Browallia

Browallie, Nachtschattengewächs, Solanaceae

Gattung:

Browallia umfasst 7 (Plantlist 2022) bis 24 (Kew 2022) amerikanische Arten.
 

Browallia americana 

Jamaikanische Browallie,
Browallia americana  
Nachtschattengewächs, Solanaceae

 

Steckbrief:

30−60 cm hohe, krautige Mehrjährige, die meist einjährig kultiviert wird, mit bis zu 5 cm langen, eiförmigen, zugespitzten Blättern und zweiseitig-symmetrischen, lilablauen Blüten mit gelber Mitte. Blüten im Durchmesser 10−15 mm mit ebenso langer, behaarter Kronröhre. Blütezeit Juni bis September.
 
 

Name:

Der Gattungsname ehrt den schwedischen Naturwissenschaftler und Geistlichen Johan Browall (1707−1755). Browall war zunächst Hauslehrer und Pfarrer in Falun und lernte dort Linné kennen. Er war von 1737−1746 Professor für Physik und Botanik im damals schwedischen Åbo (heute Turku/Finnland), ab 1746 Bischof in Åbo, unternahm viele botanische Exkursionen und schrieb botanische sowie physikalische und chemische Abhandlungen. Browall verteidigte Linné 1739 in seiner Schrift 'Examen epicriseos' gegen die Angriffe von Johann Georg Siegesbeck auf Linnés Sexualsystem. Linné benannte für den zunächst befreundeten Browall eine von Philipp Miller nach Samuel Dale benannte Pflanzengattung Dalea in Browallia um. Aber es folgte ein Zerwürfnis, als sich herausstellte, dass Browall während Linnés Abwesenheit in den Niederlanden im Winter 1737/38 dessen Verlobter Sara Lisa den Hof machte. So war dann in 'Curtis's Botanical Magazine' zu lesen, dass Linné die 'Browallia elata' (= gross) für ihre Freundschaft benannte, während 'Browallia demissa' (= schwach) für ihr Ende stand. Und der Name der damals bekannten dritten Art 'Browallia alienata' soll außer auf die befremdlichen Eigenschaften der Pflanze auch auf das Zerwürfnis der beiden Personen hinweisen (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Zentrales Mexiko bis nördliches Südamerika.
 

Nutzung:

Als Zierpflanze, vor allem als Zimmerpflanze oder für Freilandgefäße im Halbschatten. In wenigen Sorten, so etwa `Blue Lady´ oder `Sky Blue´.
 

Ausbreitung:

In Europa seit der erste Hälfte des 18. Jahrhunderts in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Ehemals adventiv für Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Höck 1903) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Höck F. (1903): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VIII - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 15: 387-407.



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Plant List (2022): The Plant List: a working list of all plant species. Version 1.1. London, UK: Royal Botanic Gardens, Kew. http://www.theplantlist.org