Ausbreitung:
Beheimatet in 6 Unterarten von Mexiko bis ins nördliche Südamerika. 1692, in der Zeit der Renaissance, kam das Wandelröschen nach Europa, zunächst in die Orangerien des Adels, erst viel später wurde es als Kübelpflanze und für Blumenkästen genutzt. Gegenwärtig im Gebiet sehr selten unbeständig verwildert. In warmen Regionen der Erde hingegen weit verbreitet und mancherorts, wie in Florida, Indien, Australien, auf Hawaii und Sri Lanka lokal invasiv. In Südafrika aufgrund ihrer Ausbreitungsfreudigkeit mit Pflanzverbot belegt. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die Pflanze ist daher besonders für Weidetiere gefährlich. Die biologische Kontrolle des Wandelröschens wurde in Australien durch die Einfuhr von ca. 30 Insektenarten versucht. Dies hat zu weiteren Problemen geführt. Die Wandelröschen-Wanze, Aconophora compressa, beispielsweise ist eine polyphage Art, die 1995 eingeführt wurde und sich von Dutzenden von Pflanzen ernährt. Ihre Einfuhr hatte nicht nur keinen spürbaren Einfluss auf die Lantana-Population in Australien, sondern führte dazu, dass es dort im Gartenbau einen weiteren Schädling gibt. Das Wandelröschen war die erste Pflanze, bei der versucht wurde, ihr mittels biologischer Bekämpfung Herr zu werden. Keiner der Gegenspieler war jedoch erfolgreich, obwohl 36 verschiedene Arten in 33 Regionen eingesetzt wurden (Global invasive species database 2014). Die Art zählt zu den 100 schlimmsten invasiven gebietsfremden Arten der Welt, inklusive Viren (IUCN 2013). Dort heißt es: „Lantana camara ist ein bedeutendes Unkraut, von dem es etwa 650 Sorten in über 60 Ländern gibt. Sie ist in vielen Regionen der Welt etabliert und breitet sich aus, oft als Folge der Rodung von Wäldern für Holz oder Landwirtschaft. Sie hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die natürlichen Ökosysteme. Die Pflanzen können einzeln in Büscheln oder als dichtes Dickicht wachsen und heimische Arten verdrängen. In gestörten einheimischen Wäldern kann es zur dominierenden Unterholzart werden, die Sukzession stören und die Artenvielfalt verringern. An einigen Standorten ist der Befall so hartnäckig, dass er die Regeneration des Regenwaldes seit drei Jahrzehnten vollständig zum Erliegen brachte. Seine allelopathischen Eigenschaften können die Vitalität nahegelegener Pflanzenarten verringern und die Produktivität in Obstgärten verringern. Lantana camara steht seit einem Jahrhundert im Fokus biologischer Bekämpfungsversuche, bereitet aber in vielen Regionen immer noch große Probleme“ (IUCN 2013).