Dimorphotheca

Kapmargerite, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Dimorphotheca umfasst etwa 19 Arten (Kew 2022), die alle im südlichen Afrika beheimatet sind mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südafrika. Einige Arten können mit Osteospermum hybridisieren. Solche Gattungsbastarde finden sich im Pflanzenhandel. Osteospermum umfasst etwa 74 Arten (Kew 2022) in Afrika und auf der Arabischen Halbinsel mit Mannigfaltigkeitszentrum in Südafrika. Die Gattungen werden züchterisch intensiv bearbeitet und finden in Mitteleuropa als Balkon- und Beetpflanze vermehrten Zuspruch, zwischen 1997 und 2003 konnte man eine Verzehnfachung der Verkaufszahlen beobachten.
 
 

Dimorphotheca ecklonis

Echte Kapmargerite,
Dimorphotheca ecklonis
(Syn.: Osteospermum ecklonis)  
Korbblütler, Asteraceae
 

Steckbrief:

20–50 cm hoher, immergrüner Zwergstrauch, der bei uns meist einjährig kultiviert wird. Blätter eilanzettlich, drüsig, ganzrandig oder gezähnt. Blütenkörbe 5–8 cm im Ø, einzeln an langen Stielen, Hüllblätter 13–16 mm lang, drüsig. Zungenblüten violett, Scheibenblüten dunkler. Blütezeit Mai bis September.
 

Name:

Dimorphotheca ecklonis ist eine Zeit lang als Osteospermum ecklonis zur Gattung Osteospermum gestellt, aber mittlerweile in die Gattung Dimorphotheca zurücktransferiert worden. 
Die Art ist zu Ehren des dänisch-deutschen Apothekers und Botanikers Christian Friedrich Ecklon (1795–1868) benannt, einem eifrigen Erforscher der Flora Südafrikas. Ecklon sammelte ab 1823 am Kap und entdeckte u.a. die Gattung der Freesien, benannt nach seinem Freund Friedrich Heinrich Theodor Freese. Nach ihm ist auch die Gattung Ecklonia aus der Familie der Alariaceae benannt.

 

Nutzung:

Zierpflanze, in zahlreichen Sorten, auch mit Einkreuzung anderer Arten, so `Purple Sun´ mit prächtig mehrfarbigen Blütenkörben. Durch den Gehalt an Blausäure für das Vieh ungenießbar.
 

 

Ausbreitung:

Südafrikanische Art, in Europa seit etwa 1920 in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). Wird vielfach als Zierpflanze für Ampeln, Tröge, Gräber und Rabatten genutzt und tritt sehr selten subspontan auf.
DEUTSCHLAND:
Vorübergehend, so 2011 im Splitt am Friedhof Hetzles im Landkreis Forchheim in Bayern (Lippert & Meierott 2018, Meierott & al. 2024 sub Osteospermum ecklonis), im Lichtschacht eines Kellerfensters in Braunschweig in Niedersachsen überwinternd (Brandes 2016), in Köln-Worringen in Nordrhein-Westfalen (BBV 2014) und auf Helgoland in Schleswig-Holstein (Naturhistorische Gesell. 2013).
ÖSTERREICH: 
2010 am Friedhof Feldkirchen bei Mattighofen und Reichenau im Mühlkreis in Oberösterreich (Hohla 2011, Hohla 2018).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
Subspontan u.a. auch in den Niederlanden (FLORON 2021) und in Italien (Galasso & al. 2024). In Teilen Australiens lokal invasiv.

 
Weitere Arten:

Dimorphotheca pluvialis

Ebenfalls als Zierpflanze wird die Regenzeigende Kapmargerite, Dimorphotheca pluvialis, kultiviert. Sie ist im südwestlichen Afrika von Namibia bis in die Kapprovinz beheimatet und findet sich seit etwa dem 17. Jahrhundert in Europa in gärtnerischer Kultur (Jäger & al. 2008). `Pink Polarstern´ hat oberseits lilarosa Zungenblüten, `Ringens´ oberseits blaue Zungenblüten. Subspontan findet sie sich im Gebiet sehr selten, so in Bayern (Hassler & Muer 2022, Hand & Thieme 2023), 1932 beim Hedewigsteich in Guben in Brandenburg (Lademann 1937, Hand & Thieme 2023) und in Rheinland-Pfalz (Hand & Thieme 2023). Die Art ist in der „Flora von Bayern“ (Meierott & al. 2024) nicht angegeben.
 

 

Dimorphotheca sinuata

Die südafrikanische Buschige Kapmargerite, Dimorphotheca sinuata wird in mehreren Sorten als Sommerblume vor allem für Rabatten gezogen. Häufig werden auch Hybriden mit der Regenzeigenden Kapringelblume, D. pluvialis, kultiviert, die den Namen Dimorphoteca ×Aurantiaca-Hybriden tragen. Sorten wie `Sommermode´, `Tetra Goliath´ oder `Spring Flash Orange´ finden sich im Pflanzenhandel. Die Art wird in der Dominikanischen Republik als lokal invasiv geführt (CABI 2021). Nach Nordamerika kam sie um 1940, subspontan tritt sie hier seit den 1970er-Jahren auf, vor allem in Arizona und Kalifornien (CABI 2021)
Im Gebiet vorübergehend subspontan in Baden-Württemberg (Hand & Thieme 2023), 2019 in Grünheide in Brandenburg (Breitfeld & al. 2021), Bochum in Nordrhein-Westfalen (Keil & Loos 2015), Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Wagenitz 1987, Hand & Thieme 2023) und in Sachsen (Hassler & Muer 2022).
 

Dimorphotheca tragus

In der Kap-Region Südafrikas ist die Orange Kapringelblume, Dimorphotheca tragus, beheimatet. Sie spielt im heimischen Gartenhandel kaum eine Rolle, wird aber 1910 subspontan für den Hafen Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz (Zimmermann 1913) angegeben. Die Art wird in der deutschen Florenliste (Hand & Thieme 2023) nicht genannt.
 

Quellen

BBV-Bochumer Botanischer Verein (2014): Bemerkenswerte Pflanzenvorkommen aus dem östlichen Ruhrgebiet im Jahr 2014 - Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 6: 120–140.

Brandes D. (2016): Über einige Neufunde von Neophyten in Braunschweig und Umgebung – Florist. Rundbriefe 50: 37–59.

Breitfeld M., Hertel E. & Baumann A. (2021): Flora Adventiva – Eine Zusammenstellung der in Deutschland nachgewiesenen Pflanzen, welche nicht in den Bestimmungswerken erwähnt werden; Markneukirchen, 677 S.

CABI (2023): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/

FLORON (2021): Floron Verspreidingsatlas Vaatplanten – www.verspreidingsatlas.nl

Galasso G., F. Conti, L. Peruzzi, A. Alessandrini, N. M. G. Ardenghi, G. Bacchetta, E. Banfi, G. Barberis, L. Bernardo, D. Bouvet, M. Bovio, M. Castello, L. Cecchi, E. Del Guacchio, G. Domina, S. Fascetti, L. Gallo, R. Guarino, L. Gubellini A. Guiggi, N. Hofmann, M. Iberite , P. Jiménez-Mejíase, D. Longo, D. Marchetti, F. Martini, R. R. Masin, P. Medagli, C. M. Musarella , S. Peccenini, L. Podda, F. Prosser, F. Roma-Marzio, L. Rosati, A. Santangelo, A. Scoppola, A. Selvaggi, F. Selvi, A. Soldano, A. Stinca, R. P. Wagensommer, T. Wilhalm & F. Bartolucci (2024): A second update to the checklist of the vascular flora alien to Italy – Plant Biosystems 158: 297−340.

Hand R. & Thieme M. (2023): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen), begründet von Karl Peter Buttler. https://www.kp-buttler.de/florenliste/index.htm

Hassler M. & T. Muer (2022): Flora Germanica. Bildatlas der deutschen Flora. Mit Artbeschreibungen von Thomas Meyer. Unter Mitarbeit zahlreicher Spezialisten und Revisoren. - Band 1 und Band 2, zus. 1712 S., Ubstadt-Weiher.



Hohla M. (2011): Cardamine corymbosa (Brassicaceae) und Bromopsis (Bromus) riparia (Poaceae) – neu für Österreich sowie weitere Beiträge zur Adventivflora von Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg – Neilreichia 6: 55–79.

Hohla M. (2018): Physalis grisea und Sedum pallidum neu für Österreich sowie weitere Beiträge zur Adventivflora von Österreich – Stapfia 109: 25−40.

Jäger E. J., Ebel F., Hanelt P. & Müller G. K. (2008): In: Rothmaler, Exkursionsflora von Deutschland, Band 5, Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum, 874 S.

Keil P. & Loos G.H. (2005): Non-established adventive plants in the western and central Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen, Germany) – Elektronische Aufsätze der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet 5.

Kew (2022): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Lademann O. (1937): Adventivpflanzen der östlichen Niederlausitz – Verhandlungen des Botanischen Vereins für die Provinz Brandenburg 77: 1-24.

Lippert W. & Meierott L. (2018): Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns – Vorarbeiten zu einer neuen Flora von Bayern. 251 S.

Meierott L., Fleischmann A., Klotz J., Ruff M. & W. Lippert (2024): Flora von Bayern – Haupt Verlag, Bern, 4 Bände.

Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg (2013): Flora von Helgoland, Stand 2013 - http://www.nhg-nuernberg.de/main.php?section=Botan&lige=&page=exk_helgolandliste2013.php

Wagenitz G. (1987): in Gustav Hegi – Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, Teil 4, 2.Auflage. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg. 863 S.

Zimmermann F. (1913): 1. Nachtrag zur Adventiv- und Ruderalflora von Mannheim, Ludwigshafen– Pollichia 27-28: 1-44.