipersdorf in der Steiermark (Essl 2008, Leonhartsberger 2015, Eigenfund Griebl 2022), Innsbruck-Hötting in Nordtirol (Pagitz & Lechner-Pagitz 2004), Osttirol (Pagitz & al. 2023) und am Südufer des Donaukanals, am Laaer Berg und am Ufer des Liesingbaches in Wien (Stöhr & al. 2007). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1998 (Glaser & al. 2025). Die Art wird zwar in Walter & al. (2002) und Fischer & al. (2008) für das Burgenland genannt, konkrete Funddaten fehlen aber (Gilli & al. 2022). Auch in Glaser & al. (2025) wird die Art für das Burgenland als fraglich geführt. In Südtirol u.a. bei Meran und Branzoll (Wilhalm & al. 2002).
SCHWEIZ:
Mehrfach, so in den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, St. Gallen, Tessin, Waadt, Wallis, Zug (Infoflora 2024) und 1998 in der Sumatrastraße in Zürich (Landolt 2001, Wohlgemuth & al. 2020).

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1999 in Belgien (Verloove 2021), in Italien (Galasso & al. 2024), Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1958 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).

 
Weitere Arten:

Catalpa ovata

Der aus China stammende Kleinblütige Trompetenbaum, Catalpa ovata, wird in seiner ursprünglichen Heimat bereits seit fast zweitausend Jahren als Bau- und Instrumentenholz genutzt. 1848 kam er erstmals nach Europa (Knees 2000).
Er wird selten kultiviert und tritt gelegentlich subspontan auf, so am Hauptbahnhof, am Cannstatter Wasen und Hohenheim in Stuttgart und in Karlsruhe in Baden-Württemberg (Böcker & al. 2017, Hassler 2021), 2016 bei Oberhaid, 2012 in Würzburg und 2023 am Gehsteigrand in Ruhstorf an der Rott in Bayern (Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024), in Berlin (Seitz & al. 2012), 2008 in Neu-Isenburg und Frankfurt in Hessen (Gregor 2009, Buttler 2009, Gregor & Kasperek 2021), Köln und Leverkusen in Nordrhein-Westfalen (Sumser & al. 2015, Adolphi 2004) und Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Mazomeit 2005). In Österreich 2020 in Greuth bei Völkermarkt in Kärnten (Hohla & Király in: Gilli & al. 2021), 2006 in Langenlois in Niederösterreich (Stöhr & al. 2007), 2022 in den Windischen Bühel bei Leibnitz in der Steiermark (Hohla in: Pachschwöll & al. 2025) und am Albener Hafen in Wien (Stöhr & al. 2007). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2006 (Glaser & al. 2025). In Glaser & al. (2025) wird die Art ohne nähere Infos auch für die Steiermark angegeben. Eine ehemalige Nennung für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023). In der Schweiz in der Umgebung von Basel (Brodtbeck & al. 1999)
Subspontan u.a. auch in Ungarn (Wirth & al. 2020), in Italien (Galasso & al. 2024), seit 2008 in Belgien (Verloove 2021) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Catalpa speciosa

Aus dem östlichen Nordamerika stammt der Prächtige Trompetenbaum, Catalpa speciosa, der in Europa seit 1880 gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014) und vor allem als Parkbaum angepflanzt wird. Neben der typischen Form auch in den Sorten `Albovariegata´ (vor 1894) mit unregelmäßig gelblichweiß gefleckten Blättern und `Pulverulenta´ (1908) mit fein gelblichweiß gesprenkelten Blättern (Bärtels & Schmidt 2014)
Selten findet sich die Art im Gebiet subspontan, so in Niedersachsen (Hand & Thieme 2023), Sachsen-Anhalt (Hand & Thieme 2023) und in Förrlibuck, Nürenbergstraße und Glattbrugg in Zürich (Landolt 2001)
Subspontan u.a. auch in Italien (Galasso & al. 2024).
 

Quellen

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