Lathyrus

Platterbse, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Lathyrus umfasst, exkl. Pisum und Vavilovia, etwa 178 Arten mit Mannigfaltigkeitszentren im Mittelmeergebiet und in Chile. Molekularphylogenetische Untersuchungen zeigen, dass innerhalb der Gattung Lathyrus auch die Gattung der Erbsen, Pisum, geführt werden sollten (Schäfer & al. 2012). Gleichfalls nächstverwandt mit Pisum ist die Gattung Vavilovia, weshalb auch diese von Taxonomen in neuerer Zeit meist in Lathyrus eingeschlossen wird. Hier wird Pisum aus eher traditionellen Gründen vorerst noch als eigenständige Gattung geführt.
 

Lathyrus sativus  

Saat-Platterbse,
Lathyrus sativus  
Hülsenfrüchtler, Fabaceae
 

Steckbrief:

20–90 cm hohe Einjährige mit niederliegenden oder kletternden, 0,5–1,5 mm breit geflügelten Stängeln. Blattfiedern lineal-lanzettlich, 5–15 cm lang, 3–8 mm breit, mehr als 10× so lang wie breit. Blüten meist weiß mit blauer Aderung oder Zeichnung, 1,2–2,2 cm lang. Frucht 2–4 cm lang und 1–1,8 cm breit, auf der Oberseite mit 2 Flügeln. Blütezeit April bis Juli.
 

Nutzung:

Gründüngungs- und Futterpflanze (aber nach Roth & al. 2012 fürs Vieh giftig), vereinzelt auch als Nahrungsmittel (Platterbsenmehl). Mehr Bedeutung hat die Pflanze in Indien, Bangladesch und Äthiopien. Platterbsen sind weniger anfällig für Trockenheit als andere Nutzpflanzen und wurden deshalb oft in Notzeiten gegessen. Dies führte dann oft zu Vergiftungen namens Lathyrismus, weil die Pflanze geringe Mengen eines Gifts enthält. Für den europäischen Raum ist ein verheerender Ausbruch dieser Erkrankung zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschrieben. Viele Spanier ernährten sich während der Befreiungskriege gegen Napoleon in hohem Maße von Platterbsen, was zum Ausbruch des Lathyrismus führte.
 

Ausbreitung:

Wildvorkommen sind nicht bekannt. Die Ausgangsart(en) werden in den Hochflächen Afghanistans vermutet, dem Genzentrum der Artengruppe (Scheibe 1953). Neuere Arbeiten vermuten Lathyrus cicera aus Ausgangsart (Müller & al. 2021). Die Saat-Platterbse wird in Südeuropa seit dem Altertum kultiviert, nördlich der Alpen seit dem 16. Jahrhundert durch Hieronymus Bock (1551) und Leonhart Fuchs (1553) nachgewiesen. Gegenwärtig im Gebiet vor allem als Gründüngung genutzt und gelegentlich subspontan auftretend.
 
DEUTSCHLAND: 
Selten, so bei Dürren nahe Ratzenried und ehemals bei Bruchsal in Baden-Württemberg (Dörr & Lippert 2004, Hassler 2021), bei München, Rodersberg, Margetshöchheim, Aschaffenburg, Niederwerrn, Gochsheim und Dürren bei Ratzenried in Bayern (Vollmann 1914, Dörr & Lippert 2004, Meierott 2008), Berlin (Seitz & al. 2012), Hamburg-Diebsteich (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), Hessen (Hand & Thieme 2023), 1982 in Brackwede in Nordrhein-Westfalen (Kulbrock & al. 2006), Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Vollmann 1914, Hand & Thieme 2023), bei Leipzig, Dresden, Kleinokrilla, Schönfeld und Großröhrsdorf in Sachsen (Gutte 2006, Hardtke & al. 2013), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2023) und ehemals bei Melchendorf und Alperstedt in Thüringen (Reinecke 1914, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: 
Selten und unbeständig, so im Nordburgenland (Gilli & al. 2022), Kärnten (Glaser & al. 2025), Prellenkirchen und Oberwaltersdorf in Niederösterreich (Nadler & Haug 2021, Till 2011, Janchen 1977), Christkindl bei Steyr in Oberösterreich (Scheuer 2014), Salzburg (Glaser & al. 2025), Gleinz bei Groß-St. Florian und Neurath bei Stainz in der Steiermark (Kniely 2015, Eigenfund Griebl 2017), Innsbruck-Mühlau in Nordtirol (Polatschek 2000), Bregenz, Tosters und zwischen Riefensberg und Bolgenach-Brücke bei Krumbach in Vorarlberg (Polatschek 2000, Dörr & Lippert 2004) und Kledering in Wien (Adler 2004). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1870 (Glaser & al. 2025). In Südtirol u.a. in Taufers, Pflersch, Ratschings, Maiern, Eppan, Kaltern, Schlanders und Terlan (Wilhalm & al. 2007).
SCHWEIZ:  
Selten, so bei Eiken im Kanton Aargau, Freiburg, Genf, Montignez im Kanton Jura, in den Kantonen Luzern und Schaffhausen, Lavena im Tessin, Wollerau in Schwyz, Thierrens im Kanton Waadt, im Wallis und in Zürich (Hegi 1975, Infoflora 2024, Landolt 2001). Im Kanton Zürich beim Strickhog, beim Hardplatz und 1916 bei der Kiesgrube Hardau (Wohlgemuth & al. 2020).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021), in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und archäophytisch in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).
 

