Delairea

Delairee, Korbblütler, Asteraceae

Gattung:

Delairea umfasst 2 Arten (Kew 2024) in Südafrika (D. odorata) und Brasilien (D. aparadensis). Die Pflanze wurde von Lemaire 1844 als Delairea odorata beschrieben, 1865 dann von Harvey als Senecio mikanioides in die Gattung Senecio übertragen und 1986 von Jeffrey wieder in die ursprüngliche Gattung Delairea überführt.
 

Delairea odorata 

Duft-Delairee, Kapefeu,
Delairea odorata  
(Syn.: Senecio mikanioides)

Korbblütler, Asteraceae
 

Steckbrief:

Bis über 3 m lange, sommergrüne, mehrjährige, krautige Kletterpflanze mit gelappten, an Efeu erinnernden Blättern und gelben, doldenartig angeordneten, duftenden Blütenkörben. Zungenblüten fehlen. Blütezeit im Gebiet nicht bekannt.  
 

Name:

Benannt nach dem französischen Gärtner und Botaniker Eugène Delaire (1810–1856), der von 1836 bis zu seinem Tod 1856 Obergärtner des botanischen Gartens von Orléans war und der dem Beschreiber Lemaire die Pflanze zugesendet hat. Delaire war Sekretär der Société d'Horticulture d'Orléans et du Loiret und verfasste mehrere botanische Schriften (Burkhard 2018).
 

Heimat:

Südafrika.
 

Nutzung:

Im Gebiet als Zimmerpflanze, in wärmeren Regionen als Zierstaude fürs Freie.
Die Art enthält giftige Pyrollizidinalkaloide.

 

Ausbreitung:

Delairea odorata erreicht die Fortpflanzungsreife in zwei Jahren und kann pro Pflanze über 30.000 Samen produzieren. In einigen Ländern wie Kalifornien und Victoria in Australien gilt sie als lokal problematisch. Mögliche Gegenspieler sind der Rostpilz Coleosporium tussilaginis, der Blattfleckenpilz Cercospora delaireae, der Schmetterling Digitivalva delaireae und die Motte Galtara extensa (Cabi 2024).
DEUTSCHLAND: ---
ÖSTERREICH:
2011 subspontan in Salzburg aufgetreten (Glaser & al. 2025).
SCHWEIZ: ---
ANDERE LÄNDER:
In Irland seit 1939 bekannt (Seebens & al. 2017), in Italien, Portugal und Großbritannien lokal invasiv (Cabi 2024). Alvarez (1998) berichtet, dass ein 3,6 ha großer Befall mit D. odorata in der Nähe von San Francisco innerhalb von neun Jahren um fast das Achtfache auf 27,2 ha zugenommen hat. Die Art bildet schnell dicke Teppiche, welche die ursprüngliche Vegetation an Bachufern, im Waldunterholz und die krautige Küstenvegetation vollständig bedecken. Nach einigen Jahren verdunkelt ein dichter Filz aus vertrockneten Stängeln alle konkurrierenden Arten und die Fähigkeit, Sträucher vollständig zu bedecken und hoch in Bäume zu klettern, führt häufig zu ihrem Absterben. Die Kosten für die Bekämpfung von Delairea odorata im Golden Gate National Recreation Area in der Nähe von San Francisco in Kalifornien werden auf 600.000 US-Dollar geschätzt (Cabi 2024).

 

Quellen

Alvarez M.E. (1998): Management of Cape-ivy (Delairea odorata) in the Golden Gate National Recreation Area. In: Kelly M., Wagner E., Warner P, eds. Proceedings of the California Exotic Pest Plant Council Symposium Vol. 3, Concord, California, 91-95.

Burkhardt L. (2018): Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen Teil 1 - https://www.bgbm.org/sites/default/files/
verzeichnis_eponymischer_pflanzennamen_2018_teil_1.pdf

CABI (2024): Invasive Species Compendium - https://www.cabi.org/publishing-products/invasive-species-compendium/



Glaser M., C. Gilli, N. Griebl, M. Hohla, G. Pflugbeil, O. Stöhr, P. Pilsl, L. Ehrendorfer-Schratt, H. Niklfeld & F. Essl (2025): Checklist of Austrian neophytes (2nd edition) – Preslia 97: 413−539.

Kew (2024): Kew science – Plants of the World Online - Plants of the World Online | Kew Science

Seebens H., Blackburn T. M., Dyer E. E., Genovesi P., Hulme P. E., Jeschke J. M., Pagad S., Pyšek P., Winter M., Arianoutsou M., Bacher S., Blasius B., Brundu G., Capinha C., Celesti-Grapow L., Dawson W., Dullinger S., Fuentes N., Jäger H., Kartesz J., Kenis M., Kreft H., Kühn I., Lenzner B., Liebhold A., Mosena A. (2017): No saturation in the accumulation of alien species worldwide. Nature Communications 8(2).