Moehringia

Nabelmiere, Nelkengewächs, Caryophyllaceae

Gattung:

Moehringia umfasst etwa 29 Arten auf der nördliche Erdhalbkugel (Kew 2023). Manche davon wurden erst auffallend spät beschrieben, wie die 2008 aus dem Argentera-Massiv der Seealpen beschriebenen Moehringia argenteria. Zahlreiche Arten sind Endemiten einzelner Gebirgszüge. Bis 1992 zählte die Gattung 4 Arten mehr, doch übertrugen Fior & Karis (2007) M. funiculata, M. suffruticosa, M. tejedensis und M. glochidisperma zur Gattung der Sandkräuter, Arenaria.
 

Moehringia pentandra 

Fünfmännige Nabelmiere,
Moehringia pentandra  
Nelkengewächs, Caryophyllaceae

 

Steckbrief:

Bis 10 cm hohe, meist niederliegende Mehrjährige mit ovalen, bis 15 mm langen, vorne spitzen, dreinervigen, kurz gestielten Blättern und unscheinbaren Blüten. Kelchblätter weißlich, in der Mitte grün, an der Spitze kapuzenartig. Kronblätter fehlend oder verkümmert. Fruchtkapsel kugelförmig, aus dem Kelch ragend. Blütezeit April bis Juni.
 

Name:

Benannt zu Ehren von Paul Heinrich Gerhard Möhring (1710−1792), deutscher Arzt, Botaniker und Ornithologe. Möhring arbeitete als Arzt in Jever und war Leibarzt von Fürst Johann Ludwig II. von Anhalt-Zerbst (Burkhardt 2018). 1749 fand er die Laugenblume, Cotula coronopifolia, bei Riepe Ochtelbur und Bangstede in Ostfriesland. Er schickte die unbekannte Pflanze zu Linné nach Uppsala, worauf sie dieser 1763 beschrieb und als Dank dafür Möhring mit der Pflanzengattung der Nabelmieren bedachte (Feder 2022).
 

Heimat:

Westliches und zentrales Mittelmeergebiet, Kanarische Inseln.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
1894 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1910) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt, auch nicht in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1990).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Feder J. (2022): Der Segen der Einwanderer. Neophyten, unsere pflanzlichen Neubürger und was sie für unser Ökosystem bedeuten. Gräfe und Unzer, München.

Fior S. & P.O. Karis (2007): Phylogeny, evolution, and systematics of Moehringia (Caryophyllaceae) as inferred from molecular and morphological data: a case of homology reassessment. - Cladistics 23(4):362-372.



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1990): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 1: Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. 2. Aufl., Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11−171.