Ononis

Hauhechel, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Ononis umfasst etwa 88 Arten (Kew 2023) mit Hauptverbreitungsgebiet im westlichen Mittelmeerraum. Marokko ist mit etwa 50 Arten das Mannigfaltigkeitszentrum.
 
 

Ononis viscosa  

Klebrige Hauhechel,
Ononis viscosa (inkl. O. brevifolia)
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis 30 cm hohe bzw. breite Einjährige mit 1−3-teiligen Blättern und elliptischen, bis 20 mm langen, vorne oft ausgerandeten Blättchen. Rispe einblütig, Rispenäste bis 20 mm lang, mit 5−15 mm langer, drüsig und drüsenlos behaarter Granne. Blüten gelb, je nach Unterart kürzer oder länger als der Kelch. Frucht 12−20 mm lang, länger als der Kelch. Blütezeit April bis Juni.
 

Heimat:

In sieben Unterarten im Mittelmeergebiet, östlich bis in den Iran.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Adventiv 1941 für die Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1944, Hand & Thieme 2023) angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 

Weitere Arten:


Ononis alopecuroides

Die Fuchsschwanz-Hauhechel, Ononis alopecuroides, ist in drei Unterarten im Mittelmeergebiet beheimatet und tritt in Nordost-Australien neophytisch auf. Im Gebiet angegeben für Hessen (Hand & Thieme 2023), 1908 für den Hafen von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023) und für die Solothurner Malzfabrik (Hegi 1975). Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021), 1881 in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021) und 1904 in Großbritannien.
 

Ononis biflora

Im Mittelmeergebiet ist die Zweiblütige Hauhechel, Ononis biflora, beheimatet. Sie wird 1918 für die Solothurner Malzfabrik eingeschleppt angegeben (Hegi 1975).
 

Ononis mitissima

Mediterraner Herkunft ist die Weiche Hauhechel, Ononis mitissima, die in Uruguay neophytisch auftritt, im Gebiet nur unbeständig verschleppt, so 1999 in einem Wildacker bei Theinfeld und 1999 auf einer Ackerbrache bei Scheuer nahe Regensburg in Bayern (Meierott 2008, Klotz 2014, Meierott & al. 2024), 1989 auf einem Auffüllplatz in St. Anna bei Lingenau in Vorarlberg (Dörr & Lippert 2004, Glaser & al. 2025), 1917 in Birsfelden in Basel-Landschaft und 1915 in Solothurn (Hegi 1975). Subspontan u.a. 1865 auch in Großbritannien (Seebens & al. 2017).
 

Ononis serrata

Im südlichen Mittelmeergebiet, östlich bis in den Iran, ist die Gezähnte Hauhechel, Ononis serrata, beheimatet. Sie wird 1916 eingeschleppt für den Güterbahnhof Zürich angegeben (Scheuermann 1930, Hegi 1975). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
 

Quellen

Dörr E. & Lippert W. (2004): Flora des Allgäus und seiner Umgebung Band 2 – IHW-Verlag Eching, 752 S.

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Klotz J. (2014): Cynodonnlem fuensis, Euonymus verrucosus und andere sehr seltene Neophyten – Hoppea, Denkschr. Regensb. Bot. Ges. 74: 87–94.



Meierott L. (2008): Flora der Haßberge und des Grabfeldes – Neue Flora von Schweifurt. 2 Bände, IHW-Verlag, Eching.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Scheuermann R. (1930): Mittelmeerpflanzen der Güterbahnhöfe des rheinisch-westfälischen Industriegebiets – Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalen 86: 256-342. 

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.