Heimat:
Tropisches uns subtropisches Amerika.
Nutzung:
Keine. Versuche laufen aber, wie die invasive Pflanze nützlich sein könnte, so als Bodenhelfer für mit Schwermetallen kontaminierten Böden, als Enzymproduzent, als Biogasproduzent, Biopestizid, Gründünger oder als Kompost.
Schaden:
Kontakt mit der Pflanze kann beim Menschen Dermatitis und Atemwegsstörungen hervorrufen und Dermatitis bei Rindern und Haustieren. Hauptverantwortlich hierfür ist das enthaltene Gift Parthenin. Dieses ist auch für die Milchkrankheit bei Nutztieren verantwortlich, wenn ihr Futter mit Karottenkraut verschmutzt ist. Die Pflanze produziert allelopathische Chemikalien, die Nutz- und Weidepflanzen unterdrücken, und Allergene, die Menschen und Nutztiere betreffen. Es verursacht auch vielfach Pollenallergien. Eine 2021 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Pflanze Malaria fördern könnte, indem sie Moskitos in Ostafrika Nahrung und Unterkunft bietet (SciDev.Net 2021).
Ausbreitung:
Parthenium hysterophorus stammt aus der Neuen Welt, wurde versehentlich vor allem mit Getreidelieferungen in mehrere Länder eingeführt und ist in Teilen Australiens, Asiens, Afrikas und der pazifischen Inseln zu einem landwirtschaftlichen und Weidelandunkraut geworden. Mehrere Eigenschaften wie große Anpassungsfähigkeit, Licht- und Temperaturunempfindlichkeit, Mangel an natürlichen Feinden in nicht einheimischen Regionen, Dürretoleranz, Allelopathie, hohe Saatgutproduktionsfähigkeit, Langlebigkeit von Saatgut in Bodensaatgutbanken und kleine, leichte Samen, die in der Lage sind, lange Strecken über Wind, Wasser, Vögel, Fahrzeuge, landwirtschaftliche Maschinen und andere Transportwege sich auszubreiten, haben zu seiner raschen Verbreitung beitragen. Eine Pflanze produziert bis zu 25.000 Samen.
Zur Bekämpfung der Pflanze ist Glyphosat unwirksam. Eine biologische Bekämpfung wird in mehreren Ländern durchgeführt oder evaluiert, so durch den in Mexiko beheimatete Käfer Zygogramma bicolorata, der 1984 erstmals in Indien eingeführt wurde. Er entlaubt die Pflanze und schädigt die Blütenspitzen, sodass die Samenproduktion reduziert wird. In Südafrika werden der Stängelrüsselkäfer Listronotus setosipennis und der Samenrüsselkäfer Smicronyx lutulentus eingesetzt, sowie der Winterrost Puccinia abrupta var. partheniicola und der Sommerrost Puccinia xanthii (ARC-AGRIC 2021). In Australien kamen der Rüsselkäfer Zygogramma bicolorata, und wurzelbohrende Motten zum Einsatz.
Die Art wurde 2016 in die EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung aufgenommen (Nehring & Skowronek 2023). Sie wird von der IUCN als eine der "100 invasivsten Arten der Welt" eingestuft (CABI 2021).
DEUTSCHLAND:
2017 Hafen von Kehl in Baden-Württemberg (Amarell 2020, Hand & Thieme 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
In Belgien subspontan 1999 (Verloove 2021), vorübergehend auch in Polen (Neobiota 2022).