Lantana

Wandelröschen, Verbenengewächs, Verbenaceae

Gattung:

Lantana umfasst etwa 114 Arten (Kew 2023) in den Tropen und Subtropen mit Hauptverbreitung in Mittel- und Südamerika.
 

Lantana camara 

Echtes Wandelröschen,
Lantana camara 
Verbenengewächs, Verbenaceae

 

Steckbrief:

20–200 cm hoher, aromatisch duftender Strauch mit überhängenden, borstig rauen Zweigen und gegenständig angeordneten Blättern. Blattspreite eiförmig, 3–9 cm lang, mit gerundeter bis herzförmiger Basis, Blattrand gekerbt bis gesägt, Blattstiel 1–2,5 cm lang. Blüten fünfzählig, gelb oder orange, später oft rötlich bis violett, in köpfchenförmigen Blütenständen. Steinfrüchte wenigsamig, ca. 4 mm im Ø. Blütezeit Juni bis September.
 

Nutzung:

Zierpflanze.
 

Ausbreitung:

Beheimatet in 6 Unterarten von Mexiko bis ins nördliche Südamerika. 1692, in der Zeit der Renaissance, kam das Wandelröschen nach Europa, zunächst in die Orangerien des Adels, erst viel später wurde es als Kübelpflanze und für Blumenkästen genutzt. Gegenwärtig im Gebiet sehr selten unbeständig verwildert. In warmen Regionen der Erde hingegen weit verbreitet und mancherorts, wie in Florida, Indien, Australien, auf Hawaii und Sri Lanka lokal invasiv. In Südafrika aufgrund ihrer Ausbreitungsfreudigkeit mit Pflanzverbot belegt. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die Pflanze ist daher besonders für Weidetiere gefährlich. Die biologische Kontrolle des Wandelröschens wurde in Australien durch die Einfuhr von ca. 30 Insektenarten versucht. Dies hat zu weiteren Problemen geführt. Die Wandelröschen-Wanze, Aconophora compressa, beispielsweise ist eine polyphage Art, die 1995 eingeführt wurde und sich von Dutzenden von Pflanzen ernährt. Ihre Einfuhr hatte nicht nur keinen spürbaren Einfluss auf die Lantana-Population in Australien, sondern führte dazu, dass es dort im Gartenbau einen weiteren Schädling gibt. Das Wandelröschen war die erste Pflanze, bei der versucht wurde, ihr mittels biologischer Bekämpfung Herr zu werden. Keiner der Gegenspieler war jedoch erfolgreich, obwohl 36 verschiedene Arten in 33 Regionen eingesetzt wurden (Global invasive species database 2014). Die Art zählt zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt, inklusive Viren (IUCN 2013). Dort heißt es: „Lantana camara ist ein bedeutendes Unkraut, von dem es etwa 650 Sorten in über 60 Ländern gibt. Sie ist in vielen Regionen der Welt etabliert und breitet sich aus, oft als Folge der Rodung von Wäldern für Holz oder Landwirtschaft. Sie hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die natürlichen Ökosysteme. Die Pflanzen können einzeln in Büscheln oder als dichtes Dickicht wachsen und heimische Arten verdrängen. In gestörten einheimischen Wäldern kann es zur dominierenden Unterholzart werden, die Sukzession stören und die Artenvielfalt verringern. An einigen Standorten ist der Befall so hartnäckig, dass er die Regeneration des Regenwaldes seit drei Jahrzehnten vollständig zum Erliegen brachte. Seine allelopathischen Eigenschaften können die Vitalität nahegelegener Pflanzenarten verringern und die Produktivität in Obstgärten verringern. Lantana camara steht seit einem Jahrhundert im Fokus biologischer Bekämpfungsversuche, bereitet aber in vielen Regionen immer noch große Probleme“ (IUCN 2013).
 
DEUTSCHLAND:
Sehr selten und vorübergehend, so angegeben 1910 auf Schutt beim Friedhof von Mannheim in Baden-Württemberg (Hegi 1975, Hand & Thieme 2023) und im Kiesbett des Rheins in Köln-Worringen in Nordrhein-Westfalen (BBV 2017).
ÖSTERREICH:
Sehr selten und unbeständig, so auf Schotter und einer erdigen Ruderalfläche in der Hammerauer Straße in der Stadt Salzburg unweit einer Gärtnerei (Pilsl & al. 2008). Der Erstnachweis für Österreich erfolgte 2003 (Glaser & al. 2025). Eine ehemalige Angabe für Nordtirol ist irrig (Pagitz & al. 2023).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. seit 1967 am Festland Portugals (Cabi 2024) und seit 1996 auf Korsika (Cabi 2024).

 
Weitere Arten:

Lantana canescens

Von Texas bis ins tropische Südamerika ist das weißblühende Zitronen-Wandelröschen, Lantana canescens, beheimatet. Es wird im Gebiet selten kultiviert und wird 1895 adventiv für den Hafen von Mannheim in Baden-Württemberg angegeben (Hegi 1975). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2022) nicht geführt.
 

 

Lantana involucrata

Im tropischen Amerika von Mexiko über Zentralamerika und die Karibischen Inseln bis ins nördliche Venezulea ist das Weiße Wandelröschen, Lantana involucrata, beheimatet. Im Gebiet 1910 verwildert angegeben in der Stadtgärtnerei Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1914, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023).
 

 

Quellen

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2017): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2017 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 9: 115–161.

CABI (2024): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Global invasive species database (2014): Lantana camara - http://www.iucngisd.org/gisd/species.php?sc=56

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 5 (Teil 1). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 678 S.



IUCN (2013): 100 of the World's Worst Invasive Alien Species - GISD (iucngisd.org)

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol, Band 16.

Pilsl P., Schröck C., Kaiser R., Gewolf S., Nowotny G. & Stöhr O. (2008): Neophytenflora der Stadt Salzburg (Österreich). – Sauteria 17: 1–596.

Zimmermann F. (1914): Neue Adventivpflanzen der badischen Pfalz - Mitteilungen des Badischen Landesvereins für Naturkunde und Naturschutz 294: 341-343.