Hedysarum

Süßklee, Hülsenfrüchtler, Fabaceae

Gattung:

Hedysarum umfasst, inklusive Corethrodendron und Sulla, etwa 233 Arten in Eurasien, Nordamerika und Nordafrika mit Mannigfaltigkeitszentrum in den innerasiatischen Trockengebieten. Die Wirkung der enthaltenen Cumarine wurde entdeckt, als in Nordamerika eine Viehkrankheit auftrat, die sich durch eine verstärkte Blutungsneigung auszeichnete. Als Ursache konnte festgestellt werden, dass das Vieh verdorbenen Süßklee gefressen hatte.
 

Hedysarum coronarium

Kronen-Süßklee,
Hedysarum coronarium
(Syn.: Sulla coronaria
Hülsenfrüchtler, Fabaceae

 

Steckbrief:

20–100 cm hohe Mehrjährige mit Pfahlwurzel und unpaarig gefiederten Blättern. Blättchen 5–11, eiförmig, 1,5–4 cm lang, 0,7–2 cm breit. Blütenstände aus 10–40 leuchtend-purpurroten Blüten. Früchte 1–4-teilige Gliederhülsen mit jeweils einem rundlichen, seitlich abgeflachten Samen. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Nutzung:

Futterpflanze, Zierpflanze, Bienenweide und Erosionsschutz.
 

Ausbreitung:

Beheimatet im westlichen Mittelmeergebiet. Wie weit das ursprüngliche Verbreitungsgebiet nach Osten reicht, ist durch die lange Kultur als Futterpflanze ungewiss. Festland-Italien, Sizilien und Malta wird vom Kronen-Süßklee reichlich besiedelt, der Status bleibt aber unklar.
Die Kultur des Kronen-Süßklees zu Zierzwecken ist in Mittel- und Nordeuropa lange belegt. So hat Rostius die Art im Jahr 1610 in Skandinavien kultiviert. 1715 war es Muralt, der den „Spanischen Klee“ in Zürich zog und Stromer baute den Kronen-Süßklee 1761 in Nürnberg. Danach dürfte die Gartenkultur in Mitteleuropa zurückgegangen sein, denn Nachweise werden seltener.
Subspontan im Gebiet sehr selten und unbeständig.

 
DEUTSCHLAND: 
1934 am Stuttgarter Hauptbahnhof und 1932 bis 1933 am Güterbahnhof Ulm in Baden-Württemberg (Müller 1935, Böcker & al. 2017), ehemals reichlich bei der Mitteldeutschen Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1936, Hand & Thieme 2024 sub Sulla coronaria) und 2020 am Ackerrand zwischen Geestweg und Norddorf auf Amrum-Nebel in Schleswig-Holstein (Hebbel 2023 sub Sulla coronaria).
ÖSTERREICH: ---
In Südtirol unbeständig bei Bozen (Naturmuseum Südtirol 2018).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 1995 in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021), in Norwegen (Gederaas & al. 2012) und in den Niederlanden (FLORON 2021).

 
Weitere Art:

Hedysarum multijugum

In China ist der Vielblütige Süßklee, Hedysarum multijugum (Syn.: Corethrodendron multijugum) beheimatet. 
Er wird im Gebiet seit etwa 1883 als Zierstrauch kultiviert (Bärtels & Schmidt 2014) und wird subspontan ehemals angegeben für Rheinfelden in Baden-Württemberg (Höck 1914, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023) und 1910 für Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913, Hegi 1975, Hand & Thieme 2023).
 

Quellen

Bärtels A. & Schmidt P. A. (2014): Enzyklopädie der Gartengehölze – Ulmer-Verlag Stuttgart, 883 S.

Fiedler O. (1936): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig 1932–1936 und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte - Hercynia 1: 124–148.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hebbel J. (2023): Bemerkenswerte Neophytenfunde in Schleswig-Holstein (2018 –2022). – Kieler Notizen Pflanzenkd. 47: 115–159.

Hegi G. (1975): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 4 (Teil 3). 2.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 1114–1750.



Höck F. (1914): Ergänzungen zu meinen Arbeiten über Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 32: 71-110.

Müller K. (1935): Beiträge zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs - Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 21: 29-77.

Naturmuseum Südtirol (2018): http://www.florafauna.it/index.jsp?project=florafauna&view=BOT&locale=de

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.