Larix

Lärche, Kieferngewächs, Pinaceae

Gattung:

Larix umfasst etwa 10 Arten (Kew 2023) auf der Nordhalbkugel.
 

 

Larix kaempferi 

Japanische Lärche,
Larix kaempferi  
Kieferngewächs, Pinaceae

 

Steckbrief:

Bis 20 m hoher, kegelförmiger bis ausladender, sommergrüner Nadelbaum mit rotbrauner, glatter Rinde und weichen, bläulichgrünen, im Herbst sich gelb färbenden Nadeln. Weibliche Blütenzapfen rötlich, aufrecht, kugelig, männliche Blütenzapfen gelblich, hängend. Samenschuppen bei Reife weit auseinanderklaffend, am Rand umgebogen. Blütezeit im Tiefland März bis April.
Verwechslungsmöglichkeit: Unterscheidet sich von L. decidua durch mehr als 40 Nadeln je Büschel und blaugrüne Nadeln. Bei Larix decidua stehen die Nadeln zu 20−40 an den Kurztrieben.
 
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutschen Arztes und Forschungsreisenden Engelbert Kaempfer (1651−1716). Kaempfer kam 1683 als Arzt und Sekretär einer Gesandtschaft an den russischen und persischen Hof und dann als Schiffsarzt mit der holländischen Ostindien-Kompanie nach Deshima in Japan. Im Zuge einer fast zehnjährigen Forschungsreise von 1683 bis 1693 bereiste er Asien. Kaempfer sammelte neben Pflanzen auch Wissen zu Architektur, Brauchtum, Religion, Handel und Medizin. Neben mehreren Pflanzen ist auch die Japanische Riesenkrabbe, Macrocheira kaempferi, nach ihm benannt. Das Gymnasium in seiner Geburtsstadt Lemgo wurde Engelbert-Kaempfer-Gymnasium benannt (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Auf der japanischen Hauptinsel Honshū endemisch.
 

Nutzung:

Als Zierpflanze in der Gartengestaltung, in mehreren Sorten wie `Blue Rabbit´ (1960) oder `Diana´ (1974) und als Forstgehölz. Die Art ist schnittfest und widerstandsfähig gegenüber dem Lärchenkrebs (Bruns 2009). In den deutschen Wäldern nimmt die Japanische Lärche nach der Bundeswaldinventur von 2012 mit 83.000 Hektar in der Hauptbestockung einen Flächenanteil von 0,8 Prozent ein (Kroiher & Bolte 2015). Außerdem wird die Art in Sorten wie `Blue Dwarf´ (1987) oder `Nana´ (1976) gern als Bonsai gezogen.
 

Ausbreitung:

In Deutschland seit spätestens 1861 in Kultur. Aus ihrer forstlichen Kultur im Gebiet können spontane Hybriden mit der heimischen Lärche, L. decidua, entstehen, die den Namen Larix ×eurolepis (Syn.: L. ×marschlinsii) tragen.
DEUTSCHLAND:
Sehr vereinzelt mit Naturverjüngung, so bei Heidenheim, Michaelsberg und Stuttgart in Baden-Württemberg (Trittler 2006, Hassler 2021, Böcker & al. 2017), Listenberg, Michelsreuth, Unterlaitsch, Hohenknoden, Wülfersreuth, Kornbach, Bischofsgrün und Goldkronach in Bayern (Breitfeld & al. 2017), Hamburg (Poppendieck & al. 2011), Hessen (Hand & Thieme 2023), Niedersachsen (Hand & Thieme 2023), Kottenforst und bei Rheinbach in Nordrhein-Westfalen (Gorissen 2015), Züsch im Hunsrück in Rheinland-Pfalz (Hand & al. 2016), Saarland (Hand & Thieme 2023), Sachsen (Hand & Thieme 2023) und Schleswig-Holstein (Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH:
2021 naturverjüngt an mehreren Stellen im Lachforst östlich des Industrieparks, Gemeinde Neukirchen an der Enknach und 2021 am Eichberg östlich von Schmiedhof, Gemeinde Gurten in Oberösterreich (Hohla 2022).
SCHWEIZ:
Vereinzelt, so in den Kantonen Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Luzern, Tessin, Waadt und Zürich (Infoflora 2024). Inwieweit es sich bei den Schweizer Funden um subspontane Vorkommen handelt, muss offen bleiben. In Infoflora (2024) dazu unter Indigenat: „Als Forstbaum angepflanzt und gelegentlich verwildert; Kultivierter Neophyt, nach dem Jahr 1500 in der Schweiz aufgetreten“. Die Art wird in der „Flora von Zürich“ (Wohlgemuth & al. 2020) für mehrfach im Kanton angegeben, nicht aber explizit als subspontan genannt.
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), Italien (Galasso & al. 2024) und Großbritannien (Clement & Foster 1994).

