Picris

Bitterkraut, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Picris umfasst, exkl. Helminthotheca, etwa 46 Arten (Kew 2023) und ist in Eurasien, Nordafrika und Australien beheimatet mit Mannigfaltigkeitszentrum im Mittelmeergebiet.
 

Picris rhagadioloides

Sparriges Bitterkraut,
Picris rhagadioloides
(Syn.: P. sprengeriana, Crepis sprengeriana),
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, verzweigte Einjährige mit halbstängelumfassenden Stängelblättern und eilanzettlich, 4–9 cm langen, ganzrandigen oder gelappten, rauhaarigen, in einen Stiel verschmälerten Grundblättern. Stängel borstig-stachelig, mit Widerhaken. Körbchen 8–11 mm lang, zahlreich. Hülle grün, mit langen hellen Borsten, Hüllblätter linealisch, spitz. Zungenblüten gelb. Früchte an der Spitze nicht verschmälert, ohne Schnabel, mit schneeweißen, fedrigen Pappushaaren. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Mittelmeergebiet.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Unbeständig eingeschleppt, so 1901 bis 1906 für Mannheim in Baden-Württemberg (Höck 1910, Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2024) angegeben, 1882 am Ostbahnhof München in Bayern (Schuhwerk 2012, Meierott & al. 2024), Berlin (Sukopp & Schneider 2013), 1894 bei Rüdersdorf in Brandenburg (Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2024), 1911 Bahrenfelder Gruben in Hamburg (Christiansen 1928, Hand & Thieme 2024) und 1918 im Hafen Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Wagenitz 1987, Hassler & Muer 2022). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) als falsch für Berlin angegeben. Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1998) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1903 in Ruchfeld bei Basel, Solothurn, 1902 am Hardplatz in Zürich und 1904 am Sihlquai in Zürich (Wagenitz 1987, Wohlgemuth & al. 2020 sub Crepis sprengeriana).

 
Weitere Arten:

Picris pauciflora

In Südeuropa und Südwest-Asien ist das Wenigkörbige Bitterkraut, Picris pauciflora, beheimatet. Es wird 1874 für Genf eingeschleppt angegeben (Wagenitz 1987).
 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Christiansen D.N. (1928): Die Adventiv- und Ruderalflora der Altoner Kiesgruben und Schuttplätze – Schriften der Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 18(2): 350-462.

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2021): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.



Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Schuhwerk F. (2012): Floristische Kurzmitteilungen – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 82: 137–144.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 6: Valerianaceae bis Asteraceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Sukopp H. & Schneider C. (2013): Vogelfutterpflanzen in Berlin – Verh. Bot. Ver. Berlin-Brandenburg 146: 5–21.

Wagenitz G. (1987): in Gustav Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, Teil 4, 2.Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg. 863 S.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.