Asarina

Felsenlöwenmaul, Wegerichgewächs, Plantaginaceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Asarina procumbens 

Felsenlöwenmaul,
Asarina procumbens 
Wegerichgewächs, Plantaginaceae

 

Steckbrief:

10–60 cm breite, niederliegende, drüsig-klebrige Staude mit weich behaartem, unten verholztem Stängel und breit herz- bis nierenförmigen Blattspreiten. Blüten einzeln, 2–3,5 cm lang, blassgelb bis weiß, Gaumen gelb, oft purpurn geadert, spornlos. Kapselfrüchte zweifächerig. Blütezeit Mai bis August.
 

Nutzung:

Zierpflanze.
 

Ausbreitung:

Beheimatet in Südfrankreich und Nordost-Spanien. Seit spätestens dem Jahr 1699 als Zierpflanze kultiviert (Jäger & al. 2008) und vor allem in Trockenmauern und an Felsen verwildert. Gegenwärtig im Gebiet vereinzelt, lokal eingebürgert, wie bei Bischofswerda in Sachsen und am Gleichenberger Kogel in der Steiermark (Hardtke & al. 2013, Griebl 2017 ined.)
DEUTSCHLAND:
Gelegentlich verwildert, teilweise auch eingebürgert, so in Brandenburg (Hand & Thieme 2023), Nordost-Hessen (Hassler & Muer 2022) und im Weserbergland in Nordrhein-Westfalen (Meyer 2018). 1971 entdeckte Möbius (nach Koppe 1973) an einer Mauer in der Innenstadt von Lemgo in NRW Asarina procumbens. Sie entstammt wahrscheinlich einer in der Nähe gelegenen Versandgärtnerei, die bis 1964 existierte. Bemerkenswert ist, dass sich das Felsenlöwenmaul trotz verschiedener Säuberungsaktionen an der Mauer bis heute gehalten hat, sodass man sie hier wohl als eingebürgert betrachten kann (Lienenbecker 1998). Weiters Siebenlehn, Pirna, Oybin, Dahren, Mittelstraße in Adorf, Freiberg, Krummhennersdorf bei Freiberg, Hainewalde bei Zittau und auf Mauern bei Bischofswerda in Sachsen von 1937 bis zumindest 1996 beständig (Golde & Klenke 1999, Golde 2005, Gutte & al. 2013, Wünsche & al. 2022, Breitfeld 2021, Hardtke & al. 2013, Hegi 1975), in Thüringen an der Stadtmauer Mühlhausen, Veitsberg, Ilm-Park und Belvedere Weimar (Zündorf & al. 2006). Fundangaben für Bayern und Rheinland-Pfalz sind laut deutscher Florenliste (Hand & Thieme 2024) irrig.
ÖSTERREICH:
Selten verwildert, so am Gleichenberger Kogel bei Bad Gleichenberg in der Steiermark. Hier beim Mühlensteinbruch einst kultiviert, mittlerweile auf Felsen und lichten, steilen, offenen Waldböschungen verwildert bis eingebürgert (Griebl 2017 ined., Glaser & al. 2025) und in Wien (Vitek 2020, Vitek & al. 2021). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2004 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
Vereinzelt verwildert oder lokal eingebürgert in der Westschweiz, so bei Avenches und Orbe im Kanton Waadt (Infoflora 2023) und im Wallis (Infoflora 2023).  
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Breitfeld M. (2021): Flora der Westabdachung des Erzgebirges – Die Pflanzenwelt zwischen Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal. 294 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Golde A. (2005): Floristische Neufunde und Fundortbestätigungen im Freiberger Gebiet (1. Beitrag) - Mitteilungen des Naturschutzinstitutes Freiberg 1: 9-18.

Golde A. & F. Klenke (1999): Das Kriechlöwenmaul (Asarina procumbens Mill.) in Sachsen – Sächsische Floristische Mitteilungen 5: 48 - 57.

Gutte P., Hardtke H.-J. & Schmidt P.A. (Hrsg. 2013): Die Flora Sachsens und angrenzender Gebiete. Ein pflanzenkundlicher Exkursionsführer. – 983 S. Wiebelsheim (Quelle & Meyer).

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hardtke H.-J., Klenke F. & Müller F. (2013): Flora des Elbhügellandes und angrenzender Gebiete – Sandstein-Verlag Dresden. 718 S.

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 6 (Teil 4). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 631 S.

Infoflora (2023): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Koppe F. (1973): Eine südfranzösische Felsenpflanze an Lemgos Mauern. – Natur u. Heimat 33: 26 - 29, Münster.

Lienenbecker H. (1998): Zur Einbürgerungsgeschichte von Neophyten in Ostwestfalen. – Egge-Weser 11: 57 – 86.

Meyer T. (2018): Flora-de: Flora von Deutschland - http://www.blumeninschwaben.de/index.htm

Vitek E. (2020): Asarina procumbens (Antirrhinaceae), locally naturalised in Austria - Ann. Naturhist. Mus. Wien, 122: 245-248.

Vitek E., W. Adler & A. Mrkvicka (2021): Neues von der Flora Wiens – Neilreichia 12: 219-290.

Wünsche A. E., Gebauer P. & Hardtke H.-J. (2022): Bemerkenswerte floristische Beobachtungen 2020 in Oberlausitz und Elbhügelland – Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz 30: 117-130.

Zündorf, H.J., Günther, K.F., Korsch, H. & Westhus, W. (2006): Flora von Thüringen. Weissdorn-Verlag, Jena: 764 S.