Castilleja

Castilleje, Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae

Gattung:

Castilleja umfasst etwa 216 Arten (Kew 2025) in Amerika und Nord- und Zentralasien mit Mannigfaltigkeitszentrum in Nordamerika.
 

Castilleja miniata

Kleine Castilleje, Kleiner Präriepinsel
Castilleja miniata
Sommerwurzgewächs, Orobanchaceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, halbschmarotzende Staude mit lanzettlichen, 3−5 cm langen, spitzen Blättern und Blütenständen mit orangeroten bis blassorangen Hochblättern. Blüten röhrenförmig, gelbgrün, rot umrandet. Blütezeit Juni bis August.
 

Name:

Die Gattung ist zu Ehren des spanischen Botanikers und Arztes Domingo Castillejo (1744−1786) benannt. Aufgrund seiner Korrespondenz mit dem Botanischen Garten Madrid erhielt Castillejo zahlreiche Pflanzen aus der Neuen Welt, welche er kultivierte und an Gärtnereien und Botanische Gärten weitergab.
 

Heimat:

In drei Unterarten (subsp. miniata, subsp. dixonii und subsp. elata) in Nordamerika von Alaska bis Nordwest-Mexiko.
 

Nutzung:

Keine. Sehr selten im Samenhandel vorhanden, muss dann als Halbschmarotzer aber zusammen mit Wirtspflanzen wie Moskitogras oder Bartfaden ausgesät werden.
 

Ausbreitung:

Im Gebiet wahrscheinlich auf Populus ×canadensis bzw. Populus tremula schmarotzend (Krumbiegel & Weiss 2024).
DEUTSCHLAND:
Die Art wurde in Deutschland angesalbt. V. Weiss sammelte 2004 Samen der Pflanze im Clearwater Valley in British Columbia und säte diese an mehreren Stellen um Leipzig, so am Hauptbahnhof Leizpig und in Tagebauen in Sachsen und Sachsen-Anhalt aus (Weiss 2026). An einigen Stellen konnte sich der Halbschmarotzer etablieren, so seit 2013 am Rand des Braunkohlentagebaus Profen in Sachsen-Anhalt (Krumbiegel & Weiss 2024).
Die Art wird in dieser Arbeit nicht als Neophyt bzw. Adventive akzeptiert, weil es sich um Ansalbungen handelt.

ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Kew (2025): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science
 



Krumbiegel A. & V. Weiss (2024): Castilleja miniata Douglas ex Hooker als Neophyt am Rande eines Braunkohlentagebaus im Süden Sachsen-Anhalts – Mitt. zur flor. Kartierung in Sachsen-Anhalt 29: 9−17.

Weiss V. (2026): Neo-Neophyten und ihre Einnischung – Kindle Direct Publishing, Leipzig, 491 S.