Pseudotsuga

Douglasie, Kieferngewächs, Pinaceae

Gattung:

Pseudotsuga umfasst 4 Arten, 2 im westlichen Nordamerika und 2 in Ostasien (Kew 2023).
 

Pseudotsuga menziesii  

Douglasie,
Pseudotsuga menziesii  
Kieferngewächs, Pinaceae

 

Steckbrief: 

Bis 40 m hoher, immergrüner Nadelbaum mit kegelförmiger Krone und waagrecht abstehenden Ästen. Nadeln bläulichgrün, flach, einzeln stehend, nicht stechend, 2,5–3,5 cm lang, ca. 1 mm breit, unterseits mit 2 schmalen, silbergrauen Bändern. Pflanze angenehm kiefern-zitronenartig riechend. Zapfen länglich-eiförmig, 5–10 cm lang, reif hängend. Blütezeit April bis Mai.
 

Name: 

Zu Ehren des schottischen Botanikers, Arztes und Gärtners Archibald Menzies (1754–1842) benannt, der die Art um 1793 entdeckte. Nach ihm trägt u.a. auch die Gattung Menziesia aus der Familie der Heidegewächse ihren Namen. Der deutsche Name bezieht sich auf den schottischen Gärtner und Botaniker David Douglas (1799−1834), der die Pflanze 1827 wiederentdeckte und in Europa einführte, woran auch Synonyme wie Tsuga douglasii erinnern.
 

Nutzung: 

Forst-, Weihnachts- und Zierbaum. In zahlreichen Sorten wie `Fletcheri´ (1906) oder `Holmstrup´ (1965) (Bärtels & Schmidt 2014). Die Douglasie liefert ein gutes Bau-, Konstruktions- und Furnierholz. Es ist widerstandsfähig und wird bei uns heute vor allem im Außenbereich für Geländer, Balkone, Zäune und Fenster verwendet. Die Art wird aufgrund ihres wertvollen Holzes und der guten Wuchsleistung in größeren Beständen oder in Reinkulturen gezogen. Sie ist häufigster fremdländischer Nadelbaum Mitteleuropas. In Nordamerika ist sie die wichtigste Baumart für die Holzwirtschaft. Douglasien liefern schnell Holz mit guten Holzeigenschaften. Douglasienbestände sind ökologisch aber äußerst geringwertig, da in den stark beschatteten und dichten Beständen praktisch kein Unterwuchs aufkommen kann, so auch am natürlichen Standort in Nordamerika. Die Bestände sind wegen der hohen Dichte sturmwurfempfindlich (Hassler 2021). Die Art ist empfindlich gegen Immissionen und schneebruchgefährdet (Bruns 2009).
Die Douglasie wird oft von Pilzen befallen, besonders leidet sie unter der Douglasienschütte. Der Erreger, Phaecryptopus gaeumannii, ist im Heimatgebiet der Pflanze ein harmloser Nadelbewohner, hat sich aber in Europa aufgrund anderer Umweltverhältnisse zu einem gefürchteten Schadpilz entwickelt (Sebald & al. 1990).

 

Ausbreitung: 

Beheimatet im westlichen Nordamerika, 1827 durch den schottischen Botaniker David Douglas (1799–1834) nach London gekommen. Deutschland erreichte sie 1830 (Knörzer & al. 1995). Es folgten bald darauf forstliche Versuchsanbauten und 2012 nahm der Baum mit 218.000 Hektar in der Hauptbestockung rund 2% des gesamten deutschen Waldbestandes ein. In Österreich wird die Douglasie seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts forstwirtschaftlich kultiviert. Die ersten belegten Anbauversuche erfolgten in Aurach bei Gmunden und in Groß-Reifling in Oberösterreich etwa in den 1880er Jahren (Cieslar 1898). Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts war die Douglasie aber noch ein selten gepflanzter Baum. Erste großflächigere Anbauten erfolgten in Österreich durch einzelne Großwaldbesitzer um die Mitte des 20. Jahrhunderts, so etwa am Manhartsberg (Höllerer 1994). Die derzeitigen Hauptanbaugebiete in Österreich liegen am Ostrand der Böhmischen Masse, im Hausruck (Günzl & al. 1984), im Weinviertel und in Teilen des Mittel- und Südburgenlandes (Schultze & Raschka 2002).
Erste Verwilderungen im Gebiet wurden 1964 in Berlin nachgewiesen (Kowarik 1992). Die Naturverjüngungen der Douglasien treten oft in Fichtenforsten auf, wo es wegen der Borkenkäferkalamitäten zu größeren Schlägerungen kam.
DEUTSCHLAND:
In den meisten Bundesländern. Gegenwärtig sind Einbürgerungstendenzen unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015), Rheinland-Pfalz und im Saarland (Fukarek & Henker 2005) zu erkennen. In manchen Regionen, wie etwa im Schwarzwald ökologisch bedenklich, da sie sich auch auf Felsstandorten ausdehnt (Düll & Kutzelnigg 2022).
ÖSTERREICH:
Vereinzelt subspontan, so im Rosaliengebirge und Günser Gebirge im Burgenland (Gilli & al. 2022), bei Krumpendorf und Pörtschach in Kärnten (Glaser & al. 2025), Weinviertel, Waldviertel, Dunkelsteiner Wald und Bucklige Welt in Niederösterreich (Essl 2005), 2003 Sierning, Kobernausser Wald, Eitzing und Hausruck in Oberösterreich (Essl 2005, Hohla 2016), Salzburg (FKÖ 2021), Piburger See in Nordtirol (Pagitz & al. 2023), bei Tristach in Osttirol (Stöhr 2018) und in Wien (Adler & Mrkvicka 2003, FKÖ 2021). Einbürgerungen sind bislang nur vom Ostrand der Böhmischen Masse bekannt, besonders reichlich vom Manhartsberg bei Maissau (Essl 2005). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1960 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ:
Vielfach, vor allem im Mittelland, so um Basel und Zürich (Brodtbeck & al. 1999, Infoflora 2024). Auch in Liechtenstein (Waldburger & Staub 2006). Die Karte in Infoflora (2024) dürfte auch Angaben kultivierter Pflanzen beinhalten.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021), in Großbritannien (Clement & Foster 1994), Italien (Galasso & al. 2024), Tschechien (Pyšek & al. 2012) und in der Slowakei (Medvecká & al. 2012). In Neuseeland lokal invasiv.
 

 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

BfN (2011): Pseudotsuga menziesii; in: Neobiota in Deutschland – Gebietsfremde und invasive Arten in Deutschland – neobiota.bfn.de

Brodtbeck T., Zemp M., Frei M., Kienzle U. & Knecht D. (1999): Flora von Basel und Umgebung 1980-96. Band 2. — Sonderdruck der Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaften beider Basel: 547–1003.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Cieslar A. (1898): Vergleichende Studien über Zuwachs und Holzqualität von Fichte und Douglastanne. - Centralbl. gesamt. Forstwes. 34: 335-372.

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Düll R. & H. Kutzelnigg (2022): Die Wild- und Nutzpflanzen Deutschlands. 9. erw. Aufl. – Wiebelsheim. 948 S.

Essl F. (2005): Verbreitung, Status und Habitatbindung der subspontanen Bestände der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) in Österreich – Phyton (Horn, Austria) Vol. 45: 117–144.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297-340.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Gilli C., L. Schratt-Ehrendorfer, U. Raabe, T. Barta, S. Weiss, G. Király, J. Weinzettl, K. Tkalcisics, R. Albert, S. Dunkl, P. Englmaier, K. Grafl, M. Hofbauer, G. Karrer, G. Kniely, H. Niklfeld, H. Schau u. E. Wukovatz (2022): Checkliste und Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen des Burgenlandes – Land Burgenland 21: 1−80.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

 



Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Günzl L., Raschka D., Rihl G. & M. Salinger (1984): Fichten-Herkunfts- und Douglasien-Provenienzversuche: Überblick der Forstverwaltung Kobernaußerwald der Österreichischen Bundesforste. Ergebnisse aus Pappel-Sortenversuchen in der Salzachau. - Forstliche Bundesversuchsanstalt, Wien.

Hassler M. (2021): Flora des Landkreises Karlsruhe. Bildatlas und Datenbank. Version 4.16; Stand 13.7.2021

Hohla M. (2016): Zobodat-Herbarbelege – http://www.zobodat.at/belege.php?id=100459508

Höllerer R. (1994): Standortskartierung Revier Manhartsberg. Revierteile Manhartsberg- Nord und Reisert. - Diplomarbeit Universität f. Bodenkultur Wien.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Knoerzer D., Kühnel U., Theodoropoulos K. & Reif A. (1995): Zur Aus- und Verbreitung neophytischer Gehölze in Südwestdeutschland mit besonderer Berücksichtigung der Douglasie (Pseudotsuga menziesii). In: Böcker R., Gebhardt H., Konold W. & Schmidt-Fischer S. (Hrsg.). Gebietsfremde Pflanzenarten. Auswirkungen auf einheimische Arten, Lebensgemeinschaften und Biotope. Kontrollmöglichkeiten und Management. ecomed, Landsberg. 67–81

Kowarik I. (1992): Einführung und Ausbreitung nichteinheimischer Gehölzarten in Berlin und Brandenburg – Verhandlungen des Botanischen Vereins Berlin und Brandenburg Beiheft 3: 1–188.

Medvecká J., Kliment J., Májeková J., Halada Ľ., Zaliberová M., Gojdičová E., Feráková V. & Jarolímek J. (2012): Inventory of the alien flora of Slovakia. – Preslia 84: 257–309.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Schultze U. & H.-D. Raschke (2002): Douglasienherkünfte für den „Sommerwarmen Osten" Österreichs. - FBVA-Berichte 126.

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 1: Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2. Aufl., Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Stöhr O. (2018): Forum Flora Austria - Neues aus Osttirol - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=676

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Waldburger E. & Staub R. (2006): Neophyten im Fürstentum Liechtenstein – Bericht Botanisch-Zoologische Gesellschaft Liechtenstein-Sargans-Werdenberg 32: 95–112.