Paspalum

Pfannengras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Paspalum umfasst etwa 353 Arten (Kew 2023), die in Amerika, Afrika, Asien und Australiens beheimatet sind.
 

Paspalum distichum

Zweizeiliges Pfannengras, Kriechende Knotenhirse,
Paspalum distichum (Syn.: P. paspalodes),
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

20–50 cm hohe, Rhizome und oberirdisch kriechende Ausläufer bildende Mehrjährige mit 3–7 mm breiten Blättern, am Rand bewimperten Blattscheiden und behaarten Halmknoten. Ährchen zweireihig, in zwei, selten drei breiten, 3–6,5 cm langen, abgeflachten Ähren angeordnet. Obere Hüllspelze angedrückt feinflaumig, 3–5-nervig, mit deutlichem Mittelnerv. Untere Deckspelze ähnlich, aber kahl. Blütezeit Juni bis September.
 

Heimat:

Amerika, heute in großen Teilen der Tropen und Subtropen vorkommend.
 

Nutzung:

In den Subtropen und Tropen als Zierrasen. Auch zur Bodenfestigung und als Futtergras (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Unbeständig und vorübergehend, so angegeben 1889 bei der Wollwäscherei Hannover-Döhren in Niedersachsen (Scheuermann 1924, Hand & Thieme 2023), 1932 in Essen und 1932 im Hafen Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1937, Hegi 1998, Hand & Thieme 2023), 1937 bei der Kammgarnfabrik Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz (Probst 1949, Hegi 1998, Hand & Thieme 2023) und 1902 in Rodleben in Sachsen-Anhalt (Probst 1949, Hegi 1998, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
1970 vorübergehend in Villach in Kärnten (Hartl & al. 1992, Glaser & al. 2025) und 1948 in Graz-Gösting in der Steiermark (Conert 1998, Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
 Subspontan u.a. 1950 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1959 in Bulgarien (Seebens & al. 2017), seit 1992 in Rumänien (Seebens & al. 2017), seit 1954 in Bosnien-Herzegowina (Seebens & al. 2017), seit 1959 in Albanien (Seebens & al. 2017) und seit 1824 in Spanien (Seebens & al. 2017).
 

 
Weitere Arten:

Paspalum dilatatum

Das Breite Pfannengras, Paspalum dilatatum, ist in Südamerika beheimatet, wird als geschätztes Futtergras in großen Teilen der Subtropen kultiviert und findet sich u.a. in Nordamerika, großen Teilen Afrikas, Südasiens, auf Hawaii und in Australien eingebürgert, lokal invasiv. 
Im Gebiet nur vorübergehend angegeben, so auf der Blocklanddeponie in Bremen (Feder in: Breitfeld & al. 2021), 1935 im Hafengelände Osnabrück in Niedersachsen (Koch 1936, Weber 1995, Hand & Thieme 2023), 1936 Dortmund-Huckarde, 1915 und 1922 im Hafen Neuß und 1982 in Münster in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Conert 1998, Runge 1986, Hand & Thieme 2023), Rheinland-Pfalz (Conert 1998, Hand & Thieme 2023), ehemals Bürglen im Kanton St. Gallen (Conert 1998) mehrfach im südlichen Tessin (Bellosi & al. 2011) und am Genfer See im Kanton Waadt (Infoflora 2024)
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), seit 1997 in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017), seit 1878 in Frankreich (Seebens & al. 2017), seit 1907 in Spanien (Seebens & al. 2017), seit 2014 in Bosnien-Herzegowina (Seebens & al. 2017), seit 1924 in Großbritannien (Seebens & al. 2017) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Paspalum hartwegianum

Das Hartweg-Pfannengras, Paspalum hartwegianum, ist in Mittelamerika und im südlichen Nordamerika beheimatet und wird für das Gebiet adventiv für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (Hassler & Muer 2022) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2022) nicht angeführt. Die Art ist zu Ehren von Karl Theodor Hartweg (1812−1871) benannt. Hartweg war deutscher Gärtner und Botaniker, der zunächst als Gärtner am Jardin des Plantes in Paris tätig war, dann von 1836 bis 1847 Pflanzen für die Royal Horticultural Society sammelte und dann Inspektor des Großherzoglichen Schlossgartens in Schwetzingen war. Hartweg forschte in Süd- und Mittelamerika, auf Jamaika, Madeira und in Kanada (Burkhardt 2018).
 

