Eremopyrum

Napoleongras, Süßgras, Poaceae

Gattung:

Eremopyrum umfasst 4 Arten (Kew 2022), die in Asien, Osteuropa und Nordwest-Afrika beheimatet sind. Mannigfaltigkeitszentrum ist Südwest-Asien. Im Iran etwa sind alle 4 Arten heimisch.
 

Eremopyrum bonaepartis

Echtes Napoleongras,
Eremopyrum bonaepartis (inkl. E. hirsutum)  
Süßgras, Poaceae

 

Steckbrief:

Bis 25 cm hohe Einjährige mit 3−5 mm breiten Blattspreiten und kopfigen, endständigen, mehrzeiligen, bewehrten Blütenständen. Ährchen 10–25 mm lang. Blütezeit Mai bis Juni.
 

Name:

Benannt nach Napoleon Bonaparte (1769–1821), französischer Feldherr und Kaiser. Er kam 1799 durch einen Staatsstreich an die Macht, erweiterte seinen Einfluss stetig bis nach Russland, ordnete und reformierte die staatliche Gestaltung Mitteleuropas, wurde nach seinem katastrophalen Russlandfeldzug gestürzt und nach Elba verbannt, war nach einer kurzen Rückkehr an die Macht und der Niederlage bei Waterloo dann lebenslang auf die britische Insel St. Helena verbannt.
 

Heimat:

Von Marokko bis China.
 

Nutzung:

Keine.
 
 

Ausbreitung:

DEUTSCHLAND:
Adventiv 1953 für Atzenbach in Baden-Württemberg (Baumgartner 1975) und 1955 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006) angegeben.
ÖSTERREICH: ---
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. 1911 auch in Belgien (Seebens & al. 2017, Verloove 2021).

 
Weitere Arten:

Eremopyrum distans

Vom europäischen Russland und der Arabischen Halbinsel bis zur Mongolei ist das Abstehende Napoleongras, Eremopyrum distans,  beheimatet. 
Im Gebiet unbeständig als Wolladventive 1896 in Hamburg-Reiherstieg (Pieper 1898, Hand & Thieme 2023) und 1955 bei der Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006) angegeben.
 

Eremopyrum orientale

Von Marokko und Rumänien bis Zentralasien ist das Östliche Napoleongras, Eremopyrum orientale, beheimatet. Es wird im Gebiet 1896 und 1897 für die Wollkämmerei Hamburg-Reiherstieg angegeben (Junge 1913, Hand & Thieme 2023).
 

Eremopyrum triticeum

Von Rumänien bis zur Mongolei ist das Weizen-Napoleongras, Eremopyrum triticeum, verbreitet. Gegenwärtig auch in Nordamerika häufig. Subspontan im Gebiet vorübergehend, so ehemals angegeben für die Humboldt-Mühle in Berlin-Tegel (Ascherson 1898, Hand & Thieme 2023), 1894 und 1897 für die Dampfmühle Hamburg-Wandsbek (Pieper 1898, Hand & Thieme 2023), 1912 für die Becker-Mühle im Hafen Krefeld in Nordrhein-Westfalen (Bonte 1914), 1955 bis 1957 für die Wollkämmerei Leipzig in Sachsen (Gutte 2006), Aken und 1898 für den Hohendodenlebener Weg in Magdeburg in Sachsen-Anhalt (Conert 1998, Fitschen 1900, Hand & Thieme 2023) und ehemals in Basel (Conert 1998). Subspontan u.a. auch 1909 in Norwegen (Gederaas & al. 2012, Seebens & al. 2017), 1962 in Lettland (Seebens & al. 2017) und in den Niederlanden (FLORON 2021).
 

Quellen

Ascherson P. (1898): Übersicht neuer bzw. neu veröffentlichter wichtiger Funde von Gefäßpflanzen (Farn- und Blütenpflanzen) des Verbreitungsgebietes aus dem Jahr 1897 - Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg 40: 53-61.

Baumgartner W. (1975): Die Baumwolladventivflora von Atzenbach (Baden BRD) und Issenheim (Elsass Frankreich) – Bauhinia 5/3: 119-129.

Bonte L. (1914): Beiträge zur Adventivflora des Niederrheins – Berichte über die Versammlungen des Botanischen und Zoologischen Vereins für Rheinland-Westfalen 1914: 22-41.

Conert H.J. (Hrsg.) (1998): in Hegi Gustav., Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 1 (Teil 3, Poaceae), 3. Neubearbeitete Auflage, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg.

Fitschen J. (1900): Kleine Beiträge zur Flora Magdeburg – Jahresbericht und Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Magdeburg 1898-1900: 143-149.

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Gederaas L., Loennechen Moen T., Skjelseth S. & Larsen L.-K. (2012): Alien species in Norway, with the Norwegian Black List - http://www.scales-project.net/NPDOCS/
AlienSpeciesNorway_2012_scr_9C0ee.pdf



Gutte P. (2006): Flora der Stadt Leipzig, einschließlich Markkleeberg – Weißdorn-Verlag, Jena, 278 S.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & Muer T. (2022): Flora Germanica – Bildatlas der Farn- und Gefäßpflanzen Deutschlands. 2 Bände.

Junge P. (1913): Die Gramineen Schleswig-Holsteins einschließlich des Gebiets der freien und Hansestädte Hamburg und Lübeck und des Fürstentums Lübeck – Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen Anstalten 30(3): 101-130.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Pieper G. R. (1898): Botanische Vereine. Siebenter Jahresbericht des Botanischen Vereins zu Hamburg – Deutsche botanische Monatsschrift 16: 112-115.

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).

Verloove F. (2021): Manual of the Alien Plants of Belgium –  http://alienplantsbelgium.be