Hippocrepis

Hufeisenklee, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Hippocrepis umfasst etwa 34 Arten (Kew 2023) in Europa, Südwest-Asien und Afrika mit Mannigfaltigkeitszentrum im westlichen Mittelmeergebiet.
 

Hippcrepis unisiliquosa 

Einhülsiger Hufeisenklee,
Hippcrepis unisiliquosa  
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

Bis 30 cm große, aufsteigende Einjährige mit unpaarig gefiederten, kahlen Blättern. Blättchen 7−11, lineal-lanzettlich, 4−10 mm lang, 3−4 mm breit, vorne ausgerandet. Blüten gelb, 3,5−5 mm lang, sitzend, einzeln oder seltener zu 2−3. Kelchzähne spitz, kahl. Früchte 30−50 mm lang, 3−5 mm breit, zusammengedrückt, gerade oder schwach gekrümmt, aus hufeisenförmigen Segmenten bestehend. Blütezeit April bis Juni.
 

 

Heimat:

Mittelmeergebiet und Südwest-Asien.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

Mit durchwegs alten Fundmeldungen.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig eingeschleppt angegeben, so 1895 für einen Kleeacker bei Oftersheim in Baden-Württemberg (Zimmermann 1910, Hegi 1975), Schuttstellen im Düsseldorfer Hafen in Nordrhein-Westfalen (Scheuermann 1930, Hand & Thieme 2023), Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2023) und bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1944, Hand & Thieme 2023). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1992) nicht geführt, auch nicht in der Deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2024) für Baden-Württemberg.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
 
Weitere Arten:

Hippocrepis ciliata

Im weiten Mittelmeergebiet ist auch der Wimper-Hufeisenklee, Hippocrepis ciliata, beheimatet. 
Er wird für das Gebiet vorübergehend eingeschleppt angegeben 1901 für den Mannheimer Hafen in Baden-Württemberg (Höck 1910, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023) und 1904 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Vollmann 1914, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023). Die Art wird in den „Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ (Sebald & al. 1992) nicht geführt. Subspontan auch in Ungarn (Hegi 1975).
 

Hippocrepis multisiliquosa

Ebenfalls im weiten Mittelmeergebiet ist der Vielhülsige Hufeisenklee, Hippocrepis multisiliquosa, beheimatet, der 1890 verschleppt für den Bahndamm Görlitz in Sachsen (Otto 2012, Hand & Thieme 2024) angegeben wird. 
 
 

Quellen

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.

Höck F. (1910): Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas während des letzten halben Jahrhunderts, XXVI - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 26: 391-433.



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Otto H.-W. (2012): Die Farn- und Samenpflanzen der Oberlausitz. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Supplement zu Band 20, Görlitz.

Scheuermann R. (1930): Mittelmeerpflanzen der Güterbahnhöfe des rheinisch-westfälischen Industriegebiets – Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalen 86: 122. 

Sebald O., Seybold S. & G. Philippi (1992): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 3: Rosaceae bis Fabaceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Zimmermann F. (1910): Die Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen und der Pfalz nebst den selteneren einheimischen Blütenpflanzen und den Gefäßkryptogamen – Pollichia 26: 11-171.