 
Weitere Arten:

Lathyrus angulatus

Die mediterrane Kantige Platterbse, Lathyrus angulatus, wird im Gebiet vorübergehend eingeschleppt angegeben, so 1891 und 1901 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Zimmermann 1910), für Nordrhein-Westfalen (Hassler & Muer 2022), Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Vollmann 1914, Hand & Thieme 2023) und ehemals bei Oberkirch am Sempacher See im Kanton Luzern (Infoflora 2024). Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021).
 

Lathyrus annuus

Mediterraner Herkunft ist die Einjährige Platterbse, Lathyrus annuus, die im Gebiet vorübergehend auftritt bzw. auftrat. 
So 1906, 1931 und 1932 am Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Fiedler 1936, Sebald & al. 1992, Hand & Thieme 2023), 1988 auf einem Pflastersteinhaufen im Winterhafen Regensburg in Bayern (Lippert & Meierott 2014, Meierott & al. 2024), 1900 bei der Dampfmühle Wandsbek in Hamburg (Pieper 1901, Hand & Thieme 2023), 1894 zwischen Wächtersbach und Orb in Hessen (Gregor 2009), ehemals Bad Berleburg und 1931 am Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf in Nordrhein-Westfalen (Göppner 1913, Bonte 1937), 1934 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Gutte 2006), Rauchenwarth in Niederösterreich (Metlesics 1948, Glaser & al. 2025), 1916 in Käferfeld bei Bern, Solothurn, 1886 bei Orbe in der Waadt und 1909 in Hardau im Kanton Zürich (Hegi 1975, Thellung 1915, Thellung 1919)
Subspontan u.a. 1867 auch in Belgien (Verloove 2021, Seebens & al. 2017), in den Niederlanden (FLORON 2021), seit 1897 in Großbritannien (Seebens & al. 2017), seit 1934 in Norwegen (Gederaas & al. 2012), seit 1928 in Estland (Seebens & al. 2017), in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und seit 1957 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).
 

Lathyurs articulatus

Im Mittelmeergebiet von Portugal bis Griechenland ist die Gegliederte Platterbse, Lathyurs articulatus, beheimatet. Sie ist nahe mit der Purpur-Platterbse, L. clymenum, verwandt und wird von manchen Botanikern als Unterart oder als Synonym zu dieser gesehen. Adventiv wird sie 1956 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Gutte 2006), in Basel, 1916 vom Bahnhof Buchs in St. Gallen und von Zürich angegeben (Hegi 1975). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als Unterart zu L. clymenum geführt. In der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) wird sie nicht genannt.
 

 

Lathyrus cicera

Vom Mittelmeergebiet bis Zentralasien ist die Kicher-Platterbse, Lathyrus cicera, verbreitet. Im Gebiet trat sie vielfach adventiv auf, meist eingeschleppt mit Getreide, Esparsette und Wicke. 
So 1934 am Hauptgüterbahnhof Stuttgart und in Freiburg im Breisgau in Baden-Württemberg (Böcker & al. 2017, Hegi 1975), 1903 am Münchner Südbahnhof, 1983 am Bahnhof Bad Wörishofen und 1991 Kalbenstein bei Karlstadt in Bayern (Dörr & Lippert 2004, Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024), 1890 bei der Köpenicker Dampfmühle in Berlin (Ascherson 1891, Hand & Thieme 2023), bei Rüdersdorf in Brandenburg (Ascherson 1888), 1922 in Hamburg-Altona (Christiansen 1928, Hand & Thieme 2023), 2005 in Wiesbaden-Bierstadt in Hessen (Streitz 2005), Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2023), 1972 in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen (Kulbrock & al. 2006), Lambsheim in Rheinland-Pfalz (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), 1937 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1944, Gutte 2006), in der Steiermark (Walter & al. 2002, Glaser & al. 2025), Schlanders in Südtirol (Wilhalm & al. 2008), ehemals u.a. bei Genf, bei Chur in Graubünden, Neuenburg, Bahnhof Buchs in St. Gallen, Tessin, Waadt, Salgesch im Wallis und 1916 und 1917 beim Vorbahnhof und 1918 beim Bahnhof Tiefenbrunnen in Zürich (Hegi 1975, Welten & Sutter 1982, Landolt 2001, Wohlgemuth & al. 2020, Infoflora 2024) und in Liechtenstein.
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), den Niederlanden (FLORON 2021) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012). Im südlichen Tessin in der Schweiz (ehemals) möglicherweise heimisch!
 