 

Weitere Sippe:


Larix ×eurolepis

Die Hybride aus der Europäischen Lärche, L. decidua, mit der Japanischen Lärche, L. kaempferi, heißt Marschlins Lärche, Larix ×eurolepis (Syn.: L. ×marschlinsii). Das Synonym ist nach Schloss Marschlins in Graubünden, in dessen Nähe Johann Coaz (1822−1918) bei Kulturversuchen an ausländischen Baumarten die Hybride das erste Mal erkannte, benannt. Ziemlich zeitgleich um 1897 entstand die Hybride auch in Pertshire in Schottland. In der Forstwirtschaft wird sie meist unpassend „Hybrid-Lärche“ genannt, es finden sich aber mehrere verschiedene Lärchenhybriden im Forstpflanzenhandel. Die Hybride ähnelt oft stark L. kaempferi. Es gibt zudem Saatgut aus Hybridbeständen, deren Folgegenerationen alle Übergänge und Formen zwischen den Elternarten zeigen und selbst diesen nahezu gleichen. Bei der Zucht der Hybride fungiert die Japanische Lärche als weiblicher Elternteil, während der Pollen von der Europäischen Lärche stammt. Umgekehrt angewendet, also L. kaempferi als Pollenspender, führt zu weit weniger Erfolg (Eckenwalder 2009).
Marschlins Lärche konnte subspontan gefunden werden in Michelsreuth, Marktschorgast, Lanzendorf, Micheldorf, Gefrees, Fröbershammer, Föllmar, Ingolstadt, Regensburg und Bischofsgrün in Bayern (Breitfeld & al. 2017, Meierott & al. 2024), in Hamburg (Müller & al. 2021), Rheinland-Pfalz (Müller & al. 2021) und Adorf, Klingenthal, Hermsgrün, Markneukirchen und Grünbachtal in Sachsen (Breitfeld 2021) unbeständig auf (Hand & Thieme 2020), in Schleswig-Holstein lokal in Einbürgerung (Hassler & Muer 2022). Auch ganz allgemein für die Schweiz unter L. kaempferi angegeben: „Als Forstbaum angepflanzt und gelegentlich verwildert, ebenso der Hybride L. decidua x kaempferi(Infoflora 2024).
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012), Italien (Galasso & al. 2024) und Großbritannien (Clement & Foster 1994).

 
 

Quellen

Böcker R., Hofbauer R., Maass I., Smettan H. & Stern F. (2017): Flora Stuttgart; 732 S.

Breitfeld M. (2021): Flora der Westabdachung des Erzgebirges – Die Pflanzenwelt zwischen Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal. 294 S.

Breitfeld M., Hertel E., Horbach H.-D. & W. Wurzel (2017): Flora von Bad Berneck und Umgebung, die Pflanzenwelt zwischen Ochsenkopf und Maintal – 501 S.

Bruns J. (2009): Bruns Pflanzen – Sortimentskatalog Gehölze 2009/2010 – Ulmer Verlag, 1123 S.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Clement E. J. & Foster M. C. (1994): Alien plants oft he British Isles – London: Botanical Society of the British Isles. 591 p.

Eckenwalder J. E. (2009): Conifers of the World, The Complete Reference - Timber Press.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297-340.

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
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Gorissen I. (2015): Flora der Region Bonn (Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis) – Decheniana-Beiheft 40. Bonn, 605 Seiten. Hassler M. & Muer T. (2021): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hand R., Reichert H., Bujnoch W., Kottke U. & Caspari S. (2016): Flora der Region Trier – 2 Bände, Verlag Michael Weyland, Trier. 1634 S.



Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. (2021): Flora des Landkreises Karlsruhe. Bildatlas und Datenbank. Version 4.16; Stand 13.7.2021

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.

Hohla M. (2022): Flora des Innviertels – Stapfia 115, 720 S., unter besonderer Mitwirkung von F. Grims†, R. Krisai†, P.A.Kraml, S. Kellerer, G. Kleesadl, G. Pflugbeil, P. Pilsl, J. Samhaber, C. Schröck, J.A. Stemper, O. Stöhr & W. Zahlheimer.

Infoflora (2024): Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora – https://www.infoflora.ch/de/

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Kroiher F. & A. Bolte (2015): Naturschutz und Biodiversität im Spiegel der BWI 2012 - AFZ-Der Wald. 21/2015.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Müller F., Ch. M. Ritz, E. Welk & K. Wesche (2021): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland, Gefäßpflanzen Grundband, 22. Auflage.

Poppendieck H.H., Bertram H., Brandt I., Engelschall B. & Prondzinski J. (2011): Der Hamburger Pflanzenatlas - Dölling und Galitz Verlag München · Hamburg, 568 S.

Trittler J. (2006): Die Flora des Kreises Heidenheim, Farn- und Blütenpflanzen – Verlag Uwe Siedentop, Heidenheim.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.