Lamarckia

Goldgras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Lamarckia aurea 

Goldgras,
Lamarckia aurea  
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 20 cm hohe, meist büschelig wachsende Einjährige mit bis 12 cm langen und 9 mm breiten, kahlen, an den Rändern rauen Blättern und 2–5 cm langen, bis 2 cm breiten, gold­gelben, zuweilen purpurn überlaufenen Blütenrispen. Ährchen in Gruppen an den Enden der Rispenäste, je 3 unfruchtbare, un­begrannte neben 2 kleineren, begrannten, da­von eine fertil und eine steril. Blütezeit April bis Juni.
 

Name:

Benennt zu Ehren des französischen Naturforschers Jean-Baptiste Pierre Antoine de Monet, Chevalier de Lamarck (1744−1829). Lamarck war von 1759 bis 1768 in der französischen Armee, lernte an den verschiedenen Standorten die französische Vegetation kennen und verfasste darüber eine 'Flore françoise'. Er formulierte in 'Philosophie zoologique' eine Evolutionstheorie, bestritt die gemeinsame Abstammung aller Arten und vertrat den 'Lamarckismus'. Dieser besagt, dass jede Urform einer Art sich möglichst perfekt an ihre Umwelt anpassen möchte und die deshalb erworbenen Eigenschaften an die nächste Generation vererbt. Lamarck fühlte sich mit seinen Thesen oft missverstanden und starb verarmt, verbittert und erblindet in Paris (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Vom Mittelmeergebiet bis Indien und Ostafrika, gegenwärtig aber vielerorts auch subspontan.
 

Nutzung:

Sehr selten als einjähriges Ziergras.
 

Ausbreitung:

Seit spätestens 1770 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Klimawandelprofiteur.
DEUTSCHLAND:
Angegeben 1886, 1892, 1898 und 1903 für Mannheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1910, Conert 1998, Hand & Thieme 2023), Nürnberg in Bayern (Conert 1998), Hamburg (Conert 1998, Hand & Thieme 2023), 1934 Lampertheim in Hessen (Fiedler 1936, Conert 1998, Hand & Thieme 2023), Stade in Niedersachsen (Alpers 1875, Conert 1998, Hand & Thieme 2023), 1957 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006) und für Feldfluren bei Erfurt in Thüringen (Reinecke 1919).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Belgien (Verloove 2021), Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

 

Quellen

Alpers F. (1875): Beiträger zur Flora der Herzogthümer Bremen und Verden unter besonderer Berücksichtigung der Umgebung von Stade – Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen 4(3): 337-381.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

Fiedler O. (1936): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig 1932–1936 und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte – Hercynia 1: 124–148.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

 



Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Reinecke K.L. (1919): Nachtrag zur Flora von Erfurt – Jahrbuch der Königlichen Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt 44/45: 135-162.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11-171.