Lathyrus clymenum

Die ebenfalls mediterrane Purpur-Platterbse, Lathyrus clymenum, galt auf der Vulkaninsel Santorini als Nahrungspflanze, da die Art mit Vulkanasche gut zurechtkommt. 
Im Gebiet trat sie vereinzelt verschleppt auf, so in Ulm-Söflingen und am Güterbahnhof Karlsruhe in Baden-Württemberg (Müller 1948, Sebald & al. 1992, Hand & Thieme 2023), 1989 bis 2015 in Ingolstadt, 1968 am Güterbahnhof Kempten und 1937 am Südbahnhof München in Bayern (Dörr & Lippert 2004, Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024), Berlin (Müller & al. 2021), 1894 bei Rüdersdorf in Brandenburg (Behrendsen 1896, Hand & Thieme 2023), 1950 auf der Koppelhut bei Groß-Felda in Hessen (Gregor 2018), 1981 in Wackstow bei Röbel in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), 1981 in Gütersloh in Nordrhein-Westfalen (Kulbrock & al. 2006), 1934 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1936, Hand & Thieme 2023), 1896 und 1914 bei Bischleben in Thüringen (Reinecke 1914, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), 1894 bei Locarno im Tessin (Hegi 1975) und ehemals am Güterbahnhof Zürich (Thellung 1919). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
 
Subspontan u.a. 1891 auch in Belgien (Verloove 2021, Seebens & al. 2017), in den Niederlanden (FLORON 2021) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Lathyrus hierosolymitanus

Im östlichen Mittelmeergebiet ist die Jerusalem-Platterbse, Lathyrus hierosolymitanus, beheimatet. Sie wird 1908 für die Ölfabrik Mannheim und für einen Hühnerhof in Mannheim in Baden-Württemberg verschleppt angegeben (Hegi 1975, Lutz 1910, Hand & Thieme 2023). In der Schweiz mehrfach angegeben, so 1912 für Malleray im Kanton Bern, für Solothurn und 1902 für Zürich (Hegi 1975). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
 

 

Lathyrus inconspicuus

Die Kleinblütige Platterbse, Lathyrus inconspicuus, ist im Mittelmeergebiet, ostwärts bis Indien und Kasachstan reichend, beheimatet und tritt im Gebiet sehr selten adventiv auf, so 1906 bei Ulm und 1941 Söflingen in Baden-Württemberg (Hegi 1975, Sebald & al. 1992, Hand & Thieme 2023), 1955 am Güterbahnhof Memmingen in Bayern (Dörr & Lippert 2004, Meierott & al. 2024), 1894 bei Rüdersdorf in Brandenburg (Behrendsen 1896, Hand & Thieme 2023), 1927 in Neuss in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2023), 1917 am Güterbahnhof Basel, ehemals Plancemont in Neuenburg (Hegi 1975) und 1904 beim Bahnhof Tiefenbrunnen in Zürich (Wohlgemuth & al. 2020)
Subspontan u.a. 1874 auch in Belgien (Verloove 2021, Seebens & al. 2017), 1908 in Norwegen (Gederaas & al. 2012), 1910 in Irland (Seebens & al. 2017), 1908 in Großbritannien (Seebens & al. 2017) und 1939 in Polen (Seebens & al. 2017).
 

Lathyrus ochrus

Gelegentlich eingeschleppt tritt im Gebiet die mediterrane Scheidige Platterbse, Lathyrus ochrus, auf, so 1931 bis 1934 als Südfruchtbegleiter am Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Müller 1935, Sebald & al. 1992, Hand & Thieme 2023), 1911, 1922 und 1923 in Hamburg-Altona (Christiansen 1928, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), Hessen (Hand & Thieme 2023), 1928 im Hafen Düsseldorf und 1929 am Güterbahnhof Dortmund Süd in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2023), 1910 im Hafen von Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1914, Hand & Thieme 2023), 1934 bei der Großmarkthalle Leipzig und Dresden in Sachsen (Gutte 2006, Fiedler 1936, Hardtke & al. 2013), 1964 im Rheinhafen Basel-Kleinhüningen (Baumgartner 1973), Malleray im Kanton Bern (Hegi 1975), Buchs im Kanton St. Gallen, 1904 auf der Turnschanze in Solothurn (Hegi 1975) und 1916 und 1917 am Güterbahnhof Zürich (Thellung 1919). Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) nicht genannt.
 
