Perilla

Perilla, Lippenblütler, Lamiaceae

Gattung:

Wahrscheinlich monotypisch. Manche Botaniker klassifizieren die Varietäten zu Arten, was aber nicht gerechtfertigt sein dürfte.
 

Perilla frutescens

Perilla, Basilien-Erzblatt, Schwarznessel,
Perilla frutescens
(Syn.: P. ocymoides),
Lippenblütler, Lamiaceae

 

Steckbrief:

Bis 60 cm hohe, rau behaarte, grüne oder dunkelpurpurne Einjährige mit vierkantigem Stängel und kreuzgegenständigen, eiförmigen, grob gesägten bis gekerbten Blattspreiten. Blütenstände end- und seitenständig mit zweiblütigen Scheinquirlen. Blüten weiß, rosa oder purpurn mit dreilappiger Oberlippe, zweilappiger Unterlippe und einem Kelch, der sich während der Fruchtreife vergrößert. Blütezeit Juli bis Oktober.
 

Heimat:

Süd- und Ostasien, wahrscheinlich von Indien bis ins Amur-Gebiet ursprünglich.
 

Nutzung:

Als Gewürz- und Heilpflanze, in dunkelblättrigen Formen auch als Zierpflanze. Die Pflanze hat ein kreuzkümmelartiges Aroma mit einer Note von Minze. In ihrer Heimat wird sie auch als Gemüse genutzt. Die Samen enthalten ein fettes, schnell trocknendes Öl, das einen elastischen, wasserdichten Überzug bildet und daher zur Herstellung von Lacken, Farben, Druckfarben, Kunstleder, Linoleum und Schutzbekleidung geeignet ist. Die Pressrückstände ergeben ein nährstoffreiches Tierfutter (Mansfeld 1986). Das ätherische Öl wird als Geschmacksstoff für Saucen, Kaugummi und Süßwaren genutzt, außerdem wegen seiner antiseptischen Wirkung in Zahnpflegemitteln und Mundwässern verwendet. Purpurfarbene Sippen werden auch als Lebensmittelfarbstoff genutzt (Mansfeld 1986). Perilla ist eines der 50 grundlegenden Kräuter der TCM.
 

Ausbreitung:

In Europa seit etwa 1760 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Unbeständig und vorübergehend, so am Güterbahnhof Tuttlingen in Baden-Württemberg (Radkowitsch 2006), 2018 bis 2020 in Fugen in Bad Staffelstein in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024), 2011 in Potsdam-Sanssouci in Brandenburg (Buhr & al. 2016), 2011 in der Revaler Straße in Bremen (Feder 2015), 2018 in Saaße in Niedersachsen (Feder 2018), 2014 auf einem Erdhügel bei Sennelager nahe Paderborn in Nordrhein-Westfalen (Sonnenborn & Sonnenborn 2018), 1912 verwildert in Bad Dürkheim und 2012 in Ludwigshafen-Rheingönheim in Rheinland-Pfalz (Hegi 1975, Mazomeit 2016).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Buhr C., Herrmann A., Nogatz T. & Kummer V. (2016): Beitrag zur Flora des Potsdamer Stadtgebietes V – Verh. Bot. Ber. Berlin-Brandenburg 149: 73–134.

Feder J. (2015): Bemerkenswerte Pflanzenfunde an Straßen und auf Plätzen in Niedersachsen und Bremen (2014). – Bremer Bot. Briefe 22: 13 – 35.

Feder J. (2018): Flora des Hannoverschen Wendlandes (Kreis Lüchow-Dannenberg). – Bremer Bot. Briefe 25: 1 – 53.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hassler M. & Muer T. (2021): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 4). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.



Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Mazomeit T. (2016): Die Schwarznessel (Perilla frutescens (L.) Britt.) – eine neue Adventivpflanze für die Pfalz. – Pollichia-Kurier 32(1): 13 – 14.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Radkowitsch A. (2006): Tätigkeitsbericht 2005 – Die Pflanzenpresse 13: 18-22.

Sonnenborn I. & Sonnenborn W. (2018): Die Flora der Truppenübungsplätze Senne und Stapel in den Jahren 1989 bis 2017 – LWL-Museum für Naturkunde Münster, 90. Band.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be