Paspalum praecox

Im südöstlichen Nordamerika ist das Frühe Pfannengras, Paspalum praecox (Syn.: P. lentiferum) beheimatet. Es wird im Gebiet 1904 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1914, Conert 1998, Hand & Thieme 2023) und 1912 für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1921, Conert 1998, Hand & Thieme 2023) angegeben.
 

Paspalum racemosum

In Peru, Ecuador und Kolumbien ist das Peru-Pfannengras, Paspalum racemosum, beheimatet. Im Gebiet wird es vorübergehend angegeben 1929 für den Westring in Guben und für Spremberg in Brandenburg (Lademann 1937, Conert 1998, Hand & Thieme 2023) und ehemals für Helgoland in Schleswig-Holstein (Conert 1998, Theisinger & Hebbel 2022). Die Funde für Brandenburg werden in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als fraglich geführt.
 
 

Paspalum tenellum

Das Zarte Pfannengras, Paspalum tenellum, ist in Mittelamerika beheimatet und wird für das Gebiet ehemals subspontan für Helgoland in Schleswig-Holstein (Knuth 1898) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

Paspalum vaginatum

Im tropischen und subtropischen Amerika ist das Scheidige Pfannengras, Paspalum vaginatum, weit verbreitet. Es wird als Zierrasen geschätzt und ist gegenwärtig in den Tropen und Subtropen der Alten Welt vielfach eingebürgert. Im Gebiet nur vorübergehend eingeschleppt angegeben, so ehemals in Rodleben in Sachsen-Anhalt (Conert 1998). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt. Subspontan u.a. seit 1907 in Spanien (Seebens & al. 2017).
 

Quellen

Bellosi B., Selldorf P. & Schönberger N. (2011): Exploring the Flora on Inert Landfill Sites in Southern Ticino (Switzerland) – Bauhinia 23: 1-16.

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Bonte L. (1937): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes 1930-1934 – Decheniana 94: 107-142.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hartl H., Kniely G., Leute G.H., Niklfeld H. & M. Perko (1992): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Kärntens. — Klagenfurt, 451 S.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Knuth P. (1898): Bemerkungen zu meiner Flora der nordfriesischen Inseln und meiner Flora von Helgoland – Allgemeine Botanische Zeitschrift für Systematik, Floristik, Pflanzengeographie 4: 137-139.



Koch K. (1936): Nachtrag zur „Flora des Regierungsbezirkes Osnabrück und der benachbarten Gebiete“ – Veröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Osnabrück 23: 185-205.

Lademann O. (1937): Adventivpflanzen der östlichen Niederlausitz – Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg 77: 1-24.

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 3, 569 Seiten, Springer-Verlag.

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.

Runge F. (1986): Neue Beiträge zur Flora Westfalens II – Natur und Heimat, Blätter für den Naturschutz und alle Gebiete der Naturkunde 46/2: 33–72.

Scheuermann R. (1924): Dritter Beitrag zur Kenntnis der Adventiflora Hannovers - Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 69-74: 54-66.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Theisinger D. & J. Hebbel (2022): Flora von Helgoland - Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg - NHG_Flora_Helgoland_2022.pdf (nhg-nuernberg.de)

Weber H. (1995): Flora von Südwest-Niedersachsen und dem benachbarten Westfalen – H. Th. Wenner, Osnabrück.

Zimmermann F. (1914): Neue Adventiv- und neue Kulturpflanzen nebst einigen neuen Pflanzenformen der Pfalz – Pfälzische Heimatkunde X: 7-10.

Zimmermann F. (1921): Neue Adventiv- und neue Kulturpflanzen nebst einigen für die Pfalz neue Formen aus der einheimischen Flora der Pfalz - Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora 3 (11): 237-241.