Subspontan u.a. 1880 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021), 1917 in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017), 1935 in Polen (Seebens & al. 2017) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Lathyrus odoratus

Die in Süditalien beheimatete, seit 1711 im Gebiet kultivierte Duft-Platterbse, Lathyrus odoratus, irreführenderweise auch Edelwicke oder Gartenwicke genannt, wird in verschiedenen Spielformen kultiviert. Maßgeblich beteiligt an der Sortenvielfalt war der schottische Gärtner Henry Eckford (1823−1905), der bis 1901 115 von 264 damals bekannten Sorten einführte, darunter auch die Sorte `Dorothy Eckford´. Gegenwärtig finden sich vor allem die „Spencer-Sorten“ mit reichblütigen Trauben im Handel, auch für die Treiberei finden sich spezielle Sorten (Jäger & al. 2008).

 
Im Gebiet gelegentlich verwildert, so in Forst, Kammern, Weiherberg, Bruchsal und 1909 beim Friedhof Mannheim in Baden-Württemberg (Hassler 2021, Hegi 1975), bei Forsthof, Kulmbach, Weyer, Bamberg und Altstädten in Bayern (Vollmann 1914, Hertel & al. 2008, Meierott 2008, Dörr & Lippert 2004), in Berlin (Seitz & al. 2012), Hamburg (Hand & Thieme 2023), Niederdorfelden, Schocketal und Hanau in Hessen (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (Fukarek & Henker 2005), Siegburg und Godesberg in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015), bei Neumagen-Dhron-Papiermühle in Rheinland-Pfalz (Hand & al. 2016), 1956 in Leipzig-Thekla, Coswig und Dresden-Bühlau in Sachsen (Gutte 2006, Hardtke & al. 2013), Sachsen-Anhalt (Müller & al. 2021), Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2023), Erfurt und Kühnhausen in Thüringen (Reinecke 1914, Hand & Thieme 2023), Villach in Kärnten (Pehr 1932, Glaser & al. 2025), an der Salzachufer-Böschung in Itzling in der Stadt Salzburg (Wittmann & Pilsl 1997, Glaser & al. 2025), Aussee, Unzmarkt und Köflach in der Steiermark (Herbar Melzer, Walter & al. 2002, Glaser & al. 2025) und Wien (Fischer & al. 2008, Essl & Rabitsch 2002). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 1859 (Glaser & al. 2025). In der Schweiz ehemals in Basel-Stadt, Bottmingen in Basel-Landschaft (Thellung 1919) und 1904 beim Hardplatz in Zürich (Landolt 2001, Wohlgemuth & al. 2020)
Subspontan u.a. 1859 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021), 1926 in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017), 1928 in Schweden (Seebens & al. 2017), 1987 in Litauen (Seebens & al. 2017), 1994 in Irland (Seebens & al. 2017), 1804 in Portugal (Seebens & al. 2017), in Tschechien (Pyšek & al. 2012) und 1931 in der Slowakei (Medvecká & al. 2012).
 

Lathyrus pisiformis

Die Erbsen-Platterbse, Lathyrus pisiformis, ist in Eurasien weit verbreitet und wird für das Gebiet ehemals subspontan beim Getreidespeicher Berlin Tegeler Straße (Ascherson 1898, Hand & Thieme 2023) angegeben.
 

Lathyrus setifolius

Mediterran ist die Grasblättrige Platterbse, Lathyrus setifolius
Sie wird adventiv für Hamburg (Schmidt 1894, Hassler & Muer 2022), 1910 für den Hafen Frankenthal in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023), Virglwarte bei Bozen in Südtirol (Hegi 1975) und ehemals für Biel im Kanton Bern (Infoflora 2024) angegeben. Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023).
 

Lathyrus tingitanus

Aus dem westlichen Mittelmeergebiet stammt die Tanger-Platterbse, Lathyrus tingitanus. Sie wird selten als Zierpflanze kultiviert und im Gebiet 1959 für Gelnhausen in Hessen (Gregor 2018, Hand & Thieme 2023) angegeben. Subspontan u.a. 1954 auch in Lettland (Seebens & al. 2017) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Quellen

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