Aucuba

Aukube, Becherkätzchengewächs, Garryaceae

Gattung:

Aucuba umfasst etwa 10 Arten (Kew 2022), die im Himalaya und in Ostasien beheimatet sind. Mannigfaltigkeitszentrum ist China.
 

Aucuba japonica 

Japanische Aukube,
Aucuba japonica 
Becherkätzchengewächs, Garryaceae

 

Steckbrief:

50–300 cm hoher, immergrüner, zweihäusiger Strauch mit gegenständig angeordneten Blättern. Diese ca. 2 cm lang gestielt, Blattspreiten 5–20 cm lang, elliptisch, zugespitzt, ganzrandig oder gesägt, bei manchen Sorten beiderseits gelb gefleckt. Blüten klein, braunrot bis purpurn, vierzählig, männliche Blüten mit 4 gelben Staubbeuteln. Frucht eine leuchtendrote, längliche, etwa 2 cm lange Beere. Blütezeit April bis Mai.      
 

Nutzung:  

Zierpflanze, vor allem in der Form `Variegata´ mit gelb gefleckten Blättern, aber auch in mehreren anderen Sorten, so `Crotonifolia´, eine weibliche Auslese mit größeren Blättern, `Dentata´ mit gezähnten, dunkelgrünen Blättern, `Fukurin´ mit gelbrandigen Blättern, `Hillieri´ mit stark glänzenden Blättern, `Longifolia´ reich fruchtend mit lanzettlichen Blättern, `Picturata´ eine männliche Sorte mit einem gelben Fleck in der Blattmitte und `Rozannie´ als besonders reichfruchtige Form.
 

Ausbreitung: 

Ostasiatische Art, 1856 durch Philipp Franz von Siebold nach Europa gekommen und hier züchterisch bearbeitet. Die Pflanze wurde vor allem als Zierde in den Fenstern von Fleischerläden genutzt (Hegi 1975), was ihr den Namen „Fleischerpalme“ einbrachte. Im Gebiet anfänglich nur als Zimmerpflanze gezogen wird die Aukube in wärmebegünstigten Landstrichen mittlerweile auch ganzjährig im Freien kultiviert. Subspontan ist sie im Gebiet seit dem Jahr 2002 bekannt, auffallend dabei die Häufung an Vorkommen im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Vermehrung erfolgt sowohl generativ als auch vegetativ (Hetzel & Gausmann 2010).
DEUTSCHLAND:
Vor allem in Nordrhein-Westfalen, so etwa in Leverkusen, Köln, Bonn, Bochum-Dahlhausen, Bo-Ehrenfeld, Bo-Weitmar, Bo-Linden, Jägerstraße in Herten, Bonn-Auerberg, Herne-Eickel, Herne-Wanne, im Nathebachtal in Dortmund-Aplerbeck und 2021 am Hauptfriedhof in Gelsenkirchen-Buer (Schmitz & al. 2003, Sumser & al. 2015, Fuchs & al. 2006, BBV 2008, BBV 2010, BBV 2011, BBV 2012, BBV 2015, BBV 2017, BBV 2022). Weiters in Konstanz und 2017 im Käfertaler Wald bei Mannheim in Baden-Württemberg (Junghans 2017), München-Warnberg in Bayern (Breitfeld & al. 2021), 2009 im Biegwald in Frankfurt am Main in Hessen (Gregor & al. 2012) und Horstedt in Niedersachsen (Feder in Breitfeld & al. 2021).
ÖSTERREICH:
Niederham bei Aspach in Oberösterreich (Hohla 2016), 2023 in der Grünfläche am Götschenweg beim Leopolskroner Teich in Salzburg (pers. Mitt. von Peter Pilsl am 8. Okt. 2025), am Eingang zum Badlgraben nördlich von Graz in der Steiermark um 2016 wahrscheinlich durch Gartenaushub mehrere Jahre vorhanden, mittlerweile verschwunden (Eigenfund Griebl 2016) und 2004 in der Martinstraße im 18. Wiener Gemeindebezirk (Essl 2005). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2004 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: 
Besonders um den Genfer See und im südlichen Tessin, sonst ganz vereinzelt wie in der Stadt Zürich 1873 und 1876 beim Alten Botanischen Garten, 1950 beim Rathaus Zürich, am Wehrenbachtobel und 1998 in der Sumatrastraße (Landolt 2001, Wohlgemuth & al. 2020, Infoflora 2023).
ANDERE LÄNDER:
U.a. seit 1997 subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).

 

Quellen

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2010): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen in Bochum (Nordrhein-Westfalen) und Umgebung im Jahr 2010 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver.2: 144–182.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2011): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen im Bochum-Herner Raum (Nordrhein-Westfalen) in den Jahren 2007 und 2008 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver.2: 128–143.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2012): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen in Bochum (Nordrhein-Westfalen) und Umgebung im Jahr 2011- Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 3: 174–202.

BBV - Bochumer Botanischer Verein (2015): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2015 – Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 7: 115–141.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2017): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2017 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 9: 115–161.

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2022): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2021 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 13: 131–190.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Essl F. (2005): Bemerkenswerte floristische Funde aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark, Teil II; Linzer biol. Beiträge 37/2: 1207-1230.

Fuchs R., Hetzel I., Loos G. H. & Keil P. (2006): Verwilderte Zier- und Nutzgehölze in Wäldern des Ruhrgebietes – AFZ-Der Wald 12: 622–625.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

 



Gregor T., Hodvina S., Barth U., Bönsel D., Feuring C. & Übeler M. (2012):  Weiterführung der hessischen Florenliste -  Botanik und Naturschutz in Hessen 24, 71–105.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 679−1584.

Hetzel I. & Gausmann P. (2010): Vorkommen von Aucuba japonica Thunb. (Japanische Aukube) in Wäldern des mittleren Ruhrgebietes - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 2: 52-55

Hohla M. (2016): Zobodat-Herbarbelege – http://www.zobodat.at/belege.php?id=100457185

Infoflora (2023): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Junghans T. (2017):  Erster Nachweis des Breitblättrigen Starndflieders, Limonium latifolium, in Baden-Württemberg und weitere bemerkenswerte Pflanzenfunde im Raum Mannheim – Mitteilungen des badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz 23 (1/2): 85-104, 213-232.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Landolt E. (2001): Flora der Stadt Zürich (1984–1998) Band 2 – Springer Verlag Basel. 706 S.

Schmitz G., Kasparek G., Adolphi K. 2003: Aucuba japonica THUNB. ex. MURR. (Cornaceae) auf dem Weg der Naturalisation? − Flor. Rundbr. 37(1-2): 5−9.

Sumser H., Falk G., Wieland J., Jagel A. & Bomble W. (2015): Atlas einer zweijährigen Erhebung zur Flora von Köln (2013-2015) - Bund für Umwelt und Naturschutz Köln, 206 S.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.