Androsace

Mannsschild, Primelgewächs, Primulaceae

Gattung:

Androsace umfasst, inkl. Vitaliana, Douglasia und Pomatosace, etwa 172 Arten (Kew 2022) auf der Nordhalbkugel, auf der Südhalbkugel nur in den südlichen Anden. Mannigfaltigkeitszentrum ist der Himalaya, wo die Gattung wahrscheinlich auch entstand. Auch die Alpen sind artenreich mit 20 Arten (inkl. A. vesulensis, A. saussurei und A. delphinensis, die alle 2021 erstbeschrieben wurden). Phylogenetische Studien haben gezeigt, dass der Vorfahre von Androsace erstmals vor etwa 35 Millionen Jahren auftauchte und höchstwahrscheinlich eine einjährige Art war (Boucher & al. 2012). Die Evolution hin zur dichteren Morphologie der Kissen vollzog sich zweimal unabhängig voneinander in Asien und Europa (Boucher & al. 2012).
 

Androsace filiformis 

Faden-Mannsschild,
Androsace filiformis  
Primelgewächs, Primulaceae

 

Steckbrief:

Einjährige, zwergige, 3 bis 10 cm hohe Pflanze. Alle Pflanzenteile mit Sternhaaren besetzt, Blätter und Kelchteile oft verkahlend oder kahl. Blätter in grundständiger Rosette angeordnet,  lanzettlich und spitz, gezähnelt oder ganzrandig. Blütenstand doldenartig, Blüten auf langen Stielen, Blütenblätter 5, weiß, winzig. Blütezeit Mai.
 

Heimat:

Von Osteuropa bis Ostasien und im westlichen Nordamerika.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Unbeständig am Friedhof Geithain-Rathendorf in Sachsen (Schubert 2017).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
U.a. in Piteå in Schweden.

 
Weitere Arten:

Androsace lactiflora

In großen Teilen Zentral-, Nord- und Ostasiens ist das Amur-Mannsschild, Androsace lactiflora (Syn.: A. amurensis) beheimatet. Im Gebiet vorübergehend eingeschleppt angegeben wird es 1909 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1921). Die Art wird in der deutschen Florenliste von Hand & Thieme (2023) nicht genannt.
 

Androsace sarmentosa

In den Gebirgen Zentralasiens ist das Himalaya-Mannsschild, Androsace sarmentosa, beheimatet. Es ist verhältnismäßig einfach zu kultivieren und findet so als Zierstaude vor allem für Steingärten und Tröge Anklang. In Europa seit spätestens 1802 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008), in wenigen echten Sorten wie `Brilliant´ mit intensiv rosa Blüten (Jelitto & al. 1990).
 
Subspontan wird es 1909 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1921) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste von Hand & Thieme (2023) nicht genannt.

Quellen

Boucher F. C., W. Thuiller C. Roquet, R. Douzet, S. Aubert, N. Alvarez & S. Lavergne (2012): Reconstructing the origins of high-alpine niches and cushion life form in the genus Androsace s.l. (Primulaceae) - Evolution. 66 (4): 1255–1268.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Jelitto L., Schacht W. & Feßler A. (1990): Die Freiland-Schmuckstauden – Ulmer Verlag Stuttgart, 4. Aufl. 683 S.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Schubert B. (2017): Einige bemerkenswerte Funde aus dem Südraum Leipzig – Sächsische Floristische Mitteilungen 19: 115-117.

Zimmermann F. (1921): Neues aus der Flora von Mannheim – Mitteilungen des Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz e.V. Freiburg im Breisgau 1: 13-135.