Apocynum

Hundsgift, Hundsgiftgewächs, Apocynaceae

Gattung:

Apocynum umfasst etwa 4 Arten (Kew 2022) in Eurasien und Nordamerika.
 

Apocynum androsaemifolium

Fliegenfänger-Hundsgift,
Apocynum androsaemifolium  
Hundsgiftgewächs, Apocynaceae

 

Steckbrief:

50–120 cm hohe, milchsaftführende Staude mit gegenständigen, 5–11 cm langen, grünen, eiförmigen, deutlich genervten, ganzrandigen, unterseits kahl oder angedrückt behaarten Blättern. Blüten rosa bis weiß, in Rispen. Krone glockig, 5–12 mm lang, mit zurückgebogenen Kronblättern und jeweils 5 kegeligen Staubblättern. Kelch viel kürzer als die Kronröhre, mit 5 Kelchzähnen. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Nordamerika, in 7 Varietäten.
 

Nutzung:

Selten als Bienenweide, Zier- und Arzneipflanze.
 

Ausbreitung:

In Europa seit spätestens 1683 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Ehemals unbeständig in Rathenow in Brandenburg (Plöttner 1898, Hand & Thieme 2023), Hamburg (Hand & Thieme 2023) und bei Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Höck 1902, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Apocynum cannabinum

In Nordamerika ist das Hanf-Hundsgift, Apocynum cannabinum, beheimatet, das selten als Garten- oder Arzneipflanze, ehemals auch als Faserpflanze genutzt wird und im Gebiet 1998 unbeständig bei Karlsruhe in Baden-Württemberg (Radkowitsch 1998, Krumbiegel 2021, Breitfeld & al. 2021, Hand & Thieme 2023) und in Sachsen (Krumbiegel 2021) gefunden wurde.
 

Apocynum venetum

Eine eurasische Art mit einer Verbreitung von Italien bis Japan ist das Venezianische Hundsgift, Apocynum venetum (Syn.: Trachomitum venetum). Es wurde zur Herstellung von Kleidung, Netzen und Stricken genutzt und konnte im Gebiet sehr selten subspontan gefunden werden, so Potsdam-Berliner Vorstadt in Brandenburg in einem großen Bestand über mehrere Jahre auftretend (Kehl 2016, Hand & Thieme 2024 sub Trachomitum venetum) und 1992 in Niederösterreich (Glaser & al. 2025 sub Trachomitum venetum).
 

Quellen

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Höck F. (1902): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, VII. Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 12: 211-234.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

 



Kehl B. (2016): Apocynum venetum - Beitrag zur Flora des Potsdamer Stadtgebietes V - Verh. Bot. Ver. Berlin Brandenburg 149: 73-134

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Krumbiegel A. (2021): Erstnachweis von Apocynum cannabinum L. in Mitteldeutschland. – Sächs. Florist. Mitt. 23: 24–29.

Plöttner T. (1898): Verzeichnis von Fundorten einiger seltenerer und weniger verbreiteter Gefäßpflanzen der Umgegend von Rathenow – Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg 40: XL-LIV.

Radkowitsch A. (1999): Apocynum cannabinum L. – Ein neues nordamerikanisches Florenelement in Deutschland. – Flor. Rundbr. 32 (2): 111 – 116.