Calceolaria

Pantoffelblume, Pantoffelblumengewächs, Calceolariaceae

Gattung:

Calceolaria umfasst etwa 270 amerikanische Arten (Kew 2022) von Mexiko bis Feuerland. Mannigfaltigkeitszentren sind Peru und Ecuador.
 

Calceolaria pinnata 

Fiederblättrige Pantoffelblume,
Calceolaria pinnata  
Pantoffelblumengewächs, Calceolariaceae

 

Steckbrief:

20−50 cm hohe Einjährige mit gegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern und buchtig gezähnten Teilblättern. Blüten hellgelb, pantoffelförmig. Blütezeit in Kultur Juni bis August.
 

Heimat:

Anden Perus und Nordchiles.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Unbeständig 1893 in Nymphenburg und ehemals Zentbechhofen in Bayern (Vollmann 1914, Meierott & al. 2024), Husum in Schleswig-Holstein (Höck 1902, Hand & Thieme 2023) und in Thüringen (Haussknecht 1892, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
Angegeben ehemals bei Frohnleiten in der Steiermark (Walter & al. 2002) und ehemals Völs, Innsbruck und Langkampfen in Nordtirol (Forstner 1973). Laut aktueller Neophytenliste für Österreich (Glaser & al. 2025) wurde das Taxon wahrscheinlich fälschlicherweise für Österreich erfasst. Andererseits wird sie in der aktuellen „Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols“ (Pagitz & al. 2023) für Nordtirol angegeben.
SCHWEIZ: ---
 

 
Weitere Arten:

Calceolaria integrifolia

Die Garten-Pantoffelblume, Calceolaria integrifolia, ist im zentralen und südlichen Chile beheimatet und wird in Mitteleuropa seit langer Zeit als Zierpflanze in Sorten wie `Brigra Gelb´ oder `Saalegold´ gezogen. Obwohl mehrjährig, wird die Art als Beet- und Balkonpflanze meist einjährig kultiviert. 
Subspontan konnte sie im Gebiet 1902 in Fischenthal im Kanton Zürich gefunden werden (Wohlgemuth & al. 2020 sub C. scabiosaefolia).
 

Calceolaria tripartita

Von Mexiko bis Argentinien ist die Dreiteilige Pantoffelblume, Calceolaria tripartita (inkl. C. chelidonioides und C. gracilis), beheimatet. Sie ist in Europa seit 1822 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
Subspontan im Gebiet 1906 im Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910, Zimmermann 1910, Hand & Thieme 2023), ehemals in München-Untersendling und 1940 und 1941 am Chiemsee in Bayern (Vollmann 1914 sub C. chelidonioides, Meierott & al. 2024), 1927 in der Moltkestraße in Hamburg-Altona (Christiansen 1928, Hand & Thieme 2024), 1904 an der Gartenmauer der Villa Endres am Mönchsberg in Salzburg als Gartenflüchtling (Pilsl & al. 2008) und 1969 am Friedhof Hieflau in der Steiermark subspontan gefunden. Letzterer Fund wurde anfänglich irrtümlich zu C. pinnata gestellt (Forstner 1973, Walter & al. 2002). Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021) und seit 1958 in Neuseeland (NZPCN 2021).
 

Quellen

Christiansen D.N. (1928): Die Adventiv- und Ruderalflora der Altoner Kiesgruben und Schuttplätze – Schriften der Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 18(2): 350-462.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Forstner W. (1973): Die verwilderte Pantoffelblume. Natur und Land 59/6: 156–157.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Haussknecht K. (1892): Bericht der Commission für die Flora von Deutschland 1891. VII. Hercynisches Gebiet – Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft 10: 81-85.

Höck F. (1902): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VII. Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 12: 211-234.

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

NZPCN (2021): New Zealand Plant Conservation Network - Calceolaria tripartita • New Zealand Plant Conservation Network (nzpcn.org.nz)

Pilsl P., Schröck C., Kaiser R., Gewolf S., Nowotny G. & Stöhr O. (2008): Neophytenflora der Stadt Salzburg (Österreich). – Sauteria 17: 1–596. [sehr ausführlich und genau]

Süssenguth K. (1945): Einige Neufunde von Blütenpflanzen im rechtsrheinischen Bayern – Ber.Bay.Bot.Ges.Erforschung-Flora 26: 80-84.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11-171.