Blumenbachia

Blumenbachie, Blumennesselgewächs, Loasaceae

Gattung:

Blumenbachia umfasst etwa 11 südamerikanische Arten (Kew 2022).
 

Blumenbachia insignis

Schöngezeichnete Blumenbachie,
Blumenbachia insignis  
Blumennesselgewächs, Loasaceae

 

Steckbrief:

Einjährige, niederliegende bis aufsteigende, lang behaarte, mit Brennhaaren versehene Kletterpflanze mit bis 60 cm hohen bzw. langen Trieben. Blätter dunkelgrün, gefiedert, spärlich aber lang behaart. Blütenkrone weiß mit gelb-rot gefärbten Nektarschuppen, im Durchmesser 2−2,5 cm. Kelchblätter lanzettlich, ganzrandig, spitz. Frucht groß, lang behaart, eiförmig bis rund, schneckenförmig strukturiert. Blütezeit Juli bis August.
Verwechslungsmöglichkeit: Blumenbachia hieronymi ist sehr ähnlich, hat aber gelappte statt gefiederte Blätter und eiförmig-lanzettliche, stumpfe Kelchblätter.
 

 

Name:

Zu Ehren des deutschen Naturwissenschaftlers und Arztes Johann Friedrich Blumenbach (1752−1840) benannt. Blumenbach schrieb zu Zoologie, Physiologie, Geschichte der Medizin und zur vergleichenden Anatomie, sein besonderes Interesse galt aber der Anthropologie. Er war ein bedeutender Kritiker des damaligen Glaubens an die Urzeugung und Präformation. Zu seinen Schülern gehörte u.a. Alexander von Humboldt, zu seinen Freunden Johann Wolfgang von Goethe (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Argentinien, Uruguay, Südbrasilien.
 

Nutzung:

Selten als Zierpflanze für Einjährigenbeete.
 

Anmerkung:

Forscher der Universität Bonn haben entdeckt, dass Kalziumphosphat zur mechanischen Stabilisierung auch in höheren Pflanzen vorkommt, nämlich bei den Blumennesselgewächsen wie der Blumenbachia insignis. Im Tierreich ist Kalziumphosphat weit verbreitet. Aus dem sehr harten Mineral bestehen etwa Knochen und Zähne. Die Blumennesseln schützen sich damit vor Fressfeinden. Berührt deren Zunge die Brennhaare der Blumennesseln, dann brechen die Spitzen ab und ein schmerzhaftes Gebräu ergießt sich in das Maul (Weigend 2016).
 

Ausbreitung:

Seit dem 19. Jahrhundert in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
1909 auf Schutt bei Speyer in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1910, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in Belgien (Cabi 2024).

 
Weitere Art:

Blumenbachia hieronymi

Im nördlichen Argentinien ist die Hieronymus-Blumenbachie, Blumenbachia hieronymi, beheimatet. 
Sie wird selten in Blumenbeeten kultiviert und wird für 2005 auf einem Erdhaufen im Botanischen Garten Bayreuth in Bayern (Breitfeld & al. 2021) und 1896 für die Dampfmühle Wandsbek in Hamburg (Junge 1915) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt, auch nicht in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
 

Quellen

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

CABI (2024): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Junge P. (1915): Einige bei Hamburg beobachtete Fremdpflanzen – Allgemeine Botanische Zeitschrift 21: 130-132.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Weigend M. (2016): An Blumennesselgewächsen entdecken Forscher der Uni Bonn „zahnartige“ Strukturen, die der Abwehr dienen – Universität Bonn Pflanzen „beißen“ zurück — Universität Bonn (uni-bonn.de)

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11-171.