Reichardia

Reichardie, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Reichardia umfasst etwa 10 Arten (Kew 2023), die im Mittelmeergebiet, in Ostafrika und in Südwest-Asien beheimatet sind.
 

Reichardia tingitana

Tanger-Reichardie,
Reichardia tingitana,
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 30 cm hohe, Milchsaft führende Ein- bis kurzlebig Mehrjährige mit fiederteiligen Grundblättern und stängelumfassenden, ungeteilten Stängelblättern. Zungenblüten gelb, mehr als doppelt so lang wie die Hülle. Zungenblüten und Staubbeutel am Grund rotviolett. Hüllblätter 10−15 mm lang, breit hautrandig, die äußeren abstehend. Früchte dunkelbraun, wulstig-rippig. Blütezeit April bis Mai.
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutschen Arztes und Botanikers Johann Jacob Reichard (1743−1782). Reichard praktizierte als Arzt in Frankfurt a. M., schrieb u.a. 'Flora Moeno-Francofurtana', eine zweibändige Flora seiner Heimatstadt Frankfurt und gründete das 'Medicinische Wochenblatt'. Er starb mit nur 38 Jahren an Tuberkulose (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Südliches Mittelmeergebiet, östlich bis Pakistan und die gesamte Arabische Halbinsel, südlich bis Ostafrika.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1961 vorübergehend für Berlin-Grunewald (Scholz & Sukopp 1965, Hand & Thieme 2024) und 1885 für Spremberg in Brandenburg (Wesenberg & al. 2017, Hassler & Muer 2022) angegeben. Die Fundangabe für Brandenburg wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
 
Weitere Art:

Reichardia picroides

Die Bitterkraut-Reichardie, Reichardia picroides, ist im Mittelmeergebiet weit verbreitet.  
Die Art wurde früher auch kultiviert und die jungen Blätter als Salat und die Wurzeln als Gemüse verwendet (Mansfeld 1986).
Im Gebiet ehemals subspontan bei der Großmarkthalle am Güterbahnhof München-Süd in Bayern (Jauch 1938 sub Picridum vulgare, Meierott & al. 2024) und 1941 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1944) angegeben. 
Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt.
 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.



Jauch F. (1938): Fremdpflanzen auf den Karlsruher Güterbahnhöfen – Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland 3: 76-147.  

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Scholz H. & H. Sukopp (1965): Drittes Verzeichnis von Neufunden höherer Pflanzen aus der Mark Brandenburg und angrenzenden Gebieten – Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg 102: 3-40.

Wesenberg J., P. Gebauer, C. M. Ritz & K. Wesche (2017): Virtuelles Herbarium der Lausitz, Herbarium Senckenbergianum Görlitz – webapp.senckenberg.de/lausitzherbar