Neillia

Kranzspiere, Rosengewächs, Rosaceae

Gattung:

Neillia umfasst, inkl. Stephanandra, etwa 15 asiatische Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum in China.  
 

Neillia incisa

Kleine Kranzspiere,
Neillia incisa
(Syn.: Stephanandra incisa)  
Rosengewächs, Rosaceae

 

Steckbrief:

50−150 cm hoher, stark verzweigter Strauch. Blätter dreilappig, unterseits behaart, Blattrand tief eingeschnitten, gezähnt. Nebenblätter eiförmig bis lanzettlich. Blüten in 2−6 cm langen, endständigen Rispen. Kronblätter weiß, spatelförmig, Staubblätter 10. Blütezeit Mai bis Juni.
Verwechslungsmöglichkeit: Bei der ebenfalls kultivierten, 100−200 cm hohen Großen Kranzspiere, Neillia tanakae, sind die Blätter unterseits kahl, die Nebenblätter herzförmig.
 
 

Name:

Benannt zu Ehren des schottischen Druckereiinhabers, Hobbygärtners und Botanikers Patrick Neill (1776−1851), der unter anderem den gärtnerischen Teil der „Encyclopaedia Britannica“ verfasste.
 

Nutzung:

Ziergehölz, in wenigen Sorten wie `Crispa´ (um 1930). Die Art hat ein hohes Ausschlagsvermögen (Bruns 2009).
 
 

Ausbreitung:

Ostasiatische Art, seit etwa 1872 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014), vor allem als Bodendecker, zur Dachbegrünung und als Bienenweide genutzt. Gärtnerisch meist noch mit dem synonymen Namen Stephanandra incisa im Handel. Sehr selten im Gebiet subspontan.
DEUTSCHLAND:
Stuttgart in Baden-Württemberg (Schmid 2005), Regensburg, Bamberg und Bayreuth in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Hassler & Muer 2022), zwischen Sankt Augustin und Hennef in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015) und 2019 Flensburg in Schleswig-Holstein (Hebbel 2023). Die Angabe für Flensburg in Schleswig-Holstein ist nach Hand & Thieme (2023) irrig.  
ÖSTERREICH: 
Sehr selten subspontan, so in Burgkirchen im oberösterreichischen Innviertel (Hohla 2006), in der Franz-Scherer-Straße in der Stadt Salzburg (Pilsl & al. 2008), Hiesenberg bei Henndorf im Salzburger Flachgau (Wittmann & Pflugbeil 2017) und Unterpeischlach in Osttirol (Stöhr 2019). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2004 (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und Norwegen (Gederaas & al. 2012).

 

Quellen

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hebbel J. (2023): Bemerkenswerte Neophytenfunde in Schleswig-Holstein (2018 –2022). – Kieler Notizen Pflanzenkd. 47: 115–159.



Hohla M. (2006): Bromus diandrus und Eragrostis multicaulis neu für Oberösterreich sowie weitere Beiträge zur Kenntnis der Flora des Innviertels – Beitr. Naturk. Oberösterreichs 16: 11–83.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Pilsl P., Schröck Ch., Kaiser R., Stöhr O., Gewolf S. & Nowotny G. (2008): Neophytenflora der Stadt Salzburg (Österreich) – Sauteria-Schriftenreihe f. systematische Botanik, Floristik u. Geobotanik 17: 1–596.

Schmid M. (2005) Untersuchung zur neophytischen Gehölzflora im Stuttgarter Stadtgebiet. Jh. Ges. Naturkde. Württemberg 161: 178-257.

Stöhr O. (2019): Drei weitere Adventivlinge neu für Osttirol - http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=10&t=1829

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wittmann H. & Pflugbeil G. (2017): Beiträge zur Flora des Bundeslandes Salzburg IV - Mitt. Haus der Natur 24 : 75–99.