Moricandia

Moricandie, Kreuzblütler, Brassicaceae

Gattung:

Moricandia umfasst etwa 8 Arten (Kew 2023), die in Nord- und Ostafrika, Südwest-Asien und im südlichsten Europa beheimatet sind.
 
 

Moricandia arvensis 

Acker-Moricandie,
Moricandia arvensis  
Kreuzblütler, Brassicaceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe, kahle Zweijährige mit bläulichgrünen, eilanzettlichen, stängelumfassend sitzenden Blättern und rosa bis lila Blüten. Kronblätter dunkel geadert, Kelch oft purpurn gefärbt. Frucht schmal und dünn, bis 8 cm lang. Blütezeit April bis Mai.
 

Name:

Die Gattung ist zu Ehren des Schweizer Naturforschers Moïse Étienne Stefano Moricand (1779−1854) benannt, der sich besonders um die Erforschung der Pflanzen Lateinamerikas und Italiens Verdienste erwarb. Moricand war u.a. Handelsreisender für Schweizer Uhren in Italien, sammelte auf seinen Reisen Pflanzen und Mineralien und schrieb über die Flora des Veneto (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Südliches Mittelmeergebiet, südlich bis Mauretanien und in den Tschad.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

In Großbritannien wird die Ausbreitung der Art mit der Einfuhr von Espartogras für die Papierindustrie vermutet (Clement & Foster 1994).
DEUTSCHLAND:
Unbeständig, so ehemals am Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Fiedler 1939 in: Breitfeld & al. 2021; Hassler & Muer 2022), 2013 und 2014 ehemalige Deponie Puchheim bei München in Bayern (Dickoré & Springer 2014, Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024) und 1961 in Berlin-Grunewald (Scholz & Sukopp 1965, Hand & Thieme 2023). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1915 und 1917 am Güterbahnhof Zürich (Scheuermann 1930). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 2017 in Belgien (Verloove 2021) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants of the British Isles. – London: Botanical Society of the British Isles.

Dickoré W. B. & Springer S. (2014): Neue Adventivflora auf historischem Grund der ehemaligen Deponie Puchheim bei München – Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 84: 101-108.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Scheuermann R. (1930): Mittelmeerpflanzen der Güterbahnhöfe des rheinisch-westfälischen Industriegebiets – Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalen 86: 256-342. 

Scholz H. & H. Sukopp (1965): Drittes Verzeichnis von Neufunden höherer Pflanzen aus der Mark Brandenburg und angrenzenden Gebieten – Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg 102: 3-40.

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 2: Hypericaceae bis Primulaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.