Hablitzia

Rankspinat, Amarantgewächs, Amaranthaceae

Gattung:

Monotypisch.
 

Hablitzia tamnoides 

Rankspinat,
Hablitzia tamnoides  
Amarantgewächs, Amaranthaceae

 

Steckbrief:

Bis 3 m hoch rankende Mehrjährige mit gerieftem, oft braunrot überlaufenem Stängel und herzförmigen, lange zugespitzten Blattspreiten. Blütenstand durchblättert, reichblütig, hängend, traubig, zur Fruchtzeit verlängert, aus winzigen, grünlichen, fünfzähligen Blüten. Kronblätter zurückgebogen oder zurückgeschlagen. Samen schwarzbraun, glatt, nierenförmig. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Name:

Benannt zu Ehren des deutsch-russischen Naturforschers Carl Ludwig von Hablitz (1752–1821). Hablitz war Aufseher der kaiserlichen Gärten in Astrachan im Wolgadelta, Vizegouverneur von Taurien/Krim, Direktor des Forstdepartements in St. Petersburg und Berater Paul I., Kaiser von Russland, in Wolgadeutschen-Angelegenheiten. Hablitz unternahm botanische Reisen durch Südrussland und Nordpersien und unterstützte Peter Simon Pallas beim Aufbau einer Weinbau-Schule auf der Krim (Burkhardt 2018).
 

Heimat:

Kaukasusregion.
 

Nutzung:

Selten als Gemüse- oder zierende Rankpflanze genutzt. Die Blätter enthalten reichlich Carotinoide, Folate, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Zink. 
 
 

Ausbreitung:

In Europa 1828 erstmals in England kultiviert und ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts dann auch am europäischen Festland gebaut (Hegi 1979). Die Art vermehrt sich generativ und vegetativ. Sehr vereinzelt tritt sie subspontan auf.
DEUTSCHLAND:
1909 angegeben für Rödersheim in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913, Hegi 1979, Hand & Thieme 2023), 1904 in Bautzen-Göda in Sachsen (Militzer 1936, Hand & Thieme 2023) und Magdeburg-Herrenkrug und in der Försterei Lödderitz zwischen Barby und Aken in Sachsen-Anhalt (Nickolmann & Walther 1994, Hegi 1979, Hand & Thieme 2023).
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Norwegen (Gederaas & al. 2012).

 

Quellen

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen
_2018_teil_1.pdf

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.



Hegi G. (1979): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 3 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 453–1264.

Militzer M. (1936): Flora der Oberlausitz einschließlich des nördlichen Böhmens – Abh. naturforsch. Ges. Görlitz 33: 7–88.

Nickolmann S. & D. Walther (2004): Beiträge zur aktuellen Stadtvegetation von Magdeburg. Floristische Beobachtungen von 1993–2003 – Museum für Naturkunde Magdeburg, Abhandlungen und Berichte für Naturkunde 27(1): 6-128.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.