Eurybia

Sternblume, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Eurybia umfasst etwa 27 Arten auf der Nordhalbkugel (Kew 2022). Alle Arten sind in Nordamerika beheimatet, lediglich E. sibirica ist auch im nördlichen Eurasien verbreitet. Eurybia wurde früher innerhalb der Großgattung Aster geführt.
 

Eurybia macrophylla

Herzblättrige Sternblume,
Eurybia macrophylla
(Syn. Aster macrophyllus)  
Korbblütler, Asteraceae

 

Steckbrief:

Bis 90 cm hohe, aufrechte, ausläuferbildende, in dichten Gruppen wachsende sommergrüne Staude mit sterilen Rosetten. Untere Blätter breit-lanzettlich, basal tief herzförmig ausgerandet, vorne lang zugespitzt, bis 15 cm lang gestielt, Blattrand vorwärtsgerichtet gezähnt. Korbstand flach halbkuglig-doldig. Zungenblüten 10–20, blasslila, selten weißlich, bis 15 mm lang, Röhrenblüten gelb, später rötlich. Hüllblätter in 5–6 Reihen, länglich-eiförmig. Blütezeit August bis Oktober.
 

Heimat:

Nordöstliche USA und südöstliches Kanada.
 

Nutzung:

Als langlebige Zierstaude, meist in den Sorten `Twilight´ und `Albus´.
 

Ausbreitung:

Vereinzelt verwildert und lokal etabliert.
DEUTSCHLAND:
Seit 2010 im Kurpark Bad Alexandersbad und am Katharinenberg bei Wunsiedel in Bayern, von wo sie seit dem Jahr 1867 bis zumindest 2013 bekannt ist (Solereder 1903, Vollmann 1914, Jackwert 2013, Hetzel 2006, Meierott & al. 2024), in Berlin (Hand & Thieme 2023), 1860 in Potsdam in Brandenburg (Ascherson 1861, Hand & Thieme 2023), Hessen (Hand & Thieme 2023), Schwerin, Ludwigslust und Lantower Holz bei Laage in Mecklenburg-Vorpommern (Boll 1860, Fukarek & Henker 2005) und um 1904 in Kromlau und 1967 in Bad Muskau in Sachsen (Otto 2012).  
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021) und in Tschechien (Pyšek & al. 2012).

 
Weitere Arten:

Eurybia divaricata

Im östlichen Nordamerika ist die Spreizende Sternblume, Eurybia divaricata (Syn.: Aster divaricatus), beheimatet. Sie wird in Sorten wie `Eastern Star´ oder `Tradescant´ selten als Zierstaude für den Schatten genutzt und findet sich im Gebiet unbeständig verwildert. 
So ehemals am Stoffelsberg bei Nördlingen in Bayern angegeben (Lippert & Meierott 2018, Vollmann 1914, Meierott & al. 2024), Potsdam in Brandenburg (Höck 1914, Hand & Thieme 2023), Mecklenburg-Vorpommern (Hand & Thieme 2023), 1934 im Jägerwäldchen Görlitz in Sachsen (Militzer & Glotz 1955, Hand & Thieme 2023), 2019 Flensburg in Schleswig-Holstein (Hebbel 2023) und 2016 im Paulinenpark in Apolda in Thüringen (Peterlein 2024). Subspontan u.a. 1946 auch in Belgien (Verloove 2021), in den Niederlanden (FLORON 2021) und etwa 1920 in Tschechien (Pyšek & al. 2012).
 

Eurybia radula

Im nordöstlichen Nordamerika ist die Hellviolette Sternblume, Eurybia radula (Syn.: Aster radula) beheimatet. Sie wird selten in der Gartengestaltung eingesetzt, dann meist in der Sorte `August Sky´ und verwildert im Gebiet sehr selten, so 1952 im Steinbruch an der Schmidener Straße in Stuttgart-Bad Cannstadt in Baden-Württemberg (Sebald & al. 1996, Hand & Thieme 2023) und in einem Straßengraben in Oppin in Sachsen-Anhalt (John 2019).
 

 

Eurybia sibirica

In Nord-Eurasien von Skandinavien bis Kamtschatka und im nordwestlichen Nordamerika ist die Sibirische Sternblume, Eurybia sibirica (Syn.: Aster sibiricus), beheimatet. Sie wird sehr selten als Zierstaude genutzt und fand sich ehemals unbeständig für einen Schuttplatz bei der Rennbahn in Salzburg-Aigen (Fischer 1946, Pilsl & al. 2008) und für Tirol (Janchen 1956-1960, Walter & al. 2002) angegeben. Die Art wird in der Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols nicht genannt (Pagitz & al. 2023). Die Fundmeldung für Salzburg geht auf Fischer (1946) zurück. In Leeder & Reiter (1958) wird die Art aber als kultiviert angeführt. Entsprechend wird sie in der aktuellen Neophytenliste Österreichs (Glaser & al. 2024) als irrig für Salzburg angegeben. Nicht dazu passt allerdings die Angabe mit dem Wuchsort Schuttplatz (Fischer 1946, Pilsl & al. 2008).
 

Quellen

Ascherson P. (1861): Die wichtigsten im Jahre 1860 entdeckten und bekannt gewordenen Fundorte in der Flora des Vereinsgebietes – Verhandlungen des Botanischen Vereins Berlin-Brandenburg 2: 159-195.

Boll E. (1860): Flora von Mecklenburg in geographischer, geschichtlicher, systematischer, statistischer Hinsicht geschildert. Neubrandenburg. 404 S.

Fischer F. (1946): Beiträge zur Flora des Landes Salzburg 1. — Verlag für Wirtschaft und Kultur, Salzburg. 16 S.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Fukarek F. & Henker H. (2005): Flora von Mecklenburg-Vorpommern – Farn- und Blütenpflanzen. Herausgegeben von Heinz Henker und Christian Berg, Weißdorn-Verlag Jena, 428 S.

Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): The second Austrian checklist of alien vascular plants – Preslia.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Hebbel J. (2023): Bemerkenswerte Neophytenfunde in Schleswig-Holstein (2018 –2022). – Kieler Notizen Pflanzenkd. 47: 115–159.

Hetzel G. (2006): Die Neophyten Oberfrankens. Floristik, Standortcharakteristik, Vergesellschaftung, Verbreitung, Dynamik. — Diss. Univ. Wurzburg, 160 S.

Höck F. (1914): Ergänzungen zu meinen Arbeiten über Ankömmlinge in der Pflanzenwelt Mitteleuropas - Beihefte zum Botanischen Zentralblatt 32: 71-110.

Jackwert W. (2013): Botanische Besonderheiten im Kurpark von Bad Alexandersbad. Ökologische Neuigkeiten aus dem Landkreis Wundsiedel im Fichtelgebirge. LBV-Kreisgruppe Wunsiedel 2013.

Janchen E. (1956–1966): Catalogus Florae Austriae, mit 3 Ergänzungsheften, Springer, Wien.

John H. (2019): Aktuelle Nachweise von Pflanzenarten im südlichen Sachsen-Anhalt 2014 bis 2019 - Mitt. florist. Kart. Sachsen-Anhalt 24: 69–103.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science



Leeder F. & Reiter M. (1958): Kleine Flora des Landes Salzburg. — Naturw. Arbeitsgem. Haus der Natur, Salzburg, 348 S.

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Militzer M. & E. Glotz (1955): Flora der Oberlausitz einschließlich der nördlichen Tschechoslowakei. VIII Teil – Abhandlungen und Berichte des Naturkundemuseums Görlitz 34/2: 4-80.

Otto H.-W. (2012): Die Farn- und Samenpflanzen der Oberlausitz. Berichte der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz, Supplement zu Band 20, Görlitz.

Pagitz K., O. Stöhr, M. Thalinger, I. Aster, M. Baldauf, C. Lechner-Pagitz, H. Niklfeld, L. Schratt-Ehrendorfer & P. Schönswetter (2023): Rote Liste und Checkliste der Farn- und Blütenpflanzen Nord- und Osttirols – Natur in Tirol Band 16.

Peterlein K. (2024): Flora von Apolda und Umgebung – Thüringische Botanische Gesellschaft e.V. – Haussknechtia Beiheft 23

Pilsl P., Schröck C., Kaiser R., Gewolf S., Nowotny G. & Stöhr O. (2008): Neophytenflora der Stadt Salzburg (Österreich). – Sauteria 17: 1–596. [sehr ausführlich und genau]

Pyšek P., Danihelka J., Sádlo J., Chrtek J. jr., Chytrý M., Jarošík V., Kaplan Z., Krahulec F., Moravcová L., Pergl J., Štajerová K. & Tichý L. (2012): Catalogue of alien plants of the Czech Re­public (2nd edition): checklist update, taxonomic diversity and invasion patterns. – Preslia 84: 155–255.

Sebald O., Seybold S, Philippi G. & Wörz A. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Bd. 6: Valerianaceae bis Asteraceae. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

Solereder H. (1903): Zwei Mitteilungen zur Flora des Fichtelgebirges – Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora 26: 278-280.

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be

Vollmann F. (1914): Flora von Bayern – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 840 S.

Walter J., Essl F., Niklfeld H. & Fischer M. A. (2002): Gefäßpflanzen. – In: Essl F. & Rabitsch W.: Neobiota in Österreich: 46–173. – Wien: Umweltbundesamt.