Asphodelus

Affodill, Grasbaumgewächs, Xanthorrhoeaceae

Gattung:

Asphodelus umfasst etwa 18 Arten (Kew 2022) in Südeuropa, Nordafrika, Südwest- und Südasien. Mannigfaltigkeitsgebiet ist das westliche Mittelmeergebiet.
 

Asphodelus fistulosus agg. 

Röhriger Affodill,
Asphodelus fistulosus agg. (inkl. A. tenuifolius)  
Grasbaumgewächs, Xanthorrhoeaceae

 

Steckbrief:

15−60 cm hohe Einjährige mit röhrenförmigen, schmalen, rosettig angeordneten, aufrechten, blaugrünen, einwärts gebogenen Grundblättern und einfachen oder weniggabeligen Blütenständen. Perigonblätter schmal-eiförmig, weiß, mit orangebraunem Mittelnerv, sechszählig, 8−16 mm lang. Früchte eiförmig, 5−7 mm lang, Kapsel dreifächerig. Blütezeit April bis Juni.
 
Anmerkung: Nachdem A. tenuifolius von Richter 1890 ursprünglich als Unterart zu A. fistulosus beschrieben wurde, ist oft nicht klar, um welche Art es sich bei den als A. fistulosus bzw. A. tenuifolius gemeldeten alten Funden handelt. Aus diesem Grund werden die Fundmeldungen beider Arten hier unter der 1753 zuerst beschriebenen A. fistulosus zusammengefasst.
 

Heimat:

Im weiten Mittelmeergebiet von den Kanarischen Inseln bis zur Arabischen Halbinsel. A. tenuifolius besitzt ein größeres Verbreitungsgebiet, welches östlich bis Indien reicht. Die Art ist vielerorts ein gefürchtetes Unkraut, vor allem in Kichererbsen-Äckern.
 

Nutzung:

Keine. Knollen und Samen werden in ihrer Heimat allerdings gegessen.
 

Ausbreitung:

Selten und unbeständig mit nur alten Funden.
DEUTSCHLAND:
1901 und 1906 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg angegeben (Zimmermann 1910, Lutz 1910, Hand & Thieme 2023), 1893 in Berlin-Köpenick und 1895 bei der Kolonie Teglerstraße in Berlin (Behrendsen 1896, Schulz 1896, Hand & Thieme 2023), ehemals Rüdersdorf in Brandenburg (Behrendsen 1896, Hand & Thieme 2023), Hamburg (Höck 1903, Hand & Thieme 2023) und in den Häfen Neuß, Ürdingen und Düsseldorf und 1912 im Bahngleis von Wiedenbrück bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Baruch 1922, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
Ehemals zwischen Wiener Neustadt und Neunkirchen in Niederösterreich (Janchen 1977, Walter & al. 2002, Glaser & al. 2025). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1950 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
1917 am Güterbahnhof Wolf im Kanton Basel-Stadt (Scheuermann 1930).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch 1887 in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Baruch (1922): Ergänzungen und Nachträge zur Flora von Paderborn – Ber.Natwiss.Ver.Bielefeld 4: 230-245.

Behrendsen W. (1896): Zur Kenntnis der Berliner Adventivflora – Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Bradenburg 38: 76-100.

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Höck F. (1903): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VIII - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 15: 387-407.

Janchen E. (1977): Flora von Wien Niederösterreich und Nordburgenland. — Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien 2. Aufl. 757 S.



Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lutz F. (1910): Zur Mannheimer Adventivflora seit ihrem ersten Auftreten bis jetzt – Mitt. d. Badischen Landesvereins f. Naturkunde 247/248: 365–376.

Scheuermann R. (1930): Mittelmeerpflanzen der Güterbahnhöfe des rheinisch-westfälischen Industriegebiets – Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalen 86: 256-342. 

Schulz (1896): Adventivpflanzen aus der Berliner Flora – Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg 38: XLV-IL.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove V. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11-171