Herniaria

Bruchkraut, Nelkengewächs, Caryophyllaceae

Gattung:

Herniaria umfasst etwa 52 Arten (Kew 2023), die in Eurasien, Afrika und Südamerika (H. austroamericana) beheimatet sind.
 

Herniaria cinerea

Graubehaartes Bruchkraut,
Herniaria cinerea
(Syn.: H. hirsuta subsp. cinerea)  
Nelkengewächs, Caryophyllaceae
 

Steckbrief:

5−25 cm lange, graugrüne, niederliegende Einjährige mit kleinen, breit-lanzettlichen bis schmal-eiförmigen, lang bewimperten Blättern und winzigen, grünlichen Blüten mit 2 Staubblättern. Kelchblätter stachelborstig mit oft hakig umgebogenen Borsten. Blütezeit Juli bis September.
Verwechslungsmöglichkeit: Das sehr ähnliche Behaarte Bruchkraut, H. hirsuta, hat 3−5 Staubblätter je Blüte und Kelchblätter mit kurzen, nicht hakig umgebogenen Stachelborsten.
 

Heimat:

Von Makaronesien bis Pakistan.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

Im Gebiet durchwegs ehemals ganz vereinzelt adventiv.
DEUTSCHLAND:
In Niedersachsen (Hand & Thieme 2023, sub H. hirsuta subsp. cinerea), 1914 im Hafen Neuß und 1927 im Hafen Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Scheuermann 1930) und 1942, 1960 und 1961 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 1960 auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

 
Weitere Art:

Herniaria incana

Das Graue Bruchkraut, Herniaria incana, ist im Mittelmeergebiet, in Osteuropa und Südwest-Asien beheimatet. Es war im Gebiet in Breitensee im Marchfeld in Niederösterreich wahrscheinlich indigen, ist dort aber seit langem verschollen (Neilreich 1859, Jalas & Suominen 1983) und wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Eingeschleppt konnte es in Wien und Niederösterreich (Glaser & al. 2025) gefunden werden. Es findet sich subspontan vor allem auf Bahnanlagen und ähnlichen Standorten, so seit 1994 auf einer Sandbrache im Gewerbegebiet bei Schwebheim in Bayern (Hassler & Muer 2022, Meierott & al. 2024) und Hamburg (Hand & Thieme 2021). Fundangaben für Hessen und Schleswig-Holstein sind laut deutscher Florenliste (Hand & Thieme 2023) irrig. Subspontan u.a. 1986 auch in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 
 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.


Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Jalas J. & Suominen J. (1983): Atlas Florae Europaea 6 – Caryophyllaceae (Alsinoideae and Paronychioideae). Akateeminen Kirjakauppa Helsinki. 176 S. 



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Neilreich A. (1859): Flora von Nieder-Oesterreich. — Wien.

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Scheuermann R. (1930): Mittelmeerpflanzen der Güterbahnhöfe des rheinisch-westfälischen Industriegebiets – Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande und Westfalen 86: 256-342.