Malus

Apfel, Rosengewächs, Rosaceae

Gattung:

Malus umfasst etwa 32 Arten (Kew 2023), die in der nördlichen gemäßigten Zone beheimatet sind mit Mannigfaltigkeitszentrum in China.
 

Malus toringo

Toringo-Apfel,
Malus toringo
(inkl. M. sieboldii, inkl. M. sargentii)  
Rosengewächs, Rosaceae

 

Steckbrief:

Bis 5 m hoher, sommergrüner Baum oder Strauch mit eiförmigen bis elliptischen, grob gesägten, besonders an Langtrieben dreilappigen Blättern und trugdoldigen Blütenständen mit 4–8 Blüten. Knospe dunkelrosa, Kronblätter später weiß, 15–18 mm lang. Früchte rot oder dunkelgelb, 6–8 mm im Durchmesser. Blütezeit April.
 

Name:

Das Synonym ist zu Ehren von Philipp Franz von Siebold (1796−1866) benannt. Siebold war ein deutscher Arzt, Japan- und Naturforscher, Ethnologe und Botaniker.
 

Heimat:

Ostasien von Südost-China bis Sachalin.
 

Nutzung:

Als Zierapfel, in mehreren Sorten von alphabetisch `Antigua´ bis `Yoshi´. Auch als Vogelgehölz, denn die Früchte sind im Winter bei Buchfinken, Grünfinken, Bergfinken, Sperlingen und anderen Kleinvögeln beliebt (Bruns 2009).
 

Ausbreitung:

Die Art ist seit spätestens 1856 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014).
DEUTSCHLAND:
Vereinzelt, so 1991 bei Weiden, 2017 am Güterbahnhof Bayreuth und 2009 im Gleisdreieck München-Neuaubing in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024) und in Hamburg (Hassler & Muer 2022), sich lokal etablierend in Köln, am Rheinufer bei Bonn-Beuel, am Rheinufer bei Limperich und 2009 in Gerthe in Nordrhein-Westfalen (Adolphi 2015, Gorissen 2015, Jagel 2021).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---

 
Weitere Arten:

Malus angustifolia

Der Schmalblättrige Apfel, Malus angustifolia, ist in den südöstlichen USA beheimatet und wird im Gebiet subspontan für Schleswig-Holstein angegeben (Hand & Thieme 2023). Die Art hat in der heimischen Gartengestaltung und im Obstbau keine Bedeutung.
 

Malus baccata

Der Kirsch-Apfel, Malus baccata, ist in großen Teilen Asiens und im europäischen Russland beheimatet und seit spätestens 1784 in gärtnerischer Kultur (Bärtels & Schmidt 2014). Er wird in zahlreichen Sorten wie `Akso´ oder `Street Parade´ (1982) kultiviert und wird für den Botanischen Garten Berlin (Sukopp 2006) subspontan angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt. Subspontan auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 
 

Malus floribunda

Der in Korea beheimatete Japanische Apfel, Malus floribunda, ist möglicherweise hybridogenen Ursprungs (vielleicht M. baccata × toringo) und wurde 1862 nach Europa gebracht. 
Er wird als Zierapfel in Sorten wie `Atropurpurea´ oder `Tora´ kultiviert. Aufgrund seiner Schorfresistenz wurde er hier auch zur Apfelzucht genutzt und es entstanden Ende des vergangenen Jahrhunderts wertvolle Sorten wie etwa `Topaz´. Unbeständige Verwilderungen im Gebiet werden aus Hamburg genannt (Hand & Thieme 2023). Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).
 

Malus prunifolia

Der Pflaumenblättrige Apfel, Malus prunifolia (Syn: Pyrus prunifolia), ist in China beheimatet und wird im Gebiet als Ziergehölz, so in der Sorte `Fastigiata´, und als Veredelungsunterlage kultiviert. Die wild vorkommende Hybride Malus baccata × M. prunifolia (= Malus ×robusta) wird aufgrund ihrer Robustheit, etwa gegenüber dem Feuerbrand, als wichtige genetische Ressource für die Züchtung neuer Apfelsorten genutzt. Subspontan im Gebiet 2012 in Gemünden-Herbelhausen und 2011 beim Hauptgüterbahnhof Frankfurt in Hessen (Gregor & al. 2012) und Obere Letten und Flurstraße in Zürich (Landolt 2001). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt. Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Malus ×purpurea

Der Blut-Apfel, Malus ×purpurea, ist eine gärtnerischen Hybride und entstand vor 1900 aus Malus ×atrosanguinea × M. pumila `Niedzwetzkyana´. Sie wird häufig als Zierpflanze kultiviert, etwa in den Sorten `Aldenhamensis´ (1922) oder `Makowieckiana´. 
Unbeständig wird er im Gebiet für Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023) und Nordrhein-Westfalen (Hand & Thieme 2023) angegeben. Subspontan auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Malus ×zumi

Der Zumi-Apfel, Malus ×zumi, ist eine 1892 bei Doorenbos in Den Haag entstandene Hybride aus den beiden ostasiatischen Arten Malus mandshurica × M. toringo (Böhlmann 2009).
Sie wird in Sorten wie `Professor Sprenger´ (vor 1952) und `Golden Hornet´ (vor 1949) als Zierapfel genutzt und dient als salztolerante Unterlage für Kulturäpfel. Sie findet sich sehr selten subspontan, so bei Hagenbrunn in Niederösterreich (Vitek 2021).
 

Quellen

Adolphi K. (2015): Anmerkungen zu einigen sich möglicherweise einbürgernden Neophyten – Braunschweiger Geobotanische Arbeiten: 137-153.

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Böhlmann D. (2009): Hybriden bei Bäumen und Sträuchern – Wiley-Vch-Verlag, Weinheim, 326 S.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten.

Gregor T., Hodvina S., Barth U., Bönsel D., Feuring C. & Übeler M. (2012):  Weiterführung der hessischen Florenliste -  Botanik und Naturschutz in Hessen 24, 71–105.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

 



Jagel A. (2021): Flora von Bochum, eine Zusammenstellung der bisher im Stadtgebiet Bochum heimischen und verwilderten Pflanzen-Sippen. – jagel.nrw/Flora_Bochum_Jagel.pdf.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Landolt E. (2001): Flora der Stadt Zürich (1984–1998) Band 2 – Springer Verlag Basel. 706 S.

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Sukopp H. (2006): Botanische Gärten und die Berliner Flora – Willdenowia 36: 115-125.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Vitek E. (2021): cf. Malus baccata bei der Mizzi-Langer-Wand (Wien-Liesing) - Forum Flora Austria (flora-austria.at)

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.