Gomphrena

Kugelamarant, Amarantgewächs, Amaranthaceae

Gattung:

Gomphrena umfasst etwa 132 Arten (Kew 2023), von denen die meisten in Südamerika beheimatet sind. Auch Australien und Mexiko sind artenreich.  
 

Gomphrena globosa 

Echter Kugelamarant,
Gomphrena globosa
Amarantgewächs, Amaranthaceae

 

Steckbrief:

Bis 50 cm hohe Einjährige mit verzweigten, grau behaarten Stängeln und lanzettlichen bis eiförmigen, 3−10 cm langen, 2−4 cm breiten, behaarten Blättern. Blütenstand sitzend, mit 1−3 anfangs kugeligen, violetten oder weißen Köpfchen. Blüten dicht stehend mit 5 Perigonblättern. Nach der Blüte verlängert sich der Blüten/Fruchtstand auf bis zu 6 cm. Blütezeit Juni bis August.
 

Heimat:

Nördliches Südamerika und Mittelamerika.
 

Nutzung:

Als einjährige Sommerblume in Sorten wie `Holly Violet´ oder `Nana Compacta´ kultiviert. Die Art ist hitzeverträglich und trockenheitsresistent. Durch den Gehalt an Betacyaninen werden die Blüten als Zusatzstoff und Nahrungsergänzungsmittel in der Lebensmittelindustrie genutzt, ebenso in der Kosmetik und als natürlicher Lebensmittelfarbstoff (Roriz & al. 2017). Im Hochland von Bolivien wird die Art auf Salzböden als Futterpflanze kultiviert (Mansfeld 1986).
 

Ausbreitung:

1714 in Europa eingeführt und hier in verschiedenen Farbformen kultiviert (Hegi 1979). Im Gebiet sehr selten mit Gartenerde verschleppt auftretend.
DEUTSCHLAND:
1909 adventiv für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz angegeben (Zimmermann 1913). Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht geführt.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ:
1933 bei Locarno im Tessin (Hegi 1979).
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in Italien (Galasso & al. 2024). In großen Teilen der Tropen und Subtropen eingebürgert oder verschleppt auftretend.
 

 
Weitere Arten:

Gomphrena perennis

Im nördlichen Südamerika ist der Ausdauernde Kugelamarant, Gomphrena perennis, beheimatet. Er wird in Europa seit 1532 gärtnerisch kultiviert (Hegi 1979) und wird für das Gebiet als 1929 vorübergehend eingeschleppt in Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1930) angegeben. Der Fund für NRW wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) als irrig geführt.
 

Gomphrena serrata

Der Niederliegende Kugelamarant, Gomphrena serrata (Syn.: G. decumbens), ist vom zentralen Südamerika bis zum südlichen Nordamerika beheimatet und wird im Gebiet sehr selten mit Wolle vorübergehend eingeschleppt angegeben 1929 für Essen-Kettwig in Nordrhein-Westfalen (Probst 1949, Hand & Thieme 2023) und 1937 für Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz (Hegi 1979, Hand & Thieme 2023)
Die Art wurde in Südafrika als Futterpflanze für Einhufer eingeführt und breitete sich dort stark aus (Hegi 1979).  
 

Quellen

Bonte L. (1930): Beiträge zur Adventivflora des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Verh. D. naturh. Ver. D. preuß. Rheinlande und Westfalens 86: 141−255.

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm



Hegi G. (1979): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 3 (Teil 2). 3.Aufl. – Paul Parey, Berlin und Hamburg. 453–1264.

Kew (2023): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Mansfeld R. (1986): Verzeichnis landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen - Band 1, 578 Seiten, Springer-Verlag.

Probst R. (1949): Wolladventivflora Mitteleuropas – Solothurn. 192 Seiten.

Roriz C. L., Barros L., Prieto M.A., Morales P. & Ferreira I. (2017). "Floral parts of Gomphrena globosa L. as a novel alternative source of betacyanins: Optimization of the extraction using response surface methodology

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.