Angelica

Engelwurz, Doldenblütler, Apiaceae

Gattung:

Angelica umfasst etwa 105 Arten (Kew 2023) auf der Nordhalbkugel mit Mannigfaltigkeitszentrum in China. Die Pyrenäen-Engelwurz nimmt dabei eine Zwischenstellung zwischen den Gattungen Selinum und Angelica ein und wird je nach taxonomischem Konzept mal der einen (Selinum pyrenaeum (L.) Gouan), mal der anderen (Angelica pyrenaea (L.) Spreng.) oder als Epikeros pyrenaicus (L.) Raf. einer eigenen monotypischen Gattung zugeordnet (Sonnberger & Verstichel 2021).
 

Angelica pyrenaea,

Pyrenäen-Engelwurz
Angelica pyrenaea
(Syn.: Selinum pyrenaeum, Epikeros pyrenaicus)
Doldenblütler, Apiaceae

 
 

Steckbrief:

10−40 cm hohe Staude mit kahlen, gefurchten Stängeln und 6 bis 10 cm langen, kahlen, im Umriss dreieckig-eiförmigen, dreifach fiederschnittigen Blattspreiten. Blattzipfel linealisch-lanzettlich, ungeteilt oder zwei- bis dreispaltig, ganzrandig und mit einer weißen Knorpelspitze versehen. Grundblätter lang gestielt, Stängelblätter mit bauchig aufgeblasener Blattscheide. Blütenstand doppeldoldig, 3−10-strahlig. Strahlen ungleich lang, dick und fast gerade. Döldchen reichblütig, gedrungen, mit kahlen Blütenstielen. Hüllchenblätter linealisch-pfriemlich, so lang oder länger als die Blütenstiele. Kronblätter gelblich-weiß oder grünlich-weiß. Teilfrucht breit-elliptisch mit flügelförmig ausgezogenen Randrippen. Blütezeit Juni bis September.
Verwechslungsmöglichkeit: In Mitteleuropa lässt sich Angelica pyrenaea von ähnlichen Doldengewächsen unterscheiden durch: niedrigwüchsig (< 50 cm); Stängel hohl; mehrfach gefiederte Blätter mit schmalen, aber nicht haarförmigen Endzipfeln; Dolde mit < 10, ungleich langen Strahlen; Hülle fehlend; heterogen geflügelte Samen (breite Rand-, schmale Rückenflügel) (Sonnberger & Verstichel 2021).
 

Heimat:

Nördliches Spanien und Frankreich, nördlich bis in die Vogesen.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
2019 in Baden-Württemberg oberhalb der Passhöhe „Seibelseckle“ am Nordhang des Schwarzkopfes im mittleren Schwarzwald in etwa 100 Pflanzen entdeckt (Sonnberger & Verstichel 2021). Der Fundort befindet sich 75 km nordöstlich des nächsten bekannten autochthonen Vorkommens (Champ du feu in den Vogesen) (Sonnberger & Verstichel 2021).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Quellen

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Sonnberger B. & P. Verstichel (2021): Selinum pyrenaeum (L.) Gouan (= Epikeros pyrenaicus (L.) Raf.) im Schwarzwald. Eine neue Art der Flora Deutschlands - Mitt. bad. Landesver. Naturkunde u. Naturschutz 23: 169-174