Pleioblastus

Sprossbambus, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Pleioblastus umfasst etwa 26 ostasiatische Arten (Kew 2023).
 
Allgemein: Der Blührhythmus von Bambus allgemein ist bis heute großteils unverstanden geblieben. Viele Arten blühen in sehr großen, aber artspezifisch ziemlich genau festgelegten Abständen von 30, 60, 80 oder 120 Jahren. Nach der Blüte und einem überreichen Samenansatz sterben die meisten Arten ab (Bruns 2009). In der heimischen Gartengestaltung werden etliche Bambus-Arten und -Sorten als Zierpflanzen verwendet. Sie können langlebige Dickichte bilden. Ab und zu werden verwilderte Kolonien beobachtet, die z.B. über Gartenabfälle verschleppt wurden (oder verschwemmt an Ufergehölzen von Flüssen). Die korrekte Bestimmung ist meist schwierig und die gärtnerisch verwendeten Namen entsprechen meist nicht mehr der modernen Taxonomie. Alle im Anschluss stehenden Nennungen sind aus diesen Gründen unsicher.
 

Pleioblastus fortunei

Zwerg-Sprossbambus,
Pleioblastus fortunei
(Syn.: Pleioblastus pygmaeus, P. variegatus),
Süßgras, Poaceae
 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe Mehrjährige mit lanzettlichen, 5−15 cm langen und 0,8−2 cm breiten, beidseitig flaumig behaarten Blattspreiten. Blätter einheitlich grün oder bei panaschierten Formen mit weißer bis gelblichweißer Zeichnung.
 
 

Name:

Die Art ist zu Ehren des englisch-schottischen Gärtners und Botanikers Robert Fortune (1812− 1880) benannt. Nach ihm sind mehrere Pflanzengattungen und zahlreiche Arten benannt.
Pleioblastus fortunei wurde früher oft innerhalb der Gattung Sasa geführt. 1979 hat sie in Brasilien geblüht und die Blüten zeigten drei Staubblätter, was die Einordnung in die Gattung Pleioblastus bestätigte.

 

Heimat:

Japan. Die Art ist nur aus Kultur bekannt (Bärtels & Schmidt 2014).
 

Nutzung:

Zierpflanze. Vor allem als Kübelpflanze und zur Befestigung von Ufern und Böschungen verwendet. Die Art ist bis etwa -23°C frosthart (Bruns 2009).
 

Ausbreitung:

In Europa seit 1863 gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014) und selten verwildernd.
DEUTSCHLAND:
Angegeben für Baden-Württemberg (Hassler & Muer 2022), 2005 im Grünwalder Forst bei Mühltal an der Isar und bei Höchstadt a.d. Aisch in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024 sub Pleioblastus pygmaeus), Berlin (Seitz & al. 2012), Lohmar, Altenrath, Stallberg bei Siegburg, Birlinghoven und Bonn-Godesberg in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015), Sachsen-Anhalt (Hassler & Muer 2022) und Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2024, sub P. variegatus).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
 
Weitere Arten:

Pleioblastus simonii

Der aus Japan stammende Simon-Sprossbambus, Pleioblastus simonii, wird im Gebiet seit etwa 1862 selten in der Gartengestaltung genutzt, auch in einer panaschierten Form `Variegata´ (Bärtels & Schmidt 2014)
Sehr selten verwildert er daraus, so für Köln in Nordrhein-Westfalen angegeben (Sumser 2015). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) nicht geführt. Benannt zu Ehren des französischen Konsuls und Pflanzensammlers Gabriel Eugène Simon (1829−1896), der die französische Regierung in China vertrat und in den 1860er-Jahren Pflanzen ans Pariser Museum schickte, darunter auch die später nach ihm benannte Simon-Pflaume, Prunus simonii

Pleioblastus viridistriatus

In Japan ist der Grünstreifige Sprossbambus, Pleioblastus viridistriatus, beheimatet. Er wird seit etwa 1870 gärtnerisch genutzt (Bärtels & Schmidt 2014) und wird 2015 angesalbt für den Buchendorfer Gemeindewald nahe Gauting und 2011 für das Bahndreieck Max-Born-Straße München in Bayern angegeben (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024). Funde für Bayern werden in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als fraglich geführt.
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Seitz B., Ristow M., Prasse R., Machatzi B., Klemm G., Böcker R. & Sukopp H. (2012): Der Berliner Florenatlas – Verhandlungen des Bot. Vereins von Berlin und Brandenburg, Beiheft 7.

Sumser H. (2015): Exkursion Köln-Lindenthal, Stadtbotanik – Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins 6: 83-86.