Kniphofia

Fackellilie, Affodillgewächs, Asphodelaceae

Gattung:

Kniphofia umfasst etwa 71 afrikanische Arten (Kew 2023) mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südafrika. Eine Art kommt auf Madagaskar, eine im Jemen vor. Die Arten werden unterschiedlich umgrenzt, mehrere sind durch Übergänge verbunden. So wird z.B. K. nelsonii als Synonym von K. uvaria oder von K. triangularis gesehen (Jäger & al. 2008).
 

Kniphofia uvaria 

Schopf-Fackellilie,
Kniphofia uvaria 
Affodillgewächs, Asphodelaceae

 

Steckbrief:

Bis etwa 100 cm hohe Staude mit graugrünen, gekielten, aufrechten Blättern und Ährentrauben als Blütenstand, wobei die unteren Blüten gelb und die oberen orange gefärbt sind. Blütezeit Juli bis September. 
 

Name:

Benannt zu Ehren des Erfurter Botanikers Johann Hieronymus Kniphof (1704–1763). In seinem Werk `Botanica in Originali´ arbeitete Kniphof bereits mit der damals neuen Linné-Nomenklatur. Durch die von Kniphof durchgeführte Weiterentwicklung des Naturselbstdruckes zeigt das Herbarium Pflanzen in einer bis dahin noch nicht bekannten Detailgenauigkeit. 1733 gab Kniphof eine erste Auflage eines gedruckten Herbariums von Pflanzen der Umgebung von Erfurt heraus, welches er mit dem Universitätsbuchdrucker Johann Michael Funcke entwickelt hatte. Ab 1734 wurden auch Gartenpflanzen gedruckt, wobei diese durch den Gartenbaufachmann Christian Reichart beschrieben wurden. In gemeinsamer Arbeit dieser drei Erfurter entstand von 1733 bis 1736 ein botanisches Werk mit etwa 1200 Pflanzentafeln, wie es zuvor noch nicht zu finden war. Beim großen Erfurter Stadtbrand 1736 sind sein Haus und damit seine gesamte Bibliothek verbrannt (Pusch & al. 2015).
 

Nutzung:

Als Zierstaude, in zahlreichen Sorten, so `Herbstglut´ mit orangen Blüten, hohem Wuchs und hoher Winterhärte, `Red Brilliance´ mit feuerroten Blüten, `Bronzeleuchter´ mit zweifarbig rot-gelbem Blütenstand, `Royal Standard´ mit zweifarbig rot-gelbem Blütenstand und guter Winterhärte, `Mondfeuer´ mit hellgelben Blüten und `Lemon Ice´ mit grüngelben Blüten. Die reinen Arten werden kaum mehr kultiviert, vielmehr Hybridsorten, die vorrangig unter Beteiligung von K. uvaria entstanden (Jäger & al. 2008).
 

Ausbreitung:

Beheimatet in der Kap-Provinz Südafrikas. In Europa seit spätestens 1687 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008).
DEUTSCHLAND:
Zwei blühende Pflanzen und wenige Jungpflanzen randlich im Gleisschotter Nähe Kolpingstr. 5 in Meschede, Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, aus dem benachbarten Garten verwildert (BBV 2022).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch 1996 in Irland (Seebens & al. 2017), in Italien (Galasso & al. 2024) und 1961 in Großbritannien (Seebens & al. 2017).

 

Quellen

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2022): Beiträge zur Flora Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2021 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 13: 131–190.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

 



Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Pusch J., K.-J. Barthel & W. Heinrich (2015): Die Botaniker Thüringens – Haussknechtia Beiheft 18, Thüringische Botanische Gesellschaft e.V.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).