Puccinellia

Salzschwaden, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Puccinellia umfasst etwa 113 Arten (Kew 2023), vor allem in den gemäßigten und kühlen Regionen der Erde.
 

Puccinellia angusta

Schmaler Salzschwaden,
Puccinellia angusta,
Süßgras, Poaceae

 

Name:

Benannt zu Ehren des italienischen Botanikers und Arztes Benedetto Luigi Puccinelli (1808−1850), Direktor des Botanischen Gartens in Lucca. Puccinelli unterrichtete Chemie, Physik, Pharmazie und Agrarwissenschaften und leitete den Botanischen Garten in Lucca. Er befasste sich mit Normen in der Medikamentenherstellung und trug zur Gründung des 'Erbario Centrale Italiano' in Florenz bei (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Südafrika.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Unbeständig 1896 für Hamburg (Conert 1998, Hand & Thieme 2024) und 1889 bis 1895 für Hannover-Döhren in Niedersachsen (Scheuermann 1924, Conert 1998, Hassler & Muer 2022) angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
 

 
Weitere Arten:

Puccinellia fasciculata

Der Büschel-Salzschwaden, Puccinellia fasciculata, ist in Westeuropa und im westlichen Mittelmeergebiet beheimatet und tritt im östlichen Nordamerika und in Schweden synanthrop auf. Im Gebiet 1901 für Mannheim in Baden-Württemberg angegeben (Conert 1998, Hassler & Muer 2022).
 

Puccinellia hauptiana

Der Haupt-Salzschwaden, Puccinellia hauptiana (Syn. P. distans subsp. hauptiana) ist von Osteuropa bis Ostasien und Alaska weit verbreitet und wird 2009 für den Straßenrand im Gelände der Bayreuther Universität in Bayern (Breitfeld & al. 2011) und 2009 für Klausenbachtal bei Zwota in Sachsen (Breitfeld & al. 2021) angegeben. Der Beleg aus Bayern gehört nach einer Revision durch Amarell zu einer kleinspelzigen Form von Puccinellia distans. Ein Vorkommen von P. hauptiana in Bayern und Deutschland ist zu streichen (Meierott & al. 2024). Die Sippe wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als Unterart zur heimischen P. distans geführt.
 

Puccinellia nuttalliana

In Nordamerika und Nordost-Asien ist der Nuttall-Salzschwaden, Puccinellia nuttalliana, beheimatet. Benannt ist er zu Ehren des britischen Naturforschers Thomas Nuttall (1786−1859), der auf ausgedehnten Reisen in Nordamerika Pflanzen sammelte. Die Art wird 2003 eingeschleppt für eine Schwermetallhalde bei Reden im Saarland angegeben (Weicherding & al. 2006, Hassler & Muer 2022).  
 

Puccinellia rupestris

In Westeuropa von Spanien bis Großbritannien, Norwegen und in die Niederlande ist der Steife Salzschwaden, Puccinellia rupestris (Syn.: Pseudosclerochloa rupestris) beheimatet. Unbeständig wird er 1866 für Hamburg (Conert 1998, Hand & Thieme 2024), 1850 für den Alten Hafen Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Röper 1851, Conert 1998, Hand & Thieme 2024) und 1920 für Derendingen im Kanton Solothurn eingeschleppt (Conert 1998) angegeben. Subspontan auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).
 

Quellen

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Breitfeld M., Horbach H.-D.& Scholz H. (2011): Bemerkenswerte Funde im Florengebiet Bayreuth und Bad Berneck - Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 81: 148–152.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_
2018_teil_1.pdf

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf



Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Röper J. (1851): Zur Flora Deutschlands – Botanische Zeitung 9: 889-891.

Scheuermann R. (1924): Dritter Beitrag zur Kenntnis der Adventiflora Hannovers - Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 69-74: 54-66.

Weicherding F.J., Schneider Th., Caspari S. & A. Bettinger (2006): Die Farn- und Blütenpflanze auf dem Gelände der ehemaligen Grube Reden (Saarland) unter besonderer Berücksichtigung der Ergebnisse vom Tag der Artenvielfalt 2003 – Dellatinia 30: 207-226.