Hedypnois

Röhrenkraut, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Hedypnois umfasst etwa 4 Arten (Kew 2023) und ist von den Kanarischen Inseln bis in den Iran verbreitet.
 

Hedypnois rhagadioloides

Kreta-Röhrenkraut,
Hedypnois rhagadioloides
(inkl. H. tubaeformis; Syn.: H. cretica)
Korbblütler, Asteraceae
 

Steckbrief:

3–20 cm hohe, oft aufsteigende, wenig verzweigte Einjährige mit ei-lanzettlichen, ganzrandigen oder buchtig gezähnten bis fiederspaltigen, in einen Stiel verschmälerten Grundblättern und wenigen keinen, sitzenden, meist einfachen Stängelblättern. Körbchen meist einzeln. Körbchenstiele verlängert, hohl, zur Fruchtzeit keulig verdickt. Hülle zweireihig, äußere Hüllblätter 2–4 mm lang, innere 6–9 mm lang. Blütezeit April bis Juni.
 
 

Heimat:

In 3 Unterarten im weiten Mittelmeergebiet, nördlich bis zur Krim.
 

Nutzung:

Keine.
 

Ausbreitung:

Es liegen nur alte Funde vor.
DEUTSCHLAND:
Unbeständig verschleppt angegeben, so 1933 am Güterbahnhof Karlsruhe, 1931 am Güterbahnhof Ulm und 1902 in Mannheim in Baden-Württemberg (Jauch 1938, Müller 1935, Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2023), 1938 am Münchener Südbahnhof in Bayern (Lippert & Meierott 2018), 1922 und 1927 in Hamburg-Altona (Christiansen 1928, Hand & Thieme 2023), 1926 und 1927 am Güterbahnhof Dortmund-Süd, 1927 am Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf und 1926 im Hafen Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930, Hand & Thieme 2023) und 1934 und 1937 bei der Großmarkthalle Leipzig in Sachsen (Fiedler 1944, Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2023). Die Art wird in den Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern (Lippert & Meierott 2018) angegeben, fehlt aber in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: 1914 angegeben für Basel, 1916 für Buchs in St. Gallen, 1904 in Solothurn, Lugano im Tessin und 1903 und 1904 am Vorbahnhof in Zürich (Wagenitz 1987, Wohlgemuth & al. 2020).

 
ANDERE LÄNDER:
Subspontan auch in den Niederlanden (FLORON 2021).

 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Christiansen D.N. (1928): Die Adventiv- und Ruderalflora der Altoner Kiesgruben und Schuttplätze – Schriften der Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein 18(2): 350-462.

Fiedler O. (1944): Die Fremdpflanzen an der Mitteldeutschen Großmarkthalle zu Leipzig und ihre Einschleppung durch Südfruchttransporte 1937-1942 – Hercynia 3 (7/8): 608-660.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Jauch F. (1938): Fremdpflanzen auf den Karlsruher Güterbahnhöfen – Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland 3: 76-147.  



Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Müller K. (1935): Beiträge zur Kenntnis der eingeschleppten Pflanzen Württembergs - Mitteilungen des Vereins für Naturwissenschaften und Mathematik Ulm 21: 29-77.

Wagenitz G. (1987): in Gustav Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, Teil 4, 2.Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg. 863 S.

Wohlgemuth T., Del Fabbro C., Keel A., Kessler M. & M. Nobis (2020): Flora des Kantons Zürich. Zürcherische Botanische Gesellschaft. Haupt-Verlag, Bern.