Leucaena

Weißkopfmimose, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Leucaena umfasst etwa 24 amerikanische Arten (Kew 2024) mit Mannigfaltigkeitszentrum im südlichen Mexiko.
 

Leucaena leucocephala 

Weißkopfmimose, Pferde-Tamarinde,
Leucaena leucocephala  
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis 5 m hoher, halbimmergrüner Strauch oder Baum mit wechselständigen, 7−25 cm langen, doppelt gefiederten Blättern und 10−19 Blättchenpaaren. Blüten mimosenähnlich, klein, weiß und zu vielen in kugeligen, oft paarweise angeordneten Köpfchen. Hülsen gerade, abgeflacht, 12−20 cm lang, mit 15-25 Samen. Blütezeit im Gebiet nicht bekannt.
 

Heimat:

Mexiko bis Mittelamerika.
 

Nutzung:

In wärmeren Gebieten zur Wiederbewaldung und als Viehfutter genutzt. Blätter, Früchte und Blütenknospen werden roh oder gekocht gegessen, die Samen dienen geröstet und gemahlen als Kaffeeersatz. In Mitteleuropa wird die Pflanze als Kübel-Ziergehölz kultiviert. 
 

Ausbreitung:

In verschiedene tropischen bis subtropischen Gebieten eingeführt und dort lokal invasiv. Die Art führt eine Symbiose mit Ameisen unterschiedlicher Gattungen, die von extrafloralen Nekatrien an den Blattbasen angelockt werden und dem Baum als Schutz vor der ebenfalls pantropisch verbreiteten Blattflohart Heteropsylla cubana dienen (Persad 1990, Lach & al. 2010).
DEUTSCHLAND:
Im Gebiet nur einmal subspontan in Hamburg gefunden. Hier 2019 als Keimling auf einer Eisenerzhalde im Sandauhafen entdeckt und für die Bestimmung in Kultur genommen. Das Eisenerz dürfte aus Brasilien stammen (Bodendieck & al. 2021, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Nachweise für Europa finden sich von Zypern und Spanien. Die ersten spontanen Vorkommen auf dem europäischen Festland breiteten sich von gepflanzten Straßenbäumen aus und stammen vom Ende der 1980er-Jahre aus der Innenstadt Barcelonas (Casasayas 1989). Gut dokumentiert ist der Naturalisierungsprozess der Art im spanischen Andalusien durch Dana et. al. (2005).
 

 

Quellen

Bodendieck K. O., J. Schwarzstein & J. G. Rohwer (2021): Die Weißkopf-Mimose (Leucaena leucocephala) im Hamburger Hafen: Ankunft eines „blinden Passagiers“ aus den Tropen - Berichte des Botanischen Vereins zu Hamburg, Heft 32 untitled (botanischerverein.de)

Casasayas, T. (1990): La flora al-lóctona de Catalunya.Catáleg raonat de les plantes vasculars exótiques quecreixen sense cultiu al NE de la Península Ibérica.Publ. Univ. Barcelona, Col. Tesis Doct. Microfitxades núm. 787. Barcelona.

Dana E. D., Sobrino E. & Sanz M. (2005): 89 - Four interesting neophytes for the flora of Andalusia. (Cuatro neófitos interesantes para la flora de Andalucía.). Lagas



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lach L., Tillberg C.V. & Suarez A.V. (2010): Contrasting effects of an invasive ant on a native and an invasive plant. Biological Invasions 12, 3123-3133