Malvastrum

Scheinmalve, Malvengewächs, Malvaceae

Gattung:

Malvastrum umfasst etwa 23 Arten (Kew 2023), die in Amerika und Nordost-Australien beheimatet sind mit Mannigfaltigkeitsschwerpunkt in Südamerika.  
 

Malvastrum coromandelianum  

Koromandel-Scheinmalve,
Malvastrum coromandelianum  
Malvengewächs, Malvaceae

 

Steckbrief:

Bis 80 cm hohe Einjährige oder kurzlebiger, am Grund verholzender Halbstrauch mit gestielten Blättern und eiförmigen, gezähnten, tief genervten Blattspreiten. Blüten 1−2 cm im Durchmesser, mit 5 blassgelben Kronblättern und intensiv gelben Staubgefäßen. Blütezeit im Gebiet nicht bekannt.
 

Heimat:

Vom südlichen Nordamerika bis Südamerika.
 

Nutzung:

Keine, in ihrer Heimat aber als traditionelle Heilpflanze genutzt. Die Pflanze beinhaltet entzündungshemmende, schmerzstillende und antibakterielle Stoffe (Dhirendra & al. 2013).
 

Ausbreitung:

Die Art ist trockenheitsverträglich und bildet eine tiefe Pfahlwurzel, weshalb sie in der Landwirtschaft lokal als Ackerunkraut gilt.
DEUTSCHLAND:
1953 mit Baumwolle eingeschleppt angegeben für Atzenbach in Baden-Württemberg (Baumgartner 1975) und für Questin und Wesenberg in Mecklenburg-Vorpommern (Henker 1980, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 
Weitere Arten:

Malvastrum americanum

Die Amerikanische Scheinmalve, Malvastrum americanum, ist im tropischen und subtropischen Amerika vom südlichen Nordamerika bis Südamerika verbreitet und wird im Gebiet 1917 mit Wolle eingeschleppt für die Wollwäscherei Hannover-Döhren in Niedersachsen (Scheuermann 1924, Hand & Thieme 2023), 1933 für Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1937, Hand & Thieme 2023) und 1936 für die Spinnerei Coßmannsdorf in Sachsen (Probst 1949, Hand & Thieme 2023) angegeben. Die Art ist frostempfindlich und wird auch über Vogelfutter verbreitet. In Belgien konnte sie subspontan 1892, 2005 und 2011 gefunden werden (Verloove 1998, Verloove 2021).
 

 

Malvastrum tomentosum

Im nördlichen und zentralen Südamerika ist die Filzige Scheinmalve, Malvastrum tomentosum, beheimatet. Im Gebiet wird sie subspontan 1911 in Schutt beim Vahrenwalder Wasserturm bei Hannover in Niedersachsen (Scheuermann 1913) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
 

Quellen

Baumgartner W. (1975): Die Baumwolladventivflora von Atzenbach (Baden BRD) und Issenheim (Elsass Frankreich) – Bauhinia 5/3: 119-129.

Bonte L. (1937): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes 1930-1934 – Decheniana 94: 107-142.

Dhirendra B. S., Kumar S. V., Srinivasan K. K., Aswatharam H. N. & C. S. Shreedhara (2013): Pharmacognostic and phytochemical investigation of the leaves of Malvastrum coromandelianum (L.) Garcke - PMC

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Henker H. (1980): Die Ruderalflora aufgelassener Schweine- (Wald-) Mastanlagen – Bot. Rundbrief Bez. Neubrandenburg 11: 52−59.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.

Scheuermann R. (1913): Beitrag zur Kenntnis der bei der Stadt Hannover und in ihrer Umgebung auftretenden Adventivpflannzen – Jahresbericht des Niedersächsischen Botanischen Vereins 4/5: 65-85.

Scheuermann R. (1924): Dritter Beitrag zur Kenntnis der Adventiflora Hannovers - Jahresbericht der Naturhistorischen Gesellschaft zu Hannover 69-74: 54-66.

Verloove F. (1998): Malvastrum americanum en Malvastrum coromandelianum (Malvaceae): nieuw voor de Belgische adventief-flora. Dumortiera 69: 13-15.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be