Begonia

Begonie, Begoniengewächs, Begoniaceae

Gattung:

Begonia gehört mit etwa 1992 Arten (Kew 2022) zu den artenreichsten Gattungen im Pflanzenreich. Besiedelt werden vor allem die Tropen und Subtropen mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südamerika. Zahlreiche Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen genutzt.
 

Begonia ×semperflorens

Eis-Begonie,
Begonia ×semperflorens-Cultorum-Gruppe
(Syn.: B. cucullata, Begonia-Semperflorens-Hybriden)  
Begoniengewächs, Begoniaceae

 

Steckbrief:

Bis 30 cm hohe, krautige Mehrjährige, die im Gebiet meist einjährig kultiviert wird. Blätter fleischig, rundlich bis eiförmig, asymmetrisch, grün bis braunrot, am Rand gezähnt. Blüten rot, rosa oder weiß mit gelber Blütenmitte. Blütezeit Juni bis Oktober.
 

Name:

Benannt zu Ehren des französischen Botanikers und Marineoffiziers Michel Bégon (1638−1710). Bégon war außerdem Jurist, sein Vater hatte eine hohe Position am Hofe inne, so dass der junge Michel nicht nur in der reichhaltigen väterlichen Bibliothek stöbern konnte, sondern auch zu anderen Bibliotheken und Sammlungen Zugang hatte. Er hatte dann selbst hohe Ämter inne, vor allem bei der Marine in Toulon, Marseille und Rochefort, war Richter, Schatzmeister und Generalkommissar und Intendant der französischen Inseln in der Karibik (Martinique, Guadeloupe, St. Christophe und Saint-Domingue, das heutige Haiti). Bégon sammelte Bücher, Antiquitäten, Kuriosa und Pflanzen, korrespondierte mit vielen Gelehrten und förderte die Naturwissenschaften (Burkhardt 2018).
 

Nutzung:

Zierpflanze für Blumenrabatten. In zahlreichen Sorten, so `Derby´, `Lotto´, `Whisky´ und `Juwel´. Die an sich mehrjährige Pflanze wird in Mitteleuropa durchwegs einjährig kultiviert.
 

Heimat/Ausbreitung:

Kulturhybride aus den südamerikanischen Ausgangssippen B. cucullata var. hookeri und B. schmidtiana unter Einschluss von Begonia fuchsioides, B. gracilis und B. minor (Jäger & al. 2008). Die züchterische Entwicklung von Begonia ×semperflorens-Cultorum begann 1881 (Jäger & al. 2008), in Deutschland 1894, als die erste Hybridsorte aus Begonia cucullata und Begonia schmidtiana entstand. Um die Jahrhundertwende wurde dann die erste polyploide Sorte gezüchtet. An der Entstehung der Eisbegonien sind mindestens 5 verschiedenen Begonien-Arten beteiligt (Pounders & al. 2015).
DEUTSCHLAND:
Vorübergehend in Berlin, so am St. Thomas Kirchhof, am Friedhof Grunewald und am Kirchhof Hermannstraße (Graf 1986, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
Unbeständig und vorübergehend in Pflasterspalten in Emmersdorf in Niederösterreich (Stöhr & al. 2007), 2008 am Friedhof Attersee in Oberösterreich (Hohla & al. 2009, Glaser & al. 2025) und im Augarten und in Breitenlee in Wien (Forstner & Hübl 1971, Fischer & al. 2008, Glaser & al. 2025). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1971 (Forstner & Hübl 1971, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. in Belgien (Verloove 2021) und in Italien (Galasso & al. 2024).

 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

Fischer M. A., Oswald K. & Adler W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol; 3., verb. Aufl. der „Exkursionsflora von Österreich“ (1994). – Linz: OÖ Landesmuseum; 1392 S.

Forstner W. & E. Hübl (1971): Ruderal-, Segetal-und Adventivflora von Wien – Verlag Notring, Wien.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

 



Graf A. (1986): Flora und Vegetation der Friedhöfe in Berlin (West) – Verhandlungen des Berliner Botanischen Vereins 5. 210 Seiten.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hohla M., Stöhr O., Brandstätter G., Danner J., Diewald W., Essl F., Fiederer H., Grims F., Höglinger F., Kleesadl G., Kraml A.G., Lenglachner F., Lugmair A., Nadler K., Niklfeld H., Schmalzer A., Schratt-Ehrendorfer L., Schröck C., Strauch M. & Wittmann H. (2009): Katalog und Rote Liste der Gefäßpflanzen Oberösterreichs. – Stapfia 91: 1–324.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Pounders C. T., Sakhanokho H. F. & Nyochembeng L. M. (2015): Begonia ×semperflorens FB08-59 und FB08-163 Clonal Germplasma - HortScience 50(1): 145–146.

Stöhr O., Pilsl P., Essl F., Hohla M. & Schröck C. (2007): Beiträge zur Flora von Österreich, II – Linzer biol. Beitr. 39/1: 155–292.

Verloove